zurück zur Startseite
Zentrale Tel.: 06221-560
Allgemein-, Viszeral- & Transplantationschirurgie

Nierentransplantation

Anatomie der Niere

Die Nieren sind paarig angelegte Organe, die rechts und links der Wirbelsäule gut geschützt hinter dem Bauchraum im sogenannten Retroperitoneum liegen. Sie befinden sich etwa in Höhe der beiden letzten Rippen. Die rechte Niere ist aufgrund der ebenfalls auf der rechten Seite liegenden Leber im Vergleich zur linken Niere etwa 3 bis 4 Zentimeter tiefer positioniert. Eine Niere wiegt etwa 150 bis 250 Gramm und ist zirka 12 Zentimeter lang und 5 Zentimeter breit.

 

Um ihre Ausscheidungs- und Entgiftungsfunktion erfüllen zu können, müssen die Nieren gut durchblutet werden. Über die sogenannte Nierenarterie erhält die Niere arterielles Blut aus der Aorta, der Abfluss des venösen Blutes erfolgt über die Nierenvene. In der Regel werden die Nieren jeweils über eine Arterie und eine Vene versorgt. Anatomische Norm-Varianten mit mehreren Arterien oder Venen sind häufig. Der Urin fließt über das Nierenbecken und den Harnleiter in die Blase.

 

Betrachtet man das Innere einer Niere,  so lassen sich bereits mit bloßem Auge verschiedene anatomische Strukturen erkennen. Die äußere Schicht der Niere nennt man Nierenrinde (Kortex). In ihr findet man die Nierenkörperchen (Glomerula) und Nierenkanälchen (Tubuli). In den Glomerula wird das Blut filtriert und es entsteht der sogenannte Primärharn. In den inneren Schichten, dem sogenannten Nierenmark (Medulla), liegen in den Nierenpyramiden die Sammelrohre, die über die Nierenkelche in das Nierenbecken münden. In den Nierenkanälchen und den Sammelrohren findet vor allem ein Elektrolyt- und Wasseraustausch statt. Von zirka 180 Litern filtriertem Primärharn gelangen pro Tag lediglich 2 bis 3 Liter Urin in die Harnblase.

 

Welche Funktion hat die Niere?

Die Hauptaufgaben der Nieren liegen im Reinigen und Filtern des Blutes. Sie sind sozusagen das „Klärwerk“ des menschlichen Körpers. Trotz ihrer geringen Größe leisten beide Nieren täglich Schwerstarbeit. Innerhalb von 24 Stunden fließen zirka 1.500 Liter Blut durch die Nieren und werden über ein Filtersystem gereinigt. Die kontinuierlich im Körper durch den Stoffwechsel anfallenden "giftigen" Schlackenstoffe werden herausgefiltert und über den Urin ausgeschieden. Für den Körper wichtige Substanzen wie Eiweiß und Mineralien werden hingegen von den Nieren geschont und dem Blutkreislauf direkt wieder zugeführt.

Darüber hinaus müssen die Nieren den Salz- und Wasserhaushalt des Körpers, den Blutdruck, die Produktion verschiedener Hormone (wie beispielsweise Erythropoetin zur Bildung roter Blutkörperchen) und auch den pH-Wert des Blutes regulieren.