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Patientenstudien mit Brokkolisprossen

Gefriergetrockneter Brokkolisprossenschrot in Kapseln verpackt. In der Heidelberger Powder-Study nehmen die Patienten 15 Kapseln täglich (90 mg Sulforaphan) begleitend zur Chemotherapie.

Unsere Labordaten werden inzwischen von anderen Forschern bei bösartigen Tumorerkrankungen der Brust und der Prostata bestätigt. Gestützt werden unsere Laborversuche durch epidemiologische Studien, bei denen Ernährungsgewohnheiten großer Bevölkerungsgruppen bezüglich des Krebsrisikos bzw. des Voranschreitens einer Krebserkrankung ausgewertet wurden.

 

In einer Ernährungsstudie bei Patienten mit Prostatakrebs stellten die Forscher fest, dass der häufige Verzehr von Brokkoli oder Blumenkohl (3 bis 5 Portionen in der Woche) bei einigen Patienten die Streuung des Tumors um 50 Prozent verringert hat. In weiteren Studien wurde eine krebsvorbeugende Wirkung von Kohlgemüse allgemein nachgewiesen. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Sulforaphan und seine Verwandten gegen Entzündungen und Infektionen mit Bakterien und Viren helfen und das Tumorwachstum hemmen. Ebenso weisen neueste Daten auf eine positive Beeinflussung der Darmflora durch Blumenkohl und Brokkoli hin. Dies ist von großer Wichtigkeit, da eine gesunde Darmflora die Basis für ein gesundes Immunsystem und starke körpereigene Abwehrkräfte gegen Tumorzellen ist.

 

Rezidives Prostatakarzinom: Am OHSU Knight Cancer Institut in Portland (Oregon, USA) wurde eine Pilotstudie durchgeführt, um den Effekt von Sulforaphan aus Brokkolisprossen-Extrakt bei 20 Patienten mit einem rezidiven Prostatakarzinom zu untersuchen (ClinicalTrials.gov Identifier: NCT01228084). Hier wurde Sulforaphan in Dosen von 200 μmol (88 mg), enthalten in vier Kapseln a 50 μmol, einmal täglich über 20 Wochen verabreicht. Diese Studie ist abgeschlossen und die vorläufigen Ergebnisse zeigen:

 

  • bei 25% der Patienten ist der PSA-Spiegel um mehr als 50% gesunken wobei bei keinem der Patienten ernste Nebenwirkungen auftraten.
  • bei 90% der Patienten hat sich der PSA-Spiegel nicht verdoppelt.
  • es gab keine schweren Nebenwirkungen (Grade 3 Toxicity).
  • Halbwertszeit von Sulforaphan im Blut: 2 bis 5,5 Stunden 

Diese Daten wecken Hoffnung, obwohl es nur eine Pilotstudie ist, deren Daten nun mit einer größeren Patientenanzahl bestätigt werden müssen. Ausführliche Studienergebnisse sind noch nicht publiziert, Opens external link in new windowvorläufige Daten finden Sie hier

 

Hautkrebs-Vorbeugung: Eine im Moment laufende Pilotstudie, die an der Universität von Pittsburgh (USA) durchgeführt wird, untersucht die Wirksamkeit von Brokkolisprossen bei atypischen Nävi, einer Vorläuferläsion des malignen Melanoms (Clinical Trials.gov Identifier: NCT01568996). Die achtzehn Probanden bekommen Kapseln mit Sulforaphan aus Brokkolisprossen-Extrakt in den Konzentrationen 50 μM (22 mg), 100 μM (44 mg) oder 200 μM (88 mg) für 28 Tage oral verabreicht. Studienergebnisse liegen noch keine vor, Opens external link in new windowden aktuellen Stand finden Sie hier. 

 

Blasenkrebs: Bei einer anderen im Moment laufenden Pilotstudie des Rosswell Park Cancer Instituts in New York (USA) wird der Effekt von Sulforaphan aus Brokkolisprossen-Extrakt auf das Wachstum des Urothelkarzinoms der Blase untersucht (NLM Identifier: NCT01108003). Nach der Resektion des Karzinoms erhalten die Patienten für 14 Tage 200 μmol (88 mg) Sulforaphan täglich. Studienergebnisse liegen noch keine vor, Opens external link in new windowden aktuellen Stand finden Sie hier. 

 

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Eine Studie mit Brokkolisprossen verpackt in Kapseln als begleitende Therapie des fortgeschrittenen Pankreaskarzinoms ist im Dezember 2013 an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg angelaufen (ClinicalTrials.gov Identifier: NCT01879878). Vierzig Patienten mit einem fortgeschrittenen Pankreaskarzinom, die in der Chirurgie Heidelberg in Behandlung sind, werden eingeschlossen. Die Hälfte der Patienten erhält eine Chemotherapie UND Brokkolisprossen mit 90 mg Sulforaphan täglich, die andere Hälfte bekommt nur Chemotherapie. Ausgewertet wird die Wirkung auf Lebensqualität, Tumormarker, Tumorwachstum und Überleben. Die Durchführung dieser Pilotstudie wurde durch eine Förderung durch die Stiftung Chirurgie und eine Spende von Herrn Deiters (Deiters & Florin) ermöglicht. Opens external link in new windowEine ausführliche Beschreibung und den Stand der Studie finden Sie hier.

 

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