Translationale Molekulare Uroonkologie

Individualisierte Tumortherapie

 

Die moderne Molekularbiologie und Genomik erlauben ein immer besseres Verständnis von bösartigen Tumoren. So kann beispielsweise die Aggressivität von Urologischen Krebserkrankungen zunehmend genau beurteilt werden. Eine entsprechend individuell geplante Behandlung soll so wenig belastend und gleichzeitig so wirksam wie möglich sein. Auch im einzelnen Patienten kann eine komplexe Tumortherapie ggf. während ihrem Verlauf wiederholt auf ihre Effektivität geprüft werden.

Diese sog. Präzisions-Onkologie wird in Heidelberg durch die Zusammenarbeit von Urologie, Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Nationalem Zentrum für Tumorerkrankungen (NCT) ermöglicht. Koordiniert und verantwortet wird diese Zusammenarbeit von Prof. Stefan Duensing, dem Leiter der Sektion Molekulare Uroonkologie.

Prof. Duensing ist 1967 in Nienburg/Weser geboren und studierte nach dem Abitur 1986 in Marburg, Hannover und am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York Medizin. Nach Staatsexamen und Promotion 1994 folgten mehrere Jahre klinische Tätigkeit in der Hämatologie/Onkologie sowie am Pathologischen Institut der Medizinischen Hochschule Hannover. Von 1999-2003 bearbeitete Prof. Duensing als Stipendiat der DFG an der Harvard Medical School in Boston grundlagenwissenschaftliche Fragestellungen der Tumorentstehung. In den Jahren 2003-2011 war Prof. Duensing zunächst als Assistant Professor und dann Associate Professor für Mikrobiologie und Molekulargenetik an der Universität Pittsburgh tätig. Prof. Duensing erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen für seine Arbeiten einschliesslich eines Scholar-in-Training Awards der American Association for Cancer Research und des Special Innovation Awards der PNC Foundation.

Prof. Duensing hat über 120 Originalarbeiten und Übersichtsarbeiten in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht und ist als Fachgutachter für deutsche Wissenschaftsinstitutionen, das amerikanische NIH, große internationale Stiftungen und renommierte Fachzeitschriften aktiv. Wichtige Veröffentlichungen beschäftigen sich mit Fragen zur genomischen Instabilität maligner Tumoren sowie neuen Ansätzen zur Tumortherapie und -prävention. Seit Februar 2011 leitet er die onkologische Forschungsgruppe an der Urologischen Universitätklinik Heidelberg mit der Zielsetzung, grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse für die Entwicklung neuer therapeutischer Konzepte urologischer Tumore zu nutzen. Dabei stehen neben genomischen Analysen, der Entwicklung und Validierung neuer Biomarker insbesondere auch die Etablierung neuer präklinischer Modellsysteme im Mittelpunkt.

Prof. Dr. med. Stefan Duensing

Leiter der Sektion Molekulare Uroonkologie
der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg