zurück zur Startseite
Zentrale Tel.: 06221-560
Institut für Psychosoziale Prävention
ZPM

Mentalisierungskompetenz in den Frühen Hilfen

Sie sind als Fachkraft (z.B. Familienhebamme, Familien-GesundheitsKinderkrankenpfleger/in, Koordinierende/r, Sozialarbeiter/in) oder als Freiwillige/r (z.B. in einem (Familien-) Patenschaftsprojekt) in den Frühen Hilfen tätig? Dann könnte dieses Projekt genau das Richtige für Sie sein!

 

Unser Projekt beinhaltet das Training in Mentalisierungskompetenz und die wissenschaftliche Untersuchung zu dessen Wirksamkeit. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie zugleich einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung bedarfsorientierter und qualitativ hochwertiger Fortbildungskonzepte.

  

Was ist Mentalisieren?

 

Mentalisieren gilt aktuell als Kernkompetenz, die erfolgreichen Beratungs- und Therapiesituationen zugrunde liegt. Mentalisieren beschreibt dabei die Fähigkeit, sich in sich selbst und andere neugierig und mitfühlend hineinzuversetzen. Wir alle besitzen diese Fähigkeit; wir verlieren sie jedoch temporär, insbesondere in stressigen Situationen. Das Aufrechterhalten und schnelle Wiedergewinnen von Mentalisieren kann trainiert werden. Dadurch wird gegenseitiges Verständnis auch in schwierigen Situationen erleichtert und der Kontakt mit anderen wird als ergiebiger und fruchtbarer erlebt.

 

Folgendes kleines Beispiel soll das Potential der mentalisierenden Haltung in den Frühen Hilfen demonstrieren:

 

Angenommen Sie stehen das zweite Mal vor verschlossener Tür einer jugendlichen Mutter. Ihnen ist durch die Erzählung der Mutter im Erstgespräch bekannt, dass die junge Frau erhebliche Schwierigkeiten empfindet sich in ihrer Rolle als Mutter zurechtzufinden. Als Sie sie endlich telefonisch erreichen, erzählt sie Ihnen, sie sei mit ihren Freundinnen unterwegs gewesen und brauche Ihre Unterstützung nicht mehr. Eine mentalisierende Haltung einzunehmen bedeutet in dem Fall, sich den eigenen emotionalen Reaktionen wie z.B. Hilflosigkeitsgefühlen und Ärger gegenüber der Mutter bewusst zu werden und sich empathisch in die Mutter hinzuversetzen. Vor dem Hintergrund dieser Haltung wird es Ihnen möglich, so auf die Mutter zu reagieren, dass die Beziehung zwischen Ihnen dennoch erhalten bleibt und sogar gefördert wird. Eine Möglichkeit ist, Sie bestärken das wahrgenommene Bedürfnis nach Eigenständigkeit der Mutter („Ich verstehe, dass Ihnen die Termine aktuell zu viel sind und Sie lieber alleine mit Ihrem Leben zurechtkommen möchten.“) und machen ein behutsames Beziehungsangebot („Ich habe mich gefragt, wie es Ihnen aktuell mit Ihrem Baby geht?“). Für die Mutter wird es leichter sein, sich auf Sie einzulassen und der Kontakt zur Familie bleibt bestehen.

 

Mentalisierungskompetenztraining

 

Das Training wird Sie basierend auf der Mentalisierungstheorie im Umgang mit schwierigen Beziehungssituationen in Ihrer Tätigkeit unterstützen. Sie fühlen sich kompetenter und wohler in der Kontaktgestaltung mit den Familien. Bei Eltern kann die positive Beziehungserfahrung mit Ihnen dazu führen, dass sie Ihre Hilfeleistungen besser annehmen können und die Anbindung an passende (psycho-)soziale oder finanzielle Unterstützungsangebote besser gelingt. Weiterhin wirkt sich die positive Beziehungserfahrung indirekt auf die Beziehung zwischen Eltern und Kind aus und kann die Kindesentwicklung langfristig positiv beeinflussen.

