zurück zur Startseite
Zentrale Tel.: 06221-560
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Unternehmenskommunikation
Pressemitteilung 2018/127 vom 14.11.2018

Medizin am Abend: 100 Jahre alt und selbstbestimmt leben – Illusion oder medizinischer Fortschritt?

Professor Dr. Jürgen M. Bauer, Lehrstuhlinhaber für Geriatrie der Medizinischen Fakultät Heidelberg und Ärztlicher Direktor des Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg
Professor Dr. Jürgen M. Bauer, Lehrstuhlinhaber für Geriatrie der Medizinischen Fakultät Heidelberg und Ärztlicher Direktor des Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg

Foto: Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg

Die Chance, 100 Jahre alt zu werden, nimmt in den Industrienationen stetig zu. Umso häufiger ist inzwischen von "erfolgreichem" oder gelingendem Altern die Rede. Was das genau ist, was jeder selbst dazu beitragen und wo die Medizin nachhelfen kann, erläutert Altersmediziner Professor Dr. Jürgen M. Bauer bei Medizin am Abend am 21. November 2018.


Möglich ist (fast) alles - im Alter von 100 Jahren einen Marathon laufen beispielsweise. Tatsächlich aber werden die meisten, die dieses gesegnete Alter erreichen, das nicht können - egal, wie rasant sich die Altersmedizin in den kommenden Jahren entwickeln wird. Ein sinnvolles Ziel ist es dagegen, lange selbstständig und mobil zu bleiben. "Dafür ist es wichtig, schon früh Verantwortung für seine Fitness im Alter zu übernehmen", sagt Professor Dr. Jürgen M. Bauer, Lehrstuhlinhaber für Geriatrie der Medizinischen Fakultät Heidelberg und Ärztlicher Direktor des Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg. In seinem Vortrag bei Medizin am Abend am Mittwoch, 21. November, wird er darüber sprechen, an welchen Rädchen für gutes Altern jeder selbst drehen und was die Medizin bereits jetzt oder in naher Zukunft insbesondere mit neuen, interdisziplinären Konzepten beitragen kann. Zudem lassen neue Forschungsergebnisse hoffen: Gibt es sie vielleicht bald, die Pille gegen typische Erkrankungen des Alters? Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400. Universitätsklinikum und Rhein-Neckar-Zeitung laden alle Interessierten herzlich ein.

 

"Langlebigkeit und eine gute Lebensqualität im Alter erfordern eine lebenslange Perspektive und sind kein Projekt, das man an seinem 60. Geburtstag in Angriff nehmen kann", betont Professor Bauer. "Die Weichen werden spätestens im Alter von 40 bis 50 Jahren gestellt." Ab da gelte es, stärker als bisher auf die sogenannte Lebenshygiene zu achten. Das bedeutet, die eigenen gesundheitlichen Schwachstellen zu erkennen und anzugehen: Wie steht es um ausreichend Schlaf und Bewegung? Wie um den Konsum von Genussmitteln? Pflegt man stabile soziale Beziehungen? Gibt es gesundheitliche Risikofaktoren? Wichtig sei, lebenslang aktiv zu bleiben - körperlich und geistig, empfiehlt der Altersmediziner. Doch auch mit dem gesündesten Lebenswandel lässt sich das Altern nicht aufhalten, auf entsprechende Einbußen in der "Funktionsfähigkeit" muss man sich einstellen. Zudem baut der Körper bei akuten Erkrankungen schneller ab.

 

An dieser Stelle rechtzeitig einzugreifen ist Aufgabe einer interdisziplinär ausgerichteten Altersmedizin: "Die Behandlung betagter Menschen darf nicht nur die jeweilige Erkrankung oder einzelne organische Probleme im Blick haben, sondern den gesamten Organismus mit allen altersbedingten Einschränkungen wie beeinträchtigten Organfunktionen, Schmerzsyndromen oder geistigem Abbau", so der Experte. Zudem ist es immens wichtig, ältere Patienten schnell wieder auf die Beine zu bekommen, bevor sich ihr Zustand durch Bettruhe weiter verschlechtert oder es zum beschleunigten Muskelabbau kommt. Hier hat sich in den letzten Jahren bereits viel getan, auch sind neue interdisziplinäre Behandlungskonzepte wie die "Alterstraumatologie" entstanden. Dabei werden betagte Patienten beispielsweise nach einem Hüft- oder Oberschenkelbruch von Unfallchirurgen sowie Altersmedizinern gemeinsam betreut und erhalten, je nach Bedarf, eine spezielle Frührehabilitation. "Das Konzept ist sehr erfolgreich und hilft, Sterblichkeit zu verringern und Pflegebedürftigkeit zu verhindern", sagt Bauer. "Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren noch weiter fortsetzen und innovative Betreuungskonzepte hervorbringen."

 

Darüber hinaus tut sich einiges im Bereich neuer Therapien, die aktuell oder in absehbarer Zeit in Studien erforscht werden - seien es Antikörper oder Stammzellen gegen rapiden Muskelabbau nach Hüft- und Beckenfrakturen oder  eine medikamentöse Therapie gegen ein ganzes Spektrum an Alternserscheinungen. Welche Neuerungen in den kommenden Jahren zu erwarten sind und auf welchen Gebieten noch Handlungsbedarf besteht, wird Professor Bauer in seinem Vortrag erläutern.

 

www.medizin-am-abend.de

 

Print Diese Seite per E-Mail weiterempfehlen

Kontakt

Doris Rübsam-Brodkorb
Pressesprecherin
Leiterin Ukom

Telefon: 06221 56-5052
Telefax: 06221 56-4544
Opens window for sending emailE-Mail


Julia Bird
Stellvertretende Pressesprecherin

Telefon: 06221 56-7071
Telefax: 06221 56-4544
Opens window for sending emailE-Mail

Archiv bis 2013

Pressemitteilungen bis zum Jahr 2013 finden Sie in unserem Archiv.