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Allgemeine Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Gynäkologische Krebserkrankungen

Ovar

Das Ovarialkarzinom/Eierstockkrebs ist der dritthäufigste bösartige Tumor der Frau. Jedes Jahr erkranken etwa 12 von 100.000 Frauen in Deutschland an diesem Tumor (Robert-Koch-Institut). Für diesen Tumor existiert keine anerkannte Früherkennungsmethode und es gibt auch keine Frühsymptome. Häufig wird diese Erkrankung leider erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt.

Im Falle einer Erkrankung ist ein Ultraschall, die Entnahme von Tumormarker (z.B. CA-125), eine Schnittbildgebung und eine Magen-/Darmspiegelung, zum Ausschluss eines Magen-/Darmtumors, sinnvoll.

Die Behandlung erfolgt mittels Operation und anschließender Chemotherapie. Je nach Stadium wird diese um eine Antikörpertherapie (Bevacizumab/Avastin) erweitert. In einer Vielzahl von Studien konnte nachgewiesen werden, das eine optimale operative Therapie den größten Nutzen für die betroffene Patientin hat. Aus diesem Grund müssen diese Operationen gut geplant und interdiziplinär durchgeführt werden. Die operative Therapie dauert in den meisten Fällen mehrere Stunden und hat für die Patientin eine sehr große Bedeutung.

Die Nachsorge erfolgt gemäß den international empfohlenen Leitlinien (Siehe Kapitel „Nachsorge“).

 

Endometrium

Etwa 25 von 100.000 Frauen erkranken jedes Jahr an einem Endometriumkarzinom. Nur etwa 5% der Patientinnen sind jünger als 40 Jahre. Man vermutet, dass eine lange erhöhte Östrogen-Konzentration zu einer Tumorentstehung führen kann. Meistens fallen diese Tumoren über Unregelmäßigkeiten der uterinen Blutung auf (z.B. Postmenopausenblutung, Meno-/Metrorrhagien). Bei der Therapieplanung ist darauf zu achten, dass die Diagnostik (Pathologie) und die Durchführung der Operation unter optimalen Vorraussetzungen durchgeführt werden. Sollte eine Lymphonodektomie notwendig sein (z.B. ab Stadium pT1b), muss diese pelvin und paraaortal erfolgen.

Wir nehmen an einer multizentrischen Studie zu Evaluation der Bedeutung der Sentinel-Lymphonodektomie beim Endometriumkarzinom durch. Details finden Sie in der Rubrik „Studien“.

                      

Zervix

Das Zervixkarzinom ist der vierthäufigste Tumor bei Frauen und tritt pro Jahr etwa bei 13 von 100.000 Frauen auf. In etwa 70% der Zervixkarzinome können die HP-Viren 16 und 18 nachgewiesen werden. Ein besonderer Erfolg in der Prävention dieses Tumortyps ist die Möglichkeit gegen diese HP-Viren zu impfen und eventuell dadurch die Zahl der Karzinome in einigen Jahren deutlich zu reduzieren.

Die Therapie des Zervixkarzinoms reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück und hat heute noch Bestand. Es zeigt sich immer wieder, dass gerade die operative Radikalität eine besondere Bedeutung in der Therapie hat. Eine neuere Variante der operativen Radikalität ist die totale mesometriale Resektion (TMMR) und die Möglichkeit solche Eingriffe minimalinvasiv durchführen zu können. Ein laparoskopischer Eingriff bedeutet für die Patientinnen eine kleinere Operationswunde, einen kürzeren stationären Aufenthalt und eine schnellere Rekonvaleszenz.

 

Vagina

Das Vaginalkarzinom gehört zu den selten bösartigen Erkrankungen in der Gynäkologie. Es macht etwa 1-2% aller bösartigen Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane aus und weltweit erkranken ca. 0,4 von 100.000 Frauen pro Jahr (Robert-Koch-Institut). Da es sich um einen sehr seltenen Tumor handelt ist die Diskussion des therapeutischen Vorgehens in einer interdisziplinären Tumorkonferenz äußerst wichtig. Erkannt wird das Vaginalkarzinom häufig bei der Krebsvorsorge durch den Frauenarzt.

Die Therapie beinhaltet eine Operation, Radiatio oder nach individueller Diskussion eine Radio-Chemotherapie.

Die Nachsorge erfolgt gemäß den international empfohlenen Leitlinien (Siehe Kapitel „Nachsorge“).

 

Vulva

Das Vulvakarzinom macht ca. 5% der Karzinome des weiblichen Genitaltraktes aus. Etwa 2 von 100.000 Frauen erkranken pro jahr in Deutschland, was ungefähr 3400 bis 4000 Frauen bedeutet.

Häufig treten Veränderungen und Juckreiz im Hautbereich der kleinen Schamlippen oder der Klitoris auf. Ähnlich dem Vaginalkarzinom besteht die Therapie aus einer Operation, einer Radiatio oder einer Radio-Chemotherapie. In einigen Studien hat sich Bedeutung des korrekten operativen Vorgehens als besonders Bedeutsam herausgestellt.

Ein sehr wichtiger Punkt ist die Rekonstruktion der Vulva. Hierdurch kann die Funktion und die Kosmetik der Vulva wiederhergestellt werden. Die Rekonstruktion geschieht in der Regel direkt nach der Entfernung des Tumors in einem gemeinsamen Eingriff.

Die Nachsorge erfolgt gemäß den international empfohlenen Leitlinien (Siehe Kapitel „Nachsorge“).

 

Seltene Tumore

Es gibt eine große Anzahl von sehr seltnen Formen, welche die weiblichen Geschlechtsorgane befallen können (z.B. Keimstrang-Tumoren, Sarkome, Trophoblasttumoren usw.). Für diese Tumoren muss in vielen Fällen eine individuelle Therapieentscheidung getroffen werden. Hierzu haben wir nach ausgiebiger Literaturrecherche Leitlinien (SOPs) erstellt. Besonders in solchen Fällen sind eine interdisziplinäre Therapieplanung und eine ausführliche Diskussion mit der Patientin über die Situation und das weitere Vorgehen wichtig.

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