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Pressemitteilung 31/2018 vom 19.03.2018

Unverhältnismäßig und nicht nachvollziehbar

Warnstreik am 22. und 23. März 2018 am Universitätsklinikum Heidelberg trotz bundesweit einzigartigem Arbeitgeber-Angebot / Akutversorgung der Patienten sichergestellt, Beeinträchtigungen für Patienten zu erwarten / Grippewelle erschwert die Situation


Auf der Zielgeraden der Einigung um einen Tarifvertrag "Entlastung" wird ver.di diese Woche am 22. und 23. März Arbeitskampfmaßnahmen am Universitätsklinikum Heidelberg in beträchtlichem Ausmaß vornehmen. Der Vorstand des Universitätsklinikums bezeichnet die Verhandlungen als "weit fortgeschritten" und den Streik als "überaus belastend für Patienten und völlig unnötig". Denn: in vier von fünf Punkten haben sich Klinikum und ver.di in Verhandlungen am 23. Februar bereits geeinigt und - bundesweit einzigartig - konkrete Maßnahmen zur Entlastung in der Pflege definiert. Die Verhandlungen laufen seit Oktober, ein weiteres Gespräch ist für diesen Dienstag angesetzt.

 

Um den originären Versorgungsauftrag des Klinikums während des Warnstreiks zu ermöglichen, haben Universitätsklinikum Heidelberg und ver.di  eine  Notdienstvereinbarung getroffen. Diese sieht vor, dass an den Streiktagen eine Notbesetzung auf dem üblichen Niveau einer Wochenend-/ Feiertagsbesetzung gilt. Damit soll sichergestellt werden, dass auch an den Streiktagen alle Akutfälle umfassend versorgt werden können:

 

     

  • Alle medizinisch unaufschiebbaren Patientenbehandlungen und dringend notwendigen Operationen werden selbstverständlich auch während des Streiks zuverlässig durchgeführt.
  • Die Notfallambulanzen bleiben während des Streiks geöffnet; somit können auch Notfälle weiterhin wie gewohnt behandelt werden.
  • Die Ambulanzen des Klinikums bleiben geschlossen.
  • Verschiebbare Operationen und Behandlungen werden terminlich verlegt und die Patienten frühestmöglich informiert.
  •  

 

 

Der Streik wird beendet sein am 23. März, 22.00 Uhr.

 

"Als Maximalversorger haben wir eine große Verantwortung gegenüber unseren Patienten. Das Klinikum befindet sich aufgrund der jahreszeitlich hohen Anzahl von Infektpatienten an seinen Kapazitätsgrenzen. Diese für alle Beteiligte durch einen Streik zusätzlich unnötig belastende Situation sollte vermieden werden. Probleme sollten am Verhandlungstisch ausdiskutiert und nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden", so Professorin Dr. Annette Grüters-Kieslich, Leitende Ärztliche Direktorin und Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Heidelberg.

 

Auch Edgar Reisch, Pflegedirektor des Universitätsklinikums Heidelberg, hält die Warnstreikaktion für unverhältnismäßig: "Die Terminierung und Intensität dieses Streiks machen mich sprachlos. Vor allem auch vor dem Hintergrund der gut laufenden Verhandlungen. ver.di  liegt ein weitreichendes und bislang bundesweit einzigartiges Angebot vor, das durch die Einführung von Personalbedarfsermittlungssystemen und Regelbesetzungen Maßstäbe setzen wird. Die Entscheidung, dies durch einen Streik zu begleiten, kann ich nicht nachvollziehen."

 

Der Vorstand des Universitätsklinikums Heidelberg bittet die Patientinnen und Patienten, etwaige Unannehmlichkeiten aufgrund des von ver.di initiierten Streiks zu entschuldigen.

 

 Zum Hintergrund: Darum geht es in der aktuellen Tarifauseinandersetzung


Die vier Universitätsklinika in Baden-Württemberg, vertreten durch den von ihnen gegründeten Arbeitgeberverband (AGU), stehen derzeit in Tarifverhandlungen mit ver.di. Die Gewerkschaft  fordert u. a. Mindestpersonalbesetzungen in allen Pflege- und Funktionsbereichen (z. B. OP, Anästhesie) und ein Konsequenzen-Management. Damit soll das Pflegepersonal entlastet werden.

 

In vier von fünf Punkten haben sich der Arbeitgeberverband und ver.di in Verhandlungen am 23. Februar bereits geeinigt und - bundesweit einzigartig - konkrete Maßnahmen zur Entlastung in der Pflege definiert: die vier baden-württembergischen Häuser führen ein transparentes System zur Ermittlung des Personalbedarfs ein und verpflichten sich vertraglich, aktiv gegen zu hohe Belastungen der Mitarbeiter im Pflegedienst vorzugehen.

 

Im Einzelnen bedeutet dies:

     

  • Einführung von Personalbedarfsermittlungssystemen                                                              
  • Regelbesetzung abgeleitet aus der Personalbedarfsermittlung                                                             
  • Konfliktlösungssystem wenn Regelbesetzung nicht sachgerecht                                                          
  • Definierte Festlegung für den Personalmix auf Station                                                                              
  •  

 

Aus den bisherigen, sehr konstruktiven Gesprächen haben sich zudem  bereits Vereinbarungen ergeben hinsichtlich des Aufwuchses von Pflegekräften, die Etablierung eines Springerpools, Nachtdienstbesetzungen etc.

 

Verbleibender offener Punkt:

     

  • Konkrete Ausfallmanagement Kaskade
    AGU und ver.di sind sich einig, dass bei Unterschreiten der Regelbesetzung ein Ausfallmanagement erfolgen muss. Jedoch haben die Verhandlungspartner unterschiedliche Ansichten hinsichtlich des Mitspracherechts der Gewerkschaft im Fall einer solchen Unterschreitung:  Um die vertraglich vereinbarten Vorgaben einhalten zu können, müssen die Universitätsklinika  unternehmerisch frei agieren können und die relevanten Mittel und Maßnahmen frei wählen können, abhängig von der Gesamtbetrachtung des Campus.
  •  

 

Darüber hinaus sind die baden-württembergischen Universitätsklinika und insbesondere Heidelberg mit Pflegekräften besser besetzt und durch die tarifliche Bezahlung mit einem eigenen Tarifvertrag (TV-UK) besser bezahlt als im Bundesdurchschnitt. Vor diesem Hintergrund ist für den Vorstand des Universitätsklinikums Heidelberg dieser Warnstreik in der derzeitigen Lage noch weniger nachzuvollziehen!

 

Weitere Informationen im Internet:

Der Arbeitgeberverband (AGU) der Universitätsklinika in Baden-Württemberg

Ein eigener Tarifvertrag für die Universitätsklinika in Baden-Württemberg

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