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DiaSurg-2-Studie

Am Mittwoch, 5. Dezember, stellt das Universitätsklinikum Heidelberg eine deutschlandweit erstmalig durchgeführte kontrollierte Studie vor: Einer Gruppe nur mäßig übergewichtiger Diabetiker wird ein Magenbypass gelegt, wodurch der Blutzuckerspiegel und die Stoffwechselsituation normalisiert und Spätschäden des Diabetes verhindert werden können. Diese Studie wird von der Manfred-Lautenschläger-Stiftung unterstützt.
Die Unterlagen für die Pressekonferenz finden sich auf dieser Seite.


Redner

Dr. Manfred Lautenschläger

Prof. Dr. Markus Büchler

Prof. Dr. Peter Nawroth

PD Dr. Beat Müller

Opens external link in new windowDr. h.c. Manfred Lautenschläger
Vorsitzender der Manfred-Lautenschläger-Stiftung

Opens external link in new windowProfessor Dr. Markus W. Büchler
Geschäftsführender Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg

Opens external link in new windowProfessor Dr. Peter Nawroth
Ärztlicher Direktor der Abteilung für Endokrinologie und Klinische Chemie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg

Opens external link in new windowPrivatdozent Dr. Beat Müller
Leiter der Sektion Minimal-Invasive Chirurgie der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg

 

 

Moderation:
Opens external link in new windowDr. Annette Tuffs, Leiterin der Unternehmenskommunikation


Magenoperation gegen Diabetes

Manfred Lautenschläger-Stiftung unterstützt die deutschlandweit erste kontrollierte Studie bei nur mäßig übergewichtigen Diabetikern an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg mit 1,5 Millionen Euro

Kann eine Operation an Magen und Dünndarm die Zuckerkrankheit heilen? Eine Studie mit 400 nur mäßig übergewichtigen Diabetikern unter Federführung der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg untersucht, ob ein „Magenbypass“, bei dem der größte Teil des Magens ausgeschaltet wird, den Blutzuckerspiegel und die Stoffwechselsituation normalisieren und dadurch Spätschäden des Diabetes verhindern kann. Die „DiaSurg-2-Studie“ ist die deutschlandweit erste kontrollierte Studie zu dieser Fragestellung und wird von der Manfred Lautenschläger-Stiftung mit insgesamt 1,5 Millionen Euro unterstützt. Sie wurde auf einer Pressekonferenz am 5. Dezember 2012 in Heidelberg vorgestellt.

Die Studie baut auf den positiven Ergebnissen früherer Untersuchungen auf: Bei übergewichtigen Patienten führt ein Magenbypass nicht nur zur Gewichtsreduktion, sondern meist auch zur Heilung oder Besserung des Diabetes, so dass kein Insulin mehr gespritzt werden muss. Eine Heidelberger Pilotstudie, die DiaSurg-1-Studie, an der 20 nur mäßig übergewichtige Diabetiker teilgenommen hatten, hat ebenfalls erfolgversprechende Ergebnisse erzielt. Internationale Studien haben zudem gezeigt, dass der Blutzucker bei Diabetikern durch die Operation normalisiert werden kann. Allerdings ist der Untersuchungszeitraum dieser Studien bislang auf Monate bis wenige Jahre nach der Operation beschränkt.

 

Wissenschaftliche Untersuchung vor Einführung in die klinische Praxis

 

„Ich bin mir sicher, dass die Ergebnisse der DIASurg-2-Studie Durchschlagskraft haben werden und Diabetikern auf der ganzen Welt ein besseres Leben ermöglichen“, sagte Dr. Manfred Lautenschläger, Gründer des Finanz- und Vermögensberaters MLP. „Die Manfred Lautenschläger-Stiftung unterstützt deshalb das Forschungsprojekt mit 1,5 Millionen Euro.“

 

„Erste klinische Studien zeigen positive Ergebnisse, aber bevor die Operation in die klinische Routine eingeführt wird, müssen wir wissenschaftliche Gewissheit haben, dass sie den Diabetikern langfristig tatsächlich nützt und keine Langzeitschäden auftreten“, erklärte der Geschäftsführende Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg, Professor Dr. Markus W. Büchler. „Deshalb sind wir Herrn Lautenschläger und seiner Stiftung sehr dankbar, dass wir diese große Langzeit-Studie durchführen können, die aussagekräftige Resultate liefern wird.“ Die Studie wird von der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg in Kooperation mit fünf weiteren chirurgischen Kliniken durchgeführt (Frankfurt, München, Berlin, Dresden, Karlsruhe, Memmingen, Kiel, Düsseldorf).


Wirkmechanismus der Operation noch unbekannt

 

In Deutschland leiden fast acht Millionen an einem Typ-2-Diabetes; zwei Millionen werden mit Insulin behandelt. Nach Schätzungen liegen die Behandlungskosten pro Patienten bei ca. 6.000 Euro im Jahr. Vielen Patienten drohen langfristig schwere Gefäßschäden, u.a. an Nieren, Augen und Herz. „Die Zahl der Diabetiker steigt nach wie vor“, sagte Professor Dr. Peter Nawroth, Ärztlicher Direktor der Abteilung Endokrinologie und Klinische Chemie am Universitätsklinikum Heidelberg. „Trotz optimaler medikamentöser Therapie, können wir Langzeitschäden oft leider nicht verhindern.“

 

Warum die Bypass-Operation wirkt, ist derzeit noch nicht bekannt. Es wird vermutet, dass die verkürzte Magenpassage zu einer veränderten Ausschüttung von Hormonen im Magen und Dünndarm führt. Bei der DiaSurg-2-Studie soll der Wirkmechanismus untersucht werden. Alle 400 Patienten werden zunächst von internistischen Diabetes-Experten untersucht und nach den modernsten Richtlinien behandelt, bevor sie einer der beiden Studiengruppen – mit oder ohne Operation – zugeordnet werden.


