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Harninkontinenz

Komplikationen bei der Verwendung von Netzen bei Beckenbodensenkung

Mit zunehmendem Alter kommt es oft zu einer Erschlaffung des Gewebes des Beckenbodens und des bindgewebigen Halteapparats der Beckenorgane. Folge kann eine sogenannte "Senkung" insbesondere von Gebärmutter, Scheide, Blase und Enddarm sein. Ergeben sich starke Beschwerden, so kann eine Operation notwendig sein. Zur Stützung und Wiederherstellung von überdehntem oder auch gerissenem Bindegewebe werden beim Hängemattenprinzip kleine Netze zwischen Blase und Scheide und/oder Enddarm und Scheide eingebracht und im Becken fixiert. Dadurch soll eine dauerhafte stabilisierende Unterfütterung der Organe in ihrer natürlichen Position erfolgen.

 


Die FDA ist eine amerikanische Zulassungs- und Überwachungsbehörde für in den USA hergestellte sowie importierte Arzneimittel, biologische Produkte, Medizinprodukte, Lebensmitteln und strahlenemittierende Geräte. In einem Bericht der FDA vom 20. Oktober 2008 wurde über Komplikationen in Zusammenhang mit der operativen Verwendung von Netzen bei Beckenbodensenkung und Belastungsinkontinenz informiert. In den letzten 3 Jahren wurden über 1000 Berichte von Komplikationen in diesem Zusammenhang zusammengetragen. Die am häufigsten erwähnten Komplikationen waren:

 

  • Entzündungen
  • Schmerzen
  • Durchbruch in Gefäße, Darm, Blase oder durch die Scheide nach außen
  • Massive Vernarbung

 

Die Übermittlung von solchen Komplikationen erfolgt üblicherweise durch die behandelnden Ärzte und zwar auf freiwilliger Basis. Eine prozentuelle Angabe mit umfassender statistischer Aussagekraft ist hierdurch nicht zu machen. Mit dieser Anmeldung möchte die FDA zusätzliche Aufmerksamkeit auf diese bereits zuvor beschriebenen Komplikationen lenken.



Es wurden folgende Empfehlungen für Operateure ausgesprochen:

  • Eine spezialisierte Ausbildung über die Anwendung von Netzen sowie ein Bewusstsein für mögliche Komplikationen insb. Netzdurchbruch und Entzündungen.
  • Bewusstsein für Komplikationen wie Organperforationen durch bei den Operationen verwendete spezielle Instrumente.
  • Ausführliche Aufklärung der Patienten insbesondere über ernste Komplikationen, die die Lebensqualität langfristig einschränken können. Wie z.B. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder eine Vernarbung mit Verengung der Scheide
  • Aufklärung über die eventuelle Notwendigkeit einer Zweitoperation zur Behebung von Komplikationen.
  • Eine Kopie der Herstellerinformation über das zu verwendende Material kann dem Patienten mitgegeben werden.