Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen

Hormon- und Spezialambulanzen

Die Gynäkologische Endokrinologie bietet neben der Hormonambulanz auch Spezialsprechstunden zu bestimmten Hormonstörungen der Frau an. Hier ein Überblick über die Behandlungsgebiete und Schwerpunkte der einzelnen Sprechstunden:

Hormonambulanz

Die Hormonambulanz arbeitet eng verzahnt mit den anderen Ambulanzen unserer Abteilung - der Kinderwunschambulanz und der Ambulanz für Naturheilkunde - sowie interdisziplinär mit der Endokrinologie der Inneren Medizin, der pädiatrischen Endokrinologie, der medizinischen Psychologie, der Hautklinik und weiteren Kliniken und Instituten zusammen.

In unserer Ambulanz betreuen wir Frauen mit hormonellen Störungen ab dem 15. Lebensjahr.

Eine Übersicht über möglich zu bestimmende Hormon-Parameter und ihre Normwerte sind in  Opens internal link in current windowTabelle 1 zusammengefasst. Veränderungen verschiedener Hormonspiegel während der Schwangerschaft in  Opens internal link in current windowTabelle 2. Genetische Aspekte hormoneller Störungen, wie zum Beispiel die vorzeitige Insuffizienz der Eierstockfunktion (auch POF-Syndrom genannt) werden diagnostisch im Rahmen einer Studie gemeinsam mit der Opens internal link in current windowSektion für Reproduktionsgenetik bearbeitet.

Schwerpunkte, die in der Hormonambulanz behandelt werden:

Klimakterium - Beratung zur Hormonersatztherapie

In der Klimakterium-Sprechstunde erfolgt eine Beratung, Diagnostik und individuelle Therapie von durch Östrogenmangel bedingten Wechseljahresbeschwerden.

Es werden unter anderen folgende Risikofaktoren berücksichtigt:

  • Familienanamnese (z. B. Brust- und Eierstockkrebs, Darmerkrankungen, Diabetes mellitus, M. Alzheimer, Osteoporose)
  • Eigenanamnese im Hinblick auf die Lebensweise (u.a. Ernährung, Alkohol, Sport)
  • Osteoporoserisiko (z. B. Untergewicht, Rauchen, Erkrankungen mit Resorptionsstörungen)
  • vorausgegangene hormonabhängige Tumorerkrankungen; kardiovaskuläre Erkrankungen in der Vorgeschichte
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen)
  • Störungen im Gerinnungssystem

Im Rahmen der Diagnostik sollten folgende Untersuchungen extern veranlasst werden:

  • eine Krebsvorsorgeuntersuchung einschließlich Ultraschalluntersuchung
  • eine Bestimmung der Knochendichte zur Beurteilung des Frakturrisikos
  • der Ausschluss einer Brustkrebserkrankung durch klinische Untersuchung der Brust, sowie durch Mammographie bzw. Ultraschalldiagnostik
  • weiterhin Veranlassung von Vorsorgeuntersuchungen zur Erkennung von kolorektalen Karzinomen, z. B. Blut im Stuhl oder Koloskopie.
Störungen des Menstruationszyklus

Abklärung von Blutungsstörungen und Zyklusunregelmäßigkeiten und ihre Therapie; im Rahmen der Abklärung wird auf endokrinologische Störungen, lokale Entzündungen, Veränderungen der Gebärmutter durch Muskelknoten sowie Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut durch Schleimhautpolypen geachtet.

Prämenstruelles Syndrom

Die Sprechstunde richtet sich an Patientinnen mit vegetativen, psychischen und organischen Beschwerden hervorgerufen durch zyklische Hormonschwankungen. Diese Beschwerden lassen sich durch eine gezielte Analyse ihres zyklusabhängigen Auftretens mit Hilfe von oralen hormonalen Kontrazeptiva bei geschlechtsreifen Frauen eventuell auch durch Gabe von oralen hormonalen Kontrazeptiva als Langzyklus bzw. durch die Auswahl entsprechender Präparate behandeln.

