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Lese-Rechtschreib-Schwäche

(LRS)

Ärztliche Leitung: Fr. Dr. med. C. Hornberger

Psychologie: E. Hutter

Logopädie: A. Geschwinder, C. Guderjahn

 

Bei Störungen des Laut- und Schriftspracherwerbs werden eine beeinträchtigte auditive Wahrnehmung und Sprachverarbeitung diskutiert. Auch wenn sich „hörbare“ Symptome einer Sprachentwicklungsstörung wie Artikulations- oder Grammatikfehler bessern, können Schwächen in der auditiven Wahrnehmung und Sprachverarbeitung bestehen bleiben und zu Problemen beim Schriftspracherwerb führen.

 

Entstehungsfaktoren

Sowohl genetische Faktoren als auch Umwelteinflüsse spielen bei der Entstehung von Störungen des Schriftspracherwerbs eine Rolle. Neurobiologische Modelle beschreiben Interaktionen zwischen höheren kognitiven Funktionen, dem orthographischen Wissenserwerb, der Sprachwahrnehmung und Einflüssen aus dem Umfeld des Kindes. Als relevante, auch für das therapeutische Vorgehen entscheidende Faktoren für die Entstehung der Teilleistungsstörung fallen Begriffe wie die phonologische Bewusstheit, das auditive Arbeitsgedächtnis und die Phonemdiskrimination– also verschiedene Bereiche der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung von Sprache.

 

Diagnostik

Die Diagnostik findet im interdisziplinären Team statt:

·         Überprüfung des peripheren Hörvermögens

·         Überprüfung der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung

·         Rechtschreib- und Lesetests

·         Erfassung der nonverbalen kognitiven Fähigkeiten

·         Psychologische Fragebogendiagnostik

 

Therapie

Wenn eine Lese- und Rechtschreibstörung diagnostiziert wurde, sollte eine adäquate Behandlung eingeleitet werden. Häufig kann in den ersten Jahren der Schriftsprachentwicklung logopädische Therapie sinnvoll sein, insbesondere bei Schwächen in der Phonemdiskrimination und in der phonologischen Bewusstheit. Im späteren Verlauf kann eine lerntherapeutische Behandlung mit Fokus auf übergeordnete, regelhafte Vorgehensweisen und metasprachliche Kognitionen erfolgen. Bei zusätzlichen Störungen bringt eine psychotherapeutische Behandlung Hilfe. Die Therapieempfehlung wird individuell auf Grundlage der interdisziplinären Untersuchungsergebnisse erstellt.

 

Literatur

Brunner, M., Bäumer, C., Rosenauer, K., Scheller, H., Plinkert, P. (2010). Die Bedeutung der Phonemdiskrimination für eine Lese- Rechtschreibstörung in den Klassenstufen eins bis sechs. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie, 38, 439-447.

Möhring, L., Schöler, H., Brunner, M., Pröschel, U. (2003). Zur Diagnostik struktureller Defizite bei Lese- Rechtschreibstörungen in der klinischen Arbeit: Beziehungen zwischen verschiedenen Leistungsindikatoren. Laryngo-Rhino-Otol, 82, 83-91.

Ptok, M., Berendes, K., Gottal, S., Grabherr, B., Schneeberg, J., Wittler, M. (2007). Lese- Rechtschreibstörung. Die Bedeutung der phonologischen Informationsverarbeitung für den Schriftspracherwerb. HNO, 55, 737-747.

 

Schulte-Körne, G. (2004). Ratgeber Legasthenie. München: Knaur Ratgeber Verlag.

 

Yalçinkaya, F., Muluk, N.B., Sahin, S. (2009). Effects of listening ability on speaking, writing and reading skills of children who were suspected of auditory processing difficulty. In J Pediatr Otorhinlaryngol, 73, 1137-1142.

 

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