LESS-Technik

Laparo-Endoscopic-Single-Site-Surgery-(LESS-)Technik

In der Urologie haben laparoskopische Operationen innerhalb der letzten Jahre eine rasante Entwicklung genommen. Dabei hat die Laparoskopie viele früher offen und mit einem größeren Schnitt verbundene Operationsverfahren abgelöst.


So ist die laparoskopische Nephrektomie mittlerweile zum Standartverfahren geworden und hat als Erstlinientherapie Einzug genommen in die Empfehlungen der deutschen und europäischen Fachgesellschaften für Urologie. Eine konsequente Weiterentwicklung der Standard- oder konventionellen Laparoskopie, bei der noch drei bis vier Zugangswege (sog. Ports) benötigt werden, stellt die Laparo-Endoscopic-Single-Site-Surgery-(LESS-)Technik dar. Bei dieser Technik können mehrere Instrumente über nur einen Zugang (Schnitt) eingeführt werden. Abhängig von der Operation kann dieser Schnitt direkt im Bereich des Nabels oder im Bereich der Flanke liegen und ist nur 3-4 Zentimeter lang. Diese Inzision wird nicht nur für die Handinstrumente, sondern auch für die etwaige Bergung des Organs (z.B. Nephrektomie) genutzt. Dies ermöglicht nicht nur eine weitere Verbesserung des kosmetischen Ergebnisses, sondern führt auch zu einer Schmerzreduktion in der postoperativen Phase. Möglich wurde dieses Verfahren durch technische Weiterentwicklungen in der Instrumentenergonomie und der Portsysteme, die ein kollisionsfreies Arbeiten möglich machten. Die Grundprinzipien der Laparoskopie wie die CO2-Insufflation und die hochauflösende Visualisation des Operations-Situs bleiben erhalten. In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass die LESS-Technik gleich gute Resultate liefert wie die konventionelle Laparoskopie, aber die Invasivität und die Morbidität vieler Eingriffe weiter reduziert. Die Patientensicherheit ist und bleibt dabei stets oberstes Gebot. Hierbei gilt, dass mit jedem Patienten individuell besprochen werden muss, ob diese Technik bei ihm oder ihr anwendbar ist, da nicht alle Patienten aufgrund ihrer Erkrankung und ihrer Vorgesichte geeignete Kandidaten für dieses Verfahren darstellen können.