Kontrazeption

Diese Sprechstunde bietet eine ausführliche Beratung bei Fragen zur Verhütung, besonders in Problemfällen, an. Dazu zählt insbesondere die Verhütung bei Jugendlichen und bei Frauen nach dem 40. Lebensjahr, die Verhütung beim Vorliegen von Risikofaktoren, wie Gerinnungsstörungen, nach Thrombosen, Embolien oder hormonabhängigen Tumorerkrankungen. (vgl. Leitlinie: Familienplanung).

Natürliche Familienplanung

Zu Fragen der natürlichen Familienplanung ohne hormonelle Verhütung mit der Sensiplan-Methode hat unsere Abteilung herausragende Erfahrung.

In der Sprechstunde zur Natürlichen Familienplanung bieten wir an:

  • Beratung über eine sichere natürliche Empfängnisverhütung
  • Beratung zur Beobachtung der fruchtbarsten Tage im Zyklus, Selbstbeobachtung der Fruchtbarkeit bei Kinderwunsch
  • Beratung zur Beobachtung des persönlichen Zyklus und seiner Störungen bei Problemen mit der Periode, um die medizinische Diagnostik und Therapie zu unterstützen

Weitere Informationen dazu finden Sie unter Opens internal link in current windowNatürliche Familienplanung.

Verschiedene Themen

Zu den nicht speziell erwähnten hormonellen Problemen, die in der Hormonambulanz umfassend betreut werden, gehören darüber hinaus:

  • Störungen des Prolaktinhaushaltes
  • Opens internal link in current windowDifferenzierungs- und Entwicklungsstörungen
  • Betreuung bei vorzeitigem Versagen der Eierstocksfunktion (POF-Syndrom)
  • Hormonelle Mitbehandlung von Frauen mit durch Essstörung bedingten Zyklusanomalien
  • Hormonelle Protektion der Eierstocksfunktion bei Frauen unter Chemotherapie (im Rahmen des Netzwerks Opens external link in new windowFertiPROTEKT).


Spezialambulanz Hyperandrogenämie

Die Spezialsprechstunde Hyperandrogenämie richtet sich an Patientinnen mit Beschwerden aufgrund erhöhter männlicher Hormonspiegel, der sich meist in Haarausfall, vermehrte Behaarung oder Akne äußert. Diese Befunde treten regional unterschiedlich und altersabhängig in verschieden starker Ausprägung auf.

Etwa 50 bis 60 Prozent aller jungen Mädchen zwischen 15 und 25 Jahren sind vom Auftreten der sogenanten Acne vulgaris, diese jedoch in leichten Verlaufsformen, betroffen.

Eine vermehrte Körperbehaarung kann sowohl in Form des Hirsutismus, dem Auftreten von Haaren an den männlichen Prädelektions-Stellen (d.h. Oberlippe, Kinn etc.) als auch in Form der Hypertrichose, der verstärkten Flaumbehaarung an allen Körperregionen, vorliegen.

Die Abklärung der unterschiedlichen Androgenisierungserscheinungen erfolgt in Zusammenarbeit mit der Universitäts-Hautklinik und schließt eine sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), eine Familienanamnese, eine Expositionsanamnese hinsichtlich Schadstoffen (z.B. Akne) und eine Medikamentenanamnese (z.B. Hypertrichose) ein. Abschließend erfolgt eine endokrinologische Abklärung sowie eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke.

Die Behandlung richtet sich im einzelnen nach dem Krankheitsbild, dem Schweregrad, dem Leidensdruck der Patientin und möglichen Kontraindikationen für die unterschiedlichen Therapieformen.

Die Behandlung der Behaarungsstörungen ist für das Selbstwertgefühl der Patientin von großer Bedeutung und kann lokale oder auch hormonelle Behandlungen umfassen. Dies können wir im Rahmen der sog. Haarsprechstunde leisten.



