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Pressemitteilung 2018/6 vom 24.01.2018

Warnstreik am 25. Januar 2018: Akutversorgung der Patienten ist gewährleistet

Vorstand des Universitätsklinikums Heidelberg widerspricht Darstellung von Stellenabbau in der Pflege


Für kommenden Donnerstag, 25. Januar 2018, hat die Gewerkschaft ver.di die Beschäftigten der vier baden-württembergischen Universitätsklinika Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

 

 Um die Versorgung der Patientinnen und Patienten sicher zu stellen, hat der Vorstand des Universitätsklinikums Heidelberg mit ver.di eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen. Diese sieht eine personelle Besetzung wie an Wochenenden bzw. an Feiertagen vor. Die Ambulanzen des Klinikums bleiben somit geschlossen. Geplante Eingriffe, Diagnostik und Therapien können daher bedauerlicherweise an diesem Donnerstag nicht stattfinden und werden kurzfristig nachgeholt.

 

Alle medizinisch unaufschiebbaren Patientenbehandlungen und dringend notwendige Operationen werden selbstverständlich auch während des Streiks zuverlässig durchgeführt. Die Notfallambulanzen bleiben während des Streiks geöffnet, somit können auch Notfälle weiterhin wie gewohnt behandelt werden.

 

Der Vorstand des Universitätsklinikums Heidelberg bittet die Patientinnen und Patienten, etwaige Unannehmlichkeiten aufgrund des von ver.di initiierten Streiks zu entschuldigen.

 

Zum Hintergrund: Darum geht es in der aktuellen Tarifauseinandersetzung

 

Die vier Universitätsklinika in Baden-Württemberg, vertreten durch den von ihnen gegründeten Arbeitgeberverband (AGU), stehen derzeit in Tarifverhandlungen mit ver.di. Die Gewerkschaft  fordert u. a. Mindestpersonalbesetzungen in allen Pflege- und Funktionsbereichen (z. B. OP, Anästhesie) und ein Konsequenzen-Management. Damit soll das Pflegepersonal entlastet werden.

 

Der Vorstand des Universitätsklinikums Heidelberg teilt die Ansicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege und nimmt den Wunsch nach mehr Personal und Arbeitsentlastung sehr ernst. Ein konkretes Angebot eines "Pflegestärkungsvertrags" wurde von ver.di bei den letzten Verhandlungen am 15. Januar leider abgelehnt.

 

In dem Angebot geht es u.a. um folgende Inhalte und Maßnahmen:

 

> Das Universitätsklinikum Heidelberg wird den kontinuierlichen Personalaufbau im Pflegedienst in allen Bereichen mit Nachdruck fortsetzen, unabhängig von Leistungsausweitung.

Anmerkungen:

- Zum 1. Januar 2013 betrug die Anzahl an Vollkräften im Pflegedienst 2.339.

- Zum 31. Dezember 2017 betrug die Anzahl an Vollkräften im Pflegedienst 2.482.

Dies bedeutet einen Zuwachs von 143 Vollkräften im Pflegedienst. Alleine 2017 wurden 47 Vollkräfte zusätzlich eingestellt. Von einem kontinuierlichen Personalabbau in der Pflege kann also keine Rede sein.

> 43 Vollkräfte arbeiten derzeit in einem Springer-Pool, um langfristige Personalausfälle auszugleichen. Dieser Springer-Pool wird weiter ausgebaut.

> Um das "Einspringen aus dem Frei" bei kurzfristigen Ausfällen zu vermeiden, sind neue Konzepte zur Gestaltung eines Ausfall-Managements in Planung.

> Eine personelle Mindest-Besetzung im Nachtdienst von mindestens zwei Fachkräften pro Allgemeinstation, die ebenfalls Bestandteil der ver.di-Forderung ist, ist am Universitätsklinikum Heidelberg bereits seit längerer Zeit umgesetzt.

> Anstatt starrer, unabhängig vom Pflegeaufwand festgelegter Personalschlüssel in der Krankenpflege möchte das Universitätsklinikum Heidelberg einen Personaleinsatz, der sich nach objektiven Kriterien und somit dem tatsächlichen Pflegeaufwand richtet. Dafür kommt in Heidelberg bereits eine EDV-gestützte Personaleinsatzplanung zum Einsatz. Im Intensivbereich heißt dieses System Inpuls, damit lassen sich erbrachte Pflegeleistungen detailliert und fallbezogen dokumentieren und für den tatsächlichen Personalbedarf nutzen.

 

Starre Personalschlüssel in der Krankenpflege sind für einen gerechten und fairen Personaleinsatz nicht förderlich. Konkret: Stationen mit sehr hohem Pflegeaufwand und  Stationen mit weniger Pflegeaufwand mit der per Tarifvertrag festgeschriebenen gleichen Anzahl an Pflegepersonal (z. B. 1:7 auf Allgemeinstation wie von ver.di gefordert) zu besetzen, kann weder im Sinne der Mitarbeiter noch der Patienten sein.

 

Der Vorstand des Universitätsklinikums Heidelberg hofft, dass ver.di schnell an den Verhandlungstisch zurückkehrt, um gemeinsam Maßnahmen zur Arbeitsentlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege umzusetzen.

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