Magenbypass-Operation mit minimal-invasiver Schlüssellochtechnik

 

Mit häufigen Komplikationen durch die Operation, die minimal-invasiv, d.h. mit sogenannter Schlüssellochtechnik ohne großen Bauchschnitt durch Einführen feiner OP-Instrumente durch die Bauchdecke durchgeführt wird, ist voraussichtlich nicht zu rechnen. „Die Komplikationsrate der Magenbypass-Operation liegt bei übergewichtigen Patienten, die ein höheres Risiko als die weniger übergewichtigen Diabetiker haben, bei ca. 10 Prozent“, erklärte Privatdozent Dr. Beat Müller, Leiter der Sektion Minimal-Invasive Chirurgie, der für die Studienleitung verantwortlich zeichnet. Die schonende Technik sorgt zudem dafür, dass die Patienten schon bald nach der Operation wieder fit sind.

Die Manfred Lautenschläger-Stiftung

2002 rief der Gründer der unabhängigen Finanz- und Vermögensberatung MLP, Dr. h. c. Manfred Lautenschläger, die gemeinnützige Manfred Lautenschläger-Stiftung ins Leben. Ihr Ziel ist es, durch Wissenschaft und Innovation das Leben der Menschen in unserer Gesellschaft zu verbessern. Im Fokus stehen Bildung, Völkerverständigung sowie die Gesundheits- und Forschungsförderung. Sein besonderes Augenmerk gilt Kindern und jungen Erwachsenen, vor allem in ihrer gesundheitlichen und geistigen Entwicklung.
Weitere Informationen auf Opens external link in new windowwww.ml-stiftung.de


Daten-Fakten DiaSurg-2-Studie

  • 400 Patienten mit Insulin-abhängigem Diabetes mellitus Typ 2 und einem BMI von 26-35 kg/m2 (Body-Mass-Index BMI, Körpergewicht in kg/Körpergröße in m²)
  • Laufzeit: 10 Jahre
  • 50% der Patienten werden nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Diabetes durch medikamentöse Therapie behandelt
  • 50% der Patienten erhalten eine Magen-Bypass-Operation

Einschlusskriterien für Teilnahme

  • Insulinabhängiger Diabetes mellitus Typ 2 mit Insulintherapie über mindestens drei Monate
  • Endokrinologische Untersuchung in einem der Studienzentren durch einen Diabetologen mit positiver Beurteilung der Studienteilnahme
  • Alter: 18 bis 65 Jahre
  • BMI (Body-Mass-Index): 26 - 35 kg/m<sup>2</sup>
  • Glukagon stimuliertes C-Peptid größer oder gleich 1,5 ng/ml (wird bei der Untersuchung als Laborparameter bestimmt)
  • HbA1c ≥ 7 % (wird bei der Untersuchung als Laborparameter bestimmt)
  • Nachweis mindestens einer mikrovaskulären Manifestation des Diabetes (Nierenfunktionsstörung, Augenbeteiligung, Nervenbeteiligung)

Ausschlusskriterien für Teilnahme

  • Diabetes mellitus Typ 1 oder autoimmune Formen des Diabetes mellitus
  • Diabetes mellitus Typ 2, der diätetisch, mit oraler Medikation oder Nichtinsulinpräparaten behandelt wird
  • Diabetes mellitus Typ 2 mit Start der Insulintherapie innerhalb eines Jahres nach Erstdiagnose
  • Schwere Herzinsuffizienz NYHA III–IV
  • Instabile Herzleiden
  • Chronische Lungenleiden
  • Therapie mit Kortison oder immununterdrückenden Medikamenten
  • Suchterkrankungen
  • Nebenschilddrüsenerkrankungen
  • Stark eingeschränkte Nierenfunktion (GFR < 45 ml/min; wird als Laborparameter bestimmt)
  • Leberzirrhose
  • Schwangerschaft (negatives Testergebnis notwendig)
  • Krebserkrankung innerhalb der letzten 5 Jahre
  • Große Bauch-Voroperationen
  • Erwartete mangelnde Mitwirkungsbereitschaft in der Studie
  • Mangelnde Mitwirkungsfähigkeit oder Aufklärungsfähigkeit in Bezug auf die Studie
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Anmeldung

Anmeldungen für die  DiaSurg-2-Studie nimmt das Sekretariat von Privatdozent Dr. Beat Müller entgegen. Dort kann man sich auch über die Studie informieren.

Sekretariat

Telefon 06221/56-4828
und 06221/56-8641
Montag bis Freitag
9 bis 16 Uhr
Opens window for sending email Minimal-Invasive.Chirurgie@med.uni-heidelberg.de

Zukunft Chirurgie

Artikel über DiaSurg-2 in der aktuellen Ausgabe, Seite 4. (PDF)

Kontakt

Kontakt für Journalisten
Privatdozent Dr. Beat Müller
Leiter der Sektion Minimal-Invasive Chirurgie
Studienleitung DiaSurg-2-Studie
Telefon 06221/56-8641
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Fragen der Medien

Dr. Annette Tuffs
Leiterin Unternehmens-
kommunikation
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel. 06221/56-4536
annette.tuffs@med.uni-heidelberg.de