Wie sieht unser Unterricht aus?


Kennzeichen unseres Unterrichts sind:

  • Wir unterrichten innerhalb der medizinischen Vorgaben, dazu berücksichtigen wir den Patientenstatus unserer Schüler.
  • Wir arbeiten möglichst eng mit den Heimatschulen zusammen und lassen uns von ihnen die Unterrichtsinhalte übermitteln.
  • Wir haben relativ kurze Zeiträume zur unterrichtlichen Förderung, von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten oder auch jahrelang in regelmäßigen Abständen.
  • Wir konzentrieren uns auf ein ausgewähltes Fächerangebot.
  • Wir berücksichtigen individuelle Förderbedürfnisse.
  • Wir kooperieren eng mit außerschulischen Systemen.
  • Wir haben eine hohe Schülerfluktuation.
  • Wir unterrichten in Kleingruppen oder einzeln am Bett.


Der Unterricht findet nach Möglichkeit in Absprache mit der jeweiligen Heimatschule statt. Dazu fragen wir an der Heimatschule die aktuellen Unterrichtsinhalte und weitere wichtige Informationen ab. Unser Unterricht orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen und dem Gesundheitszustand der Schüler. Der Unterricht verläuft entsprechend den Klinikabläufen und den Absprachen im interdisziplinären Team. So kann es sein, dass ein Schüler während des Unterrichts zu einer Untersuchung abgerufen wird oder dass der Unterricht sich nach laufenden Therapiezeiten richtet. Dies verlangt von den Lehrkräften und den Schülern ein hohes Maß an Flexibilität.

 

Unser Unterrichtsangebot


Wir konzentrieren uns zunächst auf ein eingeschränktes Unterrichtsangebot.
Im Allgemeinen unterrichten wir Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Latein, Mathematik, Biologie, Erdkunde, Sachkunde, Geschichte, Gemeinschaftskunde und Bildende Kunst (nur in der KJP). Darüber hinaus unterrichten wir vor wichtigen Klausuren und Prüfungen aber auch Chemie, Ethik, Religion, Technik (bis RS), Physik, Sport (Theorie bis Abitur), Italienisch (bis Mittelstufe) und Musik (bis RS).

Der Stundenplan der Schülerinnen und Schüler richtet sich nach ihrem individuellen Gesundheitszustand und den medizinischen Erfordernissen. In der Somatik werden i.d.R. ein bis zwei Stunden täglich unterrichtet, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie werden etwa 22 Wochenstunden unterrichtet.

Der Unterricht muss dabei (insbesondere in der Somatik) nicht nach 45-Minuten-Einheiten gegliedert sein, sondern wird durch die verschiedenen Unterrichtsangebote und -arrangements gegliedert. Hierbei gehen die medizinischen Behandlungen immer vor, sodass der Unterricht in die zeitlichen Lücken des stationären Ablaufs gelegt werden muss.

Prüfungen und Klausuren


Lässt es der Gesundheitszustand der schulpflichtigen Patienten zu, schreiben unsere Schülerinnen und Schüler auch Klausuren in der Klinikschule. Entweder erstellen unsere Lehrkräfte die Klausuren oder die Stammschule übermittelt uns die Originalklausur der Stammklasse, die wir unkorrigiert zurücksenden. So wird gewährleistet, dass die Schülerpatientinnen und -patienten ein Zeugnis erhalten können.

Befindet sich eine Schülerin oder ein Schüler während einer wichtigen (Abschluss-) Prüfung im Klinikum, so können auch alle Prüfungen (z. T. auch aus anderen Bundesländern) bei uns in der Klinikschule abgelegt werden. Wir kooperieren dazu mit den zuständigen Regierungspräsidien und Schulämtern und erhalten die Unterlagen der originalen Prüfungen, die wir gemäß der gesetzlichen Prüfungsbedingungen schreiben lassen. Auch die mündlichen Prüfungen oder fachpraktischen Prüfungen oder Präsentationen können in Zusammenarbeit mit der Stammschule oder einer extern benannten Regelschule in der Klinikschule abgenommen werden.

Unsere Lehrkräfte


Unsere Opens internal link in current windowLehrkräfte der Klinikschule sind erfahrene Lehrinnen und Lehrer aus den umliegenden Regelschulen. Die Lehrkräfte werden dazu freiwillig mit (Teil-) Deputat an die Klinikschule abgeordnet, sodass viele unserer Lehrkräfte sowohl bei uns als auch an einer Regelschule unterrichten und die unterrichtlichen Anforderungen im Alltag sehr genau kennen. Wir haben derzeit etwa 35 Lehrkräfte, die aus allen Schularten (außer Berufsschule) kommen. Neben der Unterrichtsvorbereitung und -durchführung, die auch schulartfremd sein kann, stehen unsere Lehrkräfte als Bezugslehrerinnen und -lehrer den Schülerinnen und Schülern zur individuellen pädagogischen Beratung zur Seite. Aber auch die Beratung der Eltern und der Stammschulen gehört ebenso wie die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Klinikum zum Aufgabenfeld unserer Lehrkräfte.

Wir kooperieren eng


Durch die intensive Zusammenarbeit mit den Eltern, Therapeuten und weiteren Klinikmitarbeitern soll der Anschluss der Schülerinnen und Schüler an ihre Stammschule erhalten werden oder ein adäquater Wechsel der Schullaufbahn eingeleitet und ein geeigneter Lernort gefunden werden. Die Lehrerinnen und Lehrer reflektieren mehrfach wöchentlich in Teamgesprächen das Geschehen im Unterricht, wöchentlich finden Abteilungskonferenzen zum Austausch untereinander statt. Während des Klinikaufenthaltes halten wir, falls möglich und erwünscht, Kontakt mit den Erziehungsberechtigten. Dies fördert die gemeinsame Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler. In aller Regel nehmen wir Kontakt mit den Heimatschulen und den Fachlehrern auf. Von dort werden uns im Idealfall die aktuellen Unterrichtsinhalte, der Leistungsstand und weitere wichtige Informationen übermittelt, sodass nach Möglichkeit Anschluss an den Leistungsstand der Klasse gehalten werden kann. Je nach Bedarf werden in der Klinikschule Klassenarbeiten geschrieben und Notenvorschläge erteilt. Zum Abschluss erstellen wir einen Schulbericht für die Stammschule. Auf vielen Stationen finden regelmäßige Gespräche mit den Therapeuten und Ärzten statt. Hier werden die Beobachtungen im Unterricht der Klinikschule, die aktuelle Krankheitssituation und das Verhalten der Kinder und Jugendlichen auf der Station besprochen.

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