 

Bisherige Erfahrungen mit dem Training weisen auf dessen Wirksamkeit hin: Teilnehmende schätzen die Trainingsinhalte als hoch relevant ein und berichten, wichtige Impulse für Ihre Praxis mitgenommen zu haben.

 

Die Trainingsteilnahme ist kostenfrei. Auch etwaige Anfahrtskosten werden Ihnen analog dem Bundesreisekostengesetz erstattet.

 

Das Training findet an drei verschiedenen Standorten statt:

 

       25.01.19             Heidelberg

•       08.02.19             Köln

•       22.02.19             Berlin

 

Studie

 

In der begleitenden Studie untersuchen wir, inwiefern die eingesetzten Methoden zur Stärkung von Mentalisierungskompetenz wirksam sind und wie zufrieden Sie mit den Methoden sind.

 

Die begleitende Studie ist folgendermaßen aufgebaut:

 

 

Die Erhebungen werden online-basiert durchgeführt. Für die Bearbeitung müssen Sie über ein internetfähiges Gerät (Laptop, Tablet, Smartphone, PC) verfügen. Bei manchen Antworten auf unsere Fragen werden wir Sie bitten, diese auf unseren Studien-Anrufbeantworter zu sprechen.

 

Die Erhebungen sind datiert auf jeweilige Stichtage, abhängig vom Datum des Trainings. Vor jeder Erhebung werden Sie eine E-Mail erhalten, die Sie über die Erhebung informiert und einen Link beinhaltet. Sie haben für die Bearbeitung der Erhebung dann einen Tag rund um den Stichtag Zeit. Für die Bearbeitung der Erhebungen müssen Sie je ungefähr 1,5 Stunden einplanen. Insgesamt beläuft sich der Zeitaufwand für die begleitende Erhebung demnach auf ca. 6 Stunden.

 

Hier ein Beispiel:

 

Sie nehmen am Training in Heidelberg (25.01.19) teil. Die 1. Erhebung findet folglich rund um den Stichtag 11.01.19 statt und umfasst einen Arbeitsaufwand von ca. 1,5 Stunden. Danach haben Sie bis zum 2. Erhebungszeitpunkt Zeit, die Broschüre zu lesen. Für das Lesen der Broschüre benötigen Sie ca. 2 Stunden. Die 2. Erhebung findet rund um den Stichtag 23.01.19 statt und umfasst einen Arbeitsaufwand von ca. 1,5 Stunden. Die 3. Erhebung findet eine Woche nach dem Training (25.01.19) und rund um den Stichtag 01.02.19 statt. Sie umfasst ebenfalls einen Arbeitsaufwand von ca. 1, 5 Stunden. Die 4. Erhebung findet rund um den Stichtag 22.02.19 statt und schließt die Studie ab.

 

Und so geht‘s zur Teilnahme

 

Wenn Sie Interesse an dem Projekt haben, melden Sie sich per E-Mail bei uns unverbindlich unter mentalisieren.kompetenz@med.uni-heidelberg.de an.

Nennen Sie uns den für Sie passenden Trainingsort und Ihre telefonischen Kontaktdaten. Wir melden uns bei Ihnen telefonisch und klären Sie ausführlich über die begleitende Studie auf.

 

Projektträger

 

Das Projekt ist finanziell gefördert durch das Nationale Zentrum Frühe Hilfen. Das Institut für Psychosoziale Prävention des Universitätsklinikums Heidelberg entwickelt das Trainingskonzept und die Materialien und ist für die Durchführung des Projektes zuständig. 

Das Projekt wurde im Auftrag des Nationalen Zentrums
Frühe Hilfen (NZFH) mit Mitteln des Bundesministeriums
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) durch-
geführt. Das NZFH wird getragen von der Bundeszentrale
für gesundheitlicheAufklärung (BZgA) in Kooperation mit
dem Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI).
Print Diese Seite per E-Mail weiterempfehlen