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Allgemeine Psychiatrie
Zentrum für Psychosoziale Medizin


Namensgebung

 

Die Station ist benannt nach Prof. Dr. Walter Ritter von Baeyer.

 

Walter von Baeyer wurde 1904 in München geboren. Nach Abitur und Medizinstudium verbrachte W. von Baeyer erstmals vier Assistentenjahre an der Heidelberger Klinik (1929–1933) bei seinem Lehrer Karl Wilmanns. Als sein Lehrer Wilmanns 1933 von den Nationalsozialisten inhaftiert wurde, verließ von Baeyer, wie viele seiner Kollegen, die Klinik und versuchte als von den nationalsozialistischen Rassegesetzen Betroffener das Dritte Reich als Sanitätsoffizier zu überleben. Nur wenige Wochen nach Kriegsende wurde er zum Chefarzt der Psychiatrischen und Nervenklinik der Stadt Nürnberg ernannt, wo er 10 Jahre tätig war.

 

Zu Beginn des Wintersemesters 1955/56 kam Prof. Dr. W. von Baeyer als Lehrstuhlinhaber und Direktor der Psychiatrischen und Neurologischen Universitätsklinik nach Heidelberg zurück. Bis 1972 übte er dieses Amt aus. Mit W. von Baeyer bekam die Forschung an der Heidelberger Klinik eine anthropologische Ausrichtung. Wichtige Impulse einer sozialpsychiatrischen Erneuerung sind mit dem Namen W. von Baeyers verbunden. W. von Baeyer beschäftigte sich insbesondere mit der Psychiatrie der unter dem Nazi-Regime verfolgten. Er begutachtete eine große Anzahl jüdischer Patienten, die die Konzentrationslager überlebt hatten und später psychiatrische Symptome entwickelten. 1966 wurde W. von Baeyer für 5 Jahre zum Vizepräsident der Weltvereinigung der Psychiatrie gewählt.
Walter Ritter von Baeyer starb 1987 in Heidelberg.

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