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Hoden

Hodenerkrankungen

 

1. Bösartige Hodenerkrankungen

 

Hodentumoren machen 1% der Tumoren beim Mann aus, stellen aber die häufigste Krebsform des jungen Mannes dar. Als Risikofaktoren sind hauptsächlich der Hodenhochstand und eine Vorerkrankung an Hodentumor zu erwähnen.

Es wird zwischen Keimzell- und Nichtkeimzelltumoren unterschieden, wobei letztere mit nur ungefähr 5% aller Hodentumoren selten vorkommen. Die Keimzelletumoren werden ihrerseits in zwei Untergruppen unterteilt: Seminome und Nichtseminome.

Am häufigsten äussern sich Hodentumoren als eine schmerzloseVerhärtung. Diese kann mittels Sonographie und Blutanalysen (Tumormarker) näher erfasst werden.

Der erste therapeutische Schritt ist die einseitige Hodenentfernung. Die weiteren therapeutischen Entscheidungen unterscheiden sich je nach Tumorart und Tumorausbreitung: sie beinhalten Strahlentherapie, Chemotherapie, operative Entfernung von Lymphknoten-Ablegern(=nervenerhaltende retroperitoneale Lymphadenektomie) aber auch abwartende Beobachtung (wait and see). Prognostisch zeichnen sich Hodentumoren durch ihre gute Heilungsraten aus: (98-100% in frühen Stadien) oder langes Überleben ohne Rückfälle (80-90% in späteren Stadien).

 

 

2. Gutartige Hodenerkrankungen

 

a. Hodentorsion

 

Die plötzliche Verdrehung des Hodens um seine Längsachse(=Hodentorsion), die während Sportaktivitäten oder nach einem Trauma besonders bei Jugendlichen und Kindern auftreten kann, äussert sich mit schlagartig auftretenden Schmerzen, die vom Hoden in die Leiste ausstrahlen, sowie mit Begleiterschinungen wie Uebelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen oder Schwellung des Hodensacks. Durch die Verdrehung der Hodengefässe kann die Hodentorsion, falls sie nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird zu bleibenden Gewebeschäden des Hodens führen. Zur Diagnose stehen, neben den Symptomen, die Ultraschalluntersuchung des Hodens und die dopplersonographische Beurteilung der Hodengefässe (Nachweis des Blutflusses) im Vordergrund. Die Therapie besteht in der operativen Zurückdrehung des Hoden und in der Fixation ( = Orchidopexie), um eine Wiederholung der Torsion zu vermeiden. Falls während der Operation eine fehlende Erholungsfähigkeit des Hoden nach Wiederherstellung der Durchblutung festgestellt wird muss eine einseitige Hodenentfernung vorgenommen werden.

 

 

 

b. Epididymitis

 

Starke Schmerzen des Hodens, begleitet von Schwellung und Rötung sind typische Zeichen einer Entzündung des Nebenhodens, meistens durch eine aufsteigende Keimbesiedelung im Rahmen eines Harnweginfektes oder einer Prostataentzündung. Um die Keime und die Entzündung nachweisen zu können, müssen Urinproben analysiert werden. Zum Ausschluss anderer Hodenerkrankungen wird meistens auch eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Neben schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten werden bei der Epididymitis als Ursachentherapie Antibiotika eingesetzt.

 

 

 

c. Hydrozele

 

Durch die Ansammlung von Flüssigkeit in den hodenumgebenden Gewebehüllen kommt es zu einer prallen, meist schmerzfreien Schwellung des Hodensacks, die langsam an Grösse zunimmt. Als Ursache kommen Entzündungen, Traumata, Tumoren oder eine angeborene Veranlagung in Frage. Nach Bestätigung der Diagnose mittels Ultraschall, kann die Hydrozele, falls der Patient dadurch gestört wird operativ entfernt werden.

 

 

 

d. Spermatozele

 

Eine Retentionszyste des Nebenhodens, Spermatozele genannt, verursacht meist keine Symptome. Die Diagnose wird mittels Ultraschalluntersuchung gestellt, die Zyste kann dann bei Beschwerden operativ entfernt werden.

 

 

 

e. Varicozele

 

Durch eine Erweiterung der Gefässe im Hodenbereich, kommt es zur Varikozele (sog. Krampfader). Diese äussert sich meistens durch sichtbare geschlängelte Gefässe, nur selten kommt es zu begleitenden Schmerzen. Die Varicozele kann auch eine unerwünschte Kinderlosigkeit zur Folge haben, diese kann sich aber nach der Behandlung (operativ oder durch Verödung) zurückbilden. Diese Gefässerweiterung bei erschwertem Abfluss kann einerseits durch angeborenen Veranlagung oder durch Turmoren entstehen.