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Zentrale Tel.: 06221-560

Gedächtnisambulanz

Die Gedächtnisambulanz des Universitätsklinikums

Etwa 500 Patienten und ihre Angehörigen suchen die Ambulanz im Jahr auf. Zunächst werden Beschwerden, Probleme und Auffälligkeiten gemeinsam besprochen, dann folgen umfassende neuropsychologische Untersuchungen, die Orientierung, sprachliche Fähigkeiten und das Denk- und Erinnerungsvermögen einschließen. Gleichzeitig werden andere Ursachen einer geistigen Leistungsbeeinträchtigung wie z. B. Durchblutungsstörungen des Gehirns, Stoffwechselstörungen oder eine Depression, die allerdings eine Alzheimer-Demenz auch begleiten kann, ausgeschlossen.

Unsere Patienten profitieren von langjähriger Erfahrung, interdisziplinärer medizinischer Kooperation und modernen Untersuchungsmethoden.

 

Wie gehen Sie vor, wenn Sie die Gedächtnissprechstunde aufsuchen möchten?

Zuerst sollten Sie Ihren Hausarzt konsultieren, der Sie an die Gedächtnisambulanz überweist. Sie können aber auch selbständig den Kontakt zu uns aufsuchen und einen Termin unter folgender Telefonnummer 06221/564446 vereinbaren (täglich von 8.00 - 12.00 Uhr).

Für die Sprechstunde werden ein Überweisungsschein des Hausarztes und die Krankenkassen-Chipkarte benötigt. Die Untersuchungen werden in der Regel im Rahmen mehrerer Termine ambulant durchgeführt. Hilfreich ist die Anwesenheit einer Bezugsperson.

 

Wer sollte in die Gedächtnisambulanz kommen?

Menschen, bei denen sich Gedächtnisprobleme und andere Störungen der geistigen Funktion bemerkbar machen. Wenn sie zum Beispiel immer wieder

  • Gesprächsinhalte und Termine vergessen
  • Personen oder Dinge nicht mehr erkennen oder benennen können
  • die Orientierung verlieren

Warum ist es wichtig, Gedächtnisprobleme frühzeitig abzuklären?

Für Gedächtnisprobleme, Probleme mit der Aufmerksamkeit und / oder der Orientierung können verschiedene Grunderkrankungen verantwortlich sein. Stress und Überarbeitung, aber auch psychische Erkrankungen wie Depressionen und körperliche Krankheiten können Ursache sein, die man erfolgreich behandeln kann.

 

Wie arbeitet die Gedächtnissprechstunde?

Wurde ein Termin in der Gedächtnissprechstunde vereinbart, bereiten Facharzte, Psychologen und Pflegekräfte ein Aufnahmeprogramm vor. Der erste Termin für den Patienten dauert bis zu einer Stunde. Die Krankengeschichte des Patienten (Anamnese) wird aufgenommen und eine psychiatrisch-neurologische und körperliche Untersuchung einschließlich orientierender neuropsychologischer Tests wird durchgeführt. Die Befunde werden vom Arzt ausgewertet und ein Plan für weitere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen erstellt. Dieser wird noch am selben Tag mit dem Patienten und seinen Angehörigen besprochen.

Ergeben sich Hinweise auf eine kognitive Beeinträchtigung, folgen weitere Untersuchungen, die individuell sehr verschieden sein können. In einer neuropsychologischen Untersuchung werden mögliche kognitive Auffälligkeiten objektiviert, so dass auch leichte kognitive Beeinträchtigungen erfasst werden können. Zudem wird ein kognitives Profil erstellt, das insbesondere Gedächtnisleistungen abbildet. Aus diesem Profil können wichtige Hinweise auf Differenzialdiagnosen abgeleitet werden. 

Zunehmend spielen auch molekularbiologische Tests und moderne bildgebende Verfahren eine Rolle. So wird, falls diagnostisch erforderlich, Nervenwasser (Liquor) auf verschiedene diagnostische Marker der Alzheimer-Demenz getestet. Denn die Ursache der Alzheimer-Erkrankung, die Ablagerung von überschussigem Eiweiß (Amyloid) zwischen den Gehirnzellen, hinterlasst ihre Spuren im Liquor. Gleichzeitig können Infektionskrankheiten des Zentralen Nervensystems wie z.B. eine Borreliose zuverlässig erkannt werden.

Eine weitere Säule der Alzheimer-Frühdiagnostik ist die Untersuchung mit der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT). Erste Veränderungen sind bei der Alzheimer-Krankheit auf einzelne Hirnregionen des Schläfenlappens (z.B. den sogenannten Hippocampus) beschrankt, die mit den Gedächtnisleistungen verbunden sind. Im weiteren Erkrankungsverlauf betreffen diese Veränderungen auch andere Hirnareale, die für höhere geistige Funktionen entscheidend sind. Zusätzlich lassen sich in der MRT-Diagnostik eventuell vorhandene Schädigungen des hirnversorgenden Gefäßsystems sowie tumoröse Prozesse ausschließen. Bei einigen Patienten empfehlen wir auch weitergehende Bildgebungsuntersuchungen, z.B. mittels Positronenemissionstomographie (PET).

Manchmal ist für die genannten Untersuchungen ein kurzer stationärer Aufenthalt in der Klinik notwendig.

Wir geben Ihnen im Abschlussgespräch Empfehlungen zur Behandlung und Ihr zuweisender Arzt erhält einen Brief von uns. Im Rahmen unsrer Psychiatrischen Institutsambulanz können wir bei entsprechender Indikation Gedächtnis-Trainingsprogramme, Ergotherapie und Bewegungstherapie anbieten. 

 

Schwerpunkte der Diagnostik:

  • Früherkennung von Demenzen
  • Differentialdiagnostik kognitiver Störungen
  • Ärztliches Gespräch und neurologisch-psychiatrische Untersuchung
  • Neuropsychologische Untersuchung
  • Laboruntersuchungen und Liquordiagnostik
  • Bildgebung (MRT, CT, EEG, evtl. und PET)

Schwerpunkte der Therapie:

  • Therapieempfehlungen
  • Medikamentöse Therapie
  • Beratung
  • Aufklärung und Information
  • Psychosoziale Beratung, auch der Angehörigen

Kontakt 

06221 56-4446

Frau Christine Kreft

Frau Judith Freund-Tils

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