zurück zur Startseite
Zentrale Tel.: 06221-560

Nierentumore

Behandlung durch Vereisung

Behandlung durch Vereisung

Durch die Verbreitung moderner Diagnoseverfahren wie der Ultraschalluntersuchung, der Computertomographie und dem MRT (Kernspintomographie) werden heutzutage Nierentumore bereits in frühen Stadien entdeckt. Vielen Patienten kann daher eine nierenerhaltende Therapie angeboten werden. Eines der schonendsten und minimalinvasivsten Verfahren zur Therapie bösartiger Nierentumore ist die Kryotherapie (Vereisungsbehandlung. Kandidaten für dieses Verfahren sind Patienten mit einer Tumorgröße unter 4 cm. Vor allem für Patienten mit anderen Begleiterkrankungen, die ansonsten ein erhöhtes Operationsrisiko (Nierenteilresektion) darstellen, hat die Urologische Universitätsklinik Heidelberg damit eine gute und validierte Therapie etabliert.

 

Wie wirkt die Kryotherapie (Vereisung)?

Der Zelltod erfolgt durch schnelles Gefrieren des Tumorareals in einem Temperaturbereich von -50 bis – 75 °C gefolgt von einem Zyklus schnellen Auftauens dieses Areals. Die zweimalige Wiederholung dieses Zyklus führt zur Bildung von Eiskristallen, die ein Zerreißen der Zellmembran mit sich bringt. Zudem kommt es zu starken Flüßigkeitsschwankungen in der Zelle und ihrer Umgebung. Erreicht wird dieser Effekt durch gezielte Platzierung von speziellen Kühlsonden (Galil-Medical) mit einem Durchmesser von ca. 1,5 mm. Ein geschlossenes System innerhalb jeder Sonde ermöglicht über ein Argon/ Helium Gasgemisch den sehr schnellen Wechsel von Gefrier- und Auftauphasen. Der Patient selbst kommt mit dem Gasgemisch innerhalb der Sonde nicht in Kontakt.

 

Operationsablauf

Mit Hilfe moderner endoskopischer Verfahren, wie der Laparoskopie wird das Tumorareal unter sonographischer Kontrolle dargestellt, der Tumor identifiziert und eine Biopsie des Tumors entnommen. Anschließend werden die Kühlsonden gezielt im Tumor platziert. Somit kann das umgebende gesunde Nierengewebe geschont werden. Je nach Größe des Tumors werden bis zu sechs Sonden verwendet. Eine Temperatursonde kontrolliert zu jedem Zeitpunkt des Eingriffs, dass die benötigte Temperatur exakt eingehalten wird. Während der zwei Vereisungszyklen folgt einer Gefrierphase von 10-15 min eine Auftauphase von 10 min. Anschließend werden die Sonden entfernt und der Eingriff beendet. Die Entlassung erfolgt wenige Tage später.

 

Bild 1
Bild 2

 

Bild 1:
Mögliche Temperaturverteilung innerhalb des erzeugten Eisballs der zum Zelltod führt.

Bild 2:
Vereisungsnadel mit Eisball ( Entsprechend der Tumorgröße lässt sich der Durchmesser des Eisballs anpassen)

Bild 3:
Durch die Haut werden die Vereisungsnadel direkt in den Tumor appliziert.

 

Bild 3