Blasenschwäche/Dranginkontinenz und überaktive Blase/Therapie

Botulinumtoxin-Therapie

Das Botulinumtoxin ist ein potentes Nervengift, dessen Wirkung auf die Nervenleitung und Muskelfunktion erstmals 1817 beschrieben wurde. Über die letzten Jahre, fand das Nervengift in niedrigster Dosierung immer mehr Anwendung in verschiedenen Bereichen der Medizin. So wird das Botulinumtoxin (Handelsnamen in Deutschland: Botox®, NeuroBloc®) seit einigen Jahren auch erfolgreich in der Urologie eingesetzt, u.a. zur Behandlung von Drangsymptomatik, Dranginkontinenz, der überaktiven Blase und nervenbedingten (neurogenen) Blasenentleerungsstörungen, z.B. bei Rückenmarkschädigung.  Mehr lesen ...

 

 

Neurourologie

Nervale Fehlsteuerung von Blase und Schließmuskel

Schäden des zentralen Nervensystems (z.B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, Querschnittslähmung) oder des peripheren Nervensystems (z.B. Polyneuropathie, Diabetes mellitus) können zu einer fehlerhaften Funktion von Blase und Schließmuskel führen. Die notwendige Diagnostik wird durch die Natur der zugrundeliegenden Läsion bestimmt. Insbesondere bei der sogenannten spastischen Blase muß auch die Funktion von Niere und Harnleiter abgeklärt werden. Moderne an der Urologischen Uniklinik Heidelberg angewendete Therapieverfahren schließen die Einspritzung von Botox in den Blasenmuskel und die Implantation von sogenannten Blasenschrittmachern ein. Mehr lesen ...

 

 

Inkontinenz

Überaktivität der Blase bei Querschnittslähmung

Patienten mit einer Querschnittlähmung leiden neben der motorischen Paraplegie oftmals an einer neurogenen Blasenfunktionsstörung. Liegt die Läsion oberhalb des sakralen Miktionszentrums (S2-S4) kommt es in der Regel zu der Ausbildung einer spastischen Blase. Die Folge ist eine reflexartige Inkontinenz, welche durch dir Injektion von Botulinumtoxin gehemmt werden kann. mehr...


Diagnostik

Blasendruckmessung (Video-Urodynamik)

Grundlage der kompetenten Behandlung einer Blasenschwäche (Harninkontinenz) oder einer neurogenen Blase ist die exakte Diagnose der Fehlfunktion von Blase und/oder Schließmuskel. Mit der Video-Urodynamik können Speicher- und Entleerungsstörungen des unteren Harntrakts differenziert beurteilt werden. In Kombination mit einer digitalen Röntgenanlage wird die evt. notwendige Strahlenbelastung auf ein Minimum reduziert, ein besonders für die Kinderurologie wichtiger Punkt.