Spezialambulanz für operative Eingriffe bei Kinderwunschpatientinnen

Ein Schwerpunkt unserer Abteilung liegt auf fertilitätschirurgischen Eingriffen, um den Kinderwunsch auf möglichst natürlichem Wege zu ermöglichen. Einzelheiten zu dieser Spezialsprechstunde in unserer Hormonambulanz finden Sie unter Opens internal link in current windowOperative Eingriffe, Opens internal link in current windowMyomambulanz für Kinderwunschpatienten und Opens internal link in current windowEndiometriosezentrum.


Interdisziplinäre Sprechstunde für Leistungssportlerinnen

Leistungssportlerinnen haben oft spezielle medizinische, darunter auch gynäkologische Fragen. Denn Leistungssport kann Einfluss auf den weiblichen Zyklus und die hormonelle Regulation haben. Ebenso kann das Zyklusgeschehen Einfluss auf die sportliche Leistungsfähigkeit haben. Im Falle einer Zyklusstörung stellt sich die Frage, ob diese behandelt werden muss. Wenn ja: welche Hormontherapie ist mit den sportlichen Zielen am besten vereinbar?

Seit Januar 2014 haben die Leistungssportlerinnen des Olympiastützpunktes die Möglichkeit eine interdisziplinäre Sprechstunde aufzusuchen, die von der Sportmedizin der Medizinischen Universitätsklinik  und der Hormonambulanz der Frauenklinik durchgeführt wird.

Leitung:

Dr. med. Petra Frank-Herrmann
Funktionsoberärztin, Leitung der Ambulanz für Kinder- und Jugendgynäkologie
Abt. Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen
Universitätsfrauenklinik Heidelberg

Prof. Dr. med. Birgit Friedmann-Bette
Kommissarische Ärztliche Direktorin
Abteilung Innere Medizin VII: Sportmedizin

Sprechzeiten und Terminvereinbarung

Hormonambulanz

Die Sprechzeiten der Hormonambulanz sind:


Mo & Mi 8 - 12 Uhr
Di & Do 8 - 16 Uhr
Fr 8 - 15 Uhr


Bitte beachten Sie, dass wir für gesetzlich versicherte Patientinnen, mit Ausnahme von Notfällen, generell einen Überweisungsschein brauchen, ansonsten muss die Beratung/Behandlung privat in Rechnung gestellt werden. Bitte bringen Sie möglichst alle Unterlagen über Ihre Erkrankung zum Erstgespräch mit, da wir diese in den meisten Fällen zur Planung weiterer notwendiger Untersuchungen und zur Festlegung der Behandlung benötigen.
 
Termintelefon: 06221 56-7934

Privatpatientinnen können direkt einen Termin über die Privatsprechstunde von Prof. Strowitzki unter 06221 56-7910 vereinbaren.



Spezialambulanz Hyperandrogenämie

Die Sprechzeiten der Spezialsprechstunde Hyperandrogenämie sind:

Mo 8 - 10 Uhr
Mi  12.30 - 13.30 Uhr


Ein Besuch der Spezialsprechstunde ist nur nach vorheriger Terminvereinbarung unter Tel.: 06221 56-7934 möglich.



Spezialambulanz für operative Eingriffe bei Kinderwunschpatientinnen, Myomambulanz für Kinderwunschpatienten und Endometriosezentrum

Terminvereinbarung unter Tel.: 06221 56-7934.

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Hormonambulanz

Sprechzeiten der Hormonambulanz
Mo & Mi 8 - 12 Uhr
Di & Do 8 - 16 Uhr
Fr 8 - 15 Uhr

Hyperandrogenämie

Sprechzeiten der Spezialambulanz Hyperandrogenämie:
Mo 8 - 10 Uhr
Mi 12.30 - 13.30 Uhr

OP bei Kinderwunsch

Terminvereinbarung für die Spezialsprechstunde für operative Eingriffe bei Kinderwunschpatientinnen unter Tel.: 06221 56-7934.

Ärztliche Mitarbeiter

Dr. Petra Frank-Herrmann

Dr. Freis

OÄ Prof. Dr. Germeyer

Tamara Göggl

Dr. Holschbach
Dr. Julia Rehnitz
Dr. Kyra von Horn