Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Instabiler Ellenbogen

Nach Brüchen des Ellenbogengelenkes, die mit oder ohne Operation behandelt worden sind, aber auch nach leichterten Kapselverletzungen mit anschließender Ruhigstellung kann es zu erheblichen Bewegungseinschränkungen des Ellenbogens kommen. Wenn die Streckfähigkeit um mehr als 30° eingeschränkt und die Beugung weniger als bis zum rechten Winkel möglich ist, können viele Alltagstätigkeiten nur noch ungenügend ausgeübt werden.

Die Ursachen dafür liegen häufig in einer Verkürzung und Verdickung der Gelenkkapsel und der umgebenden Weichteilstrukturen. Auch Verformungen der Gelenkflächen, freie Gelenkkörper, die beim Bewegen einklemmen, und andere Knorpelschäden können ursächlich für die Ellenbogensteife sein. Nach schweren Verletzungen kommt es auch zu ausgedehnten Verknöcherungen der Gelenkkapsel, und zwar meistens auf der Beugeseite.

 

 

Die Untersuchung

Untersuchung beim Instabilen Ellenbogen
Auf Röntgenaufnahmen lässt sich feststellen, ob die Gelenkflächen in Fehlstellung verheilt sind oder ob freie Gelenkkörper oder Kapselverknöcherungen ursächlich für den instabilen Ellenbogen sind. Kernspintomographie oder Computertomographie werden in speziellen Fällen als weitere Informationsquelle hinzugezogen.

Bis zu sechs Monate nach der Verletzung lässt sich durch die physiotherapeutische Behandlung meist eine erhebliche Verbesserung der Beweglichkeit erreichen.

Eine Operation empfehlen wir erst bei stärkeren Bewegungseinschränkungen, die mit Behinderung bei Alltagstätigkeiten einhergehen, aber auch bei Schmerzen im Bewegungsablauf oder bei Einklemmungsphänomenen.

 

 

Operatives Therapieangebot bei Instabilem Ellenbogen

Sind die Einklemmungen durch freie Gelenkkörper, Gelenkverklebungen oder eine Kapselschrumpfung bedingt, kann das Bewegungsausmaß durch eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) meist erheblich verbessert werden. Freie Gelenkkörper können entfernt, Verwachsungen gelöst und die Gelenkkapsel im Sinne einer Arthrolyse aufgeschnitten werden. Bei hochgradiger Versteifung durch Fehlstellung der Gelenkflächen oder Kapselverknöcherungen muss die Arthrolyse offen ausgeführt werden.


Ergebnisse und Risiken

Für ein gutes Operationsergebnis ist eine konsequente intensive physiotherapeutische Betreuung nach der Operation erforderlich. Meistens lässt sich das durch die Operation erreichte Bewegungsausmaß dennoch nicht ganz erhalten. Da in unmittelbarer Nähe wichtige Nerven und Blutgefäße verlaufen, kann es in einzelnen Fällen zu stärkeren Blutungen oder und zu Nervenlähmungen kommen.

Die Komplikationsrate beträgt 1 bis 3 %. Das Risiko einer Gelenk- oder Weichteilentzündung beträgt in etwa 0,5 bis 1 %.

 

 

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