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Seit 1860: Pädiatrie in Heidelberg

Paul György

Paul György steht in jener Reihe hervorragender Wissenschaftler, die unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtergreifung die Heidelberger Universität verließen.

Er wurde 1893 in Großwardein/Siebenbürgen geboren, studierte Medizin in Berlin, München, Genf und Budapest, wo er 1915 promovierte. 1920 wurde er Assistent und 1926 Oberarzt an der  Universitäts-Kinderklinik in Heidelberg unter Ernst Moro. Hier habilitierte er sich 1923 und wurde 1927 zum a. o. Professor ernannt.
Im April 1933 schrieb er an den engeren Senat: „Infolge der veränderten politischen Verhältnisse ist mir jede Möglichkeit eines ferneren wissenschaftlichen Fortkommens in Deutschland genommen. Ich erkläre hiermit meinen Austritt aus dem Verband der Universität.“

Nach einem kurzen Aufenthalt in Cambridge wurde er 1935 Assistant Professor of Pediatrics an der Western Reserve University in Cleveland/Ohio. 1944 ging er nach Philadelphia, wo er zunächst als Associate Research Professor of Pediatrics tätig war und  von 1957 bis 1973 die Leitung der Pädiatrie am Philadelphia General Hospital innehatte.

Bereits in seine Heidelberger Zeit fielen exzellente wissenschaftliche Veröffentlichungen wie die Monographie „Die Behandlung und Verhütung der Rachitis und Tetanie…“. Zusammen mit dem Nobelpreisträger Richard Kuhn gelang es ihm, die Struktur und Wirkungsweise von Riboflavin aufzuklären. Diese Arbeiten setze er in den USA fort, wo er zusammen mit anderen die Vitamine B6, H  und E beschrieb. Seine Forschungen über die Vitamine mündeten folgerichtig in Untersuchungen über die kindliche Ernährung und die Zusammensetzung künstlicher Säuglingsmilch. Auf diesem Gebiet hat er wesentliche Erkenntnisse erarbeitet.

Paul György erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so z. B. den Borden Award of Nutrition of the American Academy of Pediatrics (1954) oder die National Medal of Science durch Präsident Gerald Ford (1975). Die Heidelberger Universität verlieh ihm 1958 die Ehrendoktorwürde.

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