Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Unternehmenskommunikation
Pressemitteilung 2017/103 vom 27.09.2017

Neue Medikamente und Kathetereingriff – Moderne Therapien bei Thrombosen

Patienten-Informationsveranstaltung anlässlich des Weltthrombosetags: Am 6. Oktober 2017 informieren Heidelberger Gefäßspezialisten über Diagnostik und Therapie von Gefäßverschlüssen in den Beinen / Interessierte Bürger sind herzlich zu Vorträgen, Ausstellung und Begleitprogramm eingeladen


Thrombosen (Blutgerinnsel) in den Beinvenen können nicht nur dauerhaft Beweglichkeit und Lebensqualität beeinträchtigen, sondern bisweilen auch lebensbedrohlich sein: Nach Herzinfarkt und Schlaganfall sind Thrombosen die dritthäufigste Todesursache unter den Gefäßerkrankungen. Wie man sein Thrombose-Risiko einschätzt, frühe Anzeichen richtig deutet und welche Behandlungen dann in Frage kommen, sind Themen einer Patienten-Informationsveranstaltung der Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, am Freitag, 6. Oktober 2017. Von 14 bis 17 Uhr stellen die Gefäßexperten der Klinik in kurzen Vorträgen Vorbeugung, Diagnostik und moderne Therapieverfahren bei frischen und chronischen Venenthrombosen vor. Bei Vorführungen erfahren die Besucher, wie frische Thromben minimalinvasiv abgesaugt werden, die Kompressionstherapie richtig angewendet wird und Gefäßerkrankungen mittels Ultraschall diagnostiziert werden können. Wer möchte, kann außerdem kostenlos seinen "Knöchel-Arm-Index" (ABI-Messung) bestimmen lassen. Diese Blutdruckmessung gibt Aufschluss über den Zustand der Arterien in den Beinen und ob diese beispielsweise verengt sind. Die Patienten-Informationsveranstaltung, eine Aktion im Rahmen des alljahrlichen Weltthrombosetages, findet im und vor dem Großen Hörsaal der Medizinischen Universitätsklinik, Im Neuenheimer Feld 410, statt. Der Eintritt ist frei.

 

"Wer zu Thrombosen neigt oder bereits eine Thrombose erlitten hat, kennt häufig nur die klassischen Therapien: Blutverdünnung und Kompression. Es gibt aber inzwischen einige neue Medikamente sowie Verfahren, die auch bei alten Venenverschlüssen helfen können. Es kann lohnen, sich darüber zu informieren", erklärt Privatdozent Dr. Christian Erbel, Leiter der interventionellen Angiologie am Universitätsklinikum Heidelberg und Organisator des Informationstages. In der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie besteht eine langjährige Expertise im Bereich Venenerkrankungen und Thrombosen. So bietet das Universitätsklinikum Heidelberg als eines von wenigen großen Zentren in Deutschland bei akut und chronisch verschlossenen Venen im Bereich von Oberschenkel und Becken innovative Therapien wie beispielsweise spezielle Kathetereingriffe an.

 

Unter chronisch verschlossenen Beckenvenen leiden vor allem jüngere Patienten

 

Blutgerinnsel und daraus resultierende thrombotische Verschlüsse in den Beinvenen sind häufig: Rund 200.000 Menschen in Deutschland werden jährlich deswegen behandelt. Dabei besteht immer die Gefahr, dass sich ein Gerinnsel löst, in die Lunge gelangt und dort eine lebensgefährliche Lungenembolie auslöst. Bekannteste Risikofaktoren für Thrombosen sind mehrstündiges Sitzen mit angewinkelten Beinen oder längere Bewegungseinschränkungen z.B. nach Brüchen oder Operationen. Hier senkt die bewährte Thrombose-Spritze das Risiko. Thrombosen in den oberen Beinvenen haben häufig auch andere Ursachen: So gibt es gelegentlich eine von Geburt an bestehende Verengung der Beckenvenen, die im Laufe der Zeit zu einem kompletten Verschluß des Gefäßes führen kann. Das Blut muss nun über kleinere Venen zurück zum Herzen fließen und staut dadurch zurück. Die Folgen sind u.a. Wasseransammlungen, chronische Schwellungen in den Beinen, Schmerzen bis hin zu offenen Stellen. Mit den gängigen Behandlungsmethoden kann man diese komplexen Verschlüsse nicht öffnen - für die meist jungen Patienten zwischen 30 und 40 Jahren eine große Belastung. Heutzutage können diese Engstellen und Verschlüsse im Rahmen eines Kathetereingriffs mit einem Ballon aufgeweitet und mit Gefäßstützen (Stents) stabilisiert werden.

 

Wichtiges Thema beim Patiententag sind aber auch frische Thrombosen in den Beinvenen. Um Spätschäden zu vermeiden, sollten Betroffene schon auf frühe Anzeichen reagieren und möglichst bald einen Arzt aufsuchen. Ist zum Beispiel eine große Beinvene verschlossen, kann sich das durch Druckgefühl, Schwellung und Schmerzen, später eine Schwäche im Bein bis hin zu Bewegungsstörungen bemerkbar machen. Je früher das Blutgerinnsel aufgelöst wird, desto besser die Chancen, dass die Beschwerden wieder vollständig zurückgehen. Bewährte Therapien sind neben der Blutverdünnung (Antikoagulation), Kompression und Bewegung. Neuerungen gab es in den letzten Jahren vor allem im Bereich der blutverdünnenden Medikamente: Die sogenannten NOAKs (neue orale Antikoagulantien) stellen dabei eine neuartige Alternative zur bisherigen blutverdünnenden Therapie mit Marcumar dar. Darüber hinaus können frische Thromben seit einigen Jahren via Katheter abgesaugt werden.

 

Programm und weitere Infos:

www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pressestelle/VK/2017/4_Okt_Dez/061017_Weltthrombosetag.pdf

 

Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie:

www.klinikum.uni-heidelberg.de/Willkommen.127864.0.html

 

Print Diese Seite per E-Mail weiterempfehlen

Kontakt

Doris Rübsam-Brodkorb
Pressesprecherin
Leiterin Ukom

Telefon: 06221 56-5052
Telefax: 06221 56-4544
Opens window for sending emailE-Mail


Julia Bird
Stellvertretende Pressesprecherin

Telefon: 06221 56-7071
Telefax: 06221 56-4544
Opens window for sending emailE-Mail

Archiv bis 2013

Pressemitteilungen bis zum Jahr 2013 finden Sie in unserem Archiv.