Lehre

     

    HEICUMED (Heidelberger Curriculum Medicinale)

    Auf der Grundlage der 8. Novelle der Approbationsordnung hat die Medizinische Fakultät Heidelberg seit 1997 eine umfassende Studienreform im klinischen Bereich diskutiert und erarbeitet. Nach dem Scheitern der Novellierung beschloss sie, die Studienreform auch unter der bestehenden Ausbildungsordnung voranzutreiben und zu etablieren.

    Mit der Studienreform strebte die Fakultät insbesondere folgende Ziele an:

    • Eine Verbesserung des Praxisbezugs sowie eine stärkere Vermittlung von sozialer und kommunikativer Kompetenz;
    • Motivationssteigerung und Stärkung der Eigeninitiative bei den Studierenden;
    • Berücksichtigung des wissenschaftsorientierten Profils der Fakultät durch explizite Ausweisung einer zusammenhängenden Forschungsperiode in der Grundausbildung;
    • Eine Verkürzung der Studienzeiten;
    • Eine Anpassung an internationale Standards und eine Erleichterung des studentischen Austauschs.

     

    Im Rahmen dieser Zielvorstellungen entwickelte die Fakultät in Zusammenarbeit mit Vertretern der Kliniken und Institute und in Kooperation mit der Harvard Medical School für das klinische Studium ein modulares themenzentriertes Kursrotationsprogramm HEICUMED“, das am 15.10.2001 gestartet wurde. HEICUMED basiert auf einem echten Studienjahr mit einer längeren Unterbrechung nur noch in der Sommerpause und mit einmaliger Zulassung im Oktober, wie es im europäischen Ausland üblich ist.

     

    HEICUMED sieht den Aufbau des klinischen Curriculums in 5 Themenblöcken von 13 bis 20 Wochen Dauer vor, die ihrerseits wieder in 4 bis 5 Kursmodelle von 2 bis 4 Wochen Dauer unterteilt sind. Die Studierenden rotieren in Gruppen von 25 bis 55 Teilnehmern durch die Module. Je Kursmodul werden zwischen 4 und 6 Stunden an betreutem anwesenheitspflichtigem Unterricht täglich angeboten. Die  Kursmodule müssen 5- bis 10mal jährlich angeboten werden, um eine durchgehende tutorielle Betreuung der Studierenden in kleinen Gruppen zu gewährleisten.

     

    Inhaltlich stellen die Kursmodule auf die Vermittlung des Wissens und der Fähigkeiten und Fertigkeiten ab, die für den Arzt für Allgemeinmedizin essentiell sind. Den Rahmen bilden tägliche Seminare/Vorlesungen über grundlegende Leitsymptome sowie Tutorien, in den fallbasiert und orientiert an den Leitthemen die Grundprinzipien der Diagnostik und Therapie erarbeitet werden. In alle klinischen Module integriert werden die Bereiche spezielle Pathologie, spezielle Pharmakologie, Genetik und Bildgebende Verfahren angeboten.

     

     

    Im Rahmen von HEICUMED ist die Einführung und Erprobung neuer Lehr- und Prüfungsformen erfolgt:

     

    • POL (Problem orientiertes Lernen)
    • Kommunikations- und Interaktionstraining an Standardpatienten
    • OSCE (objektive strukturierte Prüfung)
    • CBT (computer based training) und Einsatz neuer Medien

     

    Jedes Modul schließt mit mündlich-praktischen Prüfungen und ggf. schriftlichem Wissenstests ab. Die Studierenden sind somit einer fortlaufenden Leistungskontrolle unterworfen.

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