Zentrum für Seltene Erkrankungen Heidelberg

Zentrum für seltene entzündlich-rheumatische Erkrankungen

 

Krankheitsbild

Seltene entzündlich-rheumatische Erkrankungen sind in der Regel sogenannte Autoimmunerkrankungen. Aus häufig unbekannten Gründen gerät das körpereigene Abwehrsystem außer Kontrolle: Anstatt gegen Krankheitserreger richtet es sich gegen den eigenen Körper. In Folge kommt es zu chronischen Entzündungen, die auf Dauer Organe und Gewebe im gesamten Körper schädigen können. Das häufigste dieser seltenen entzündlichen Krankheitsbilder ist der Lupus erythematodes, an dem rund 40.000 Betroffene in Deutschland leiden. Die teils genetisch bedingten Erkrankungen sind nicht heilbar. Ziel jeder Behandlung ist es daher, die Symptome über möglichst lange Zeit zu kontrollieren.

Wir befassen uns klinisch und wissenschaftlich mit sämtlichen entzündlichen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Dazu zählen auch folgende seltene Krankheitsbilder:


  • Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen)

    • Systemischer Lupus erythematodes
    • Sjögren-Syndrom
    • Poly-/Dermatomyositis
    • Sklerodermie / Systemische Sklerose
    • Mischkollagenose

       

  • Vaskulitiden (Gefäßerkrankungen)

    • Granulomatose mit Polyangiitis (vormals Morbus Wegener / Wegener-Granulomatose)
    • Panarteriitis nodosa
    • Mikroskopische Polyangiitis
    • Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (ehemals Churg-Strauss-Syndrom)
    • Takayasu-Arteriitis
    • Behçet-Syndrom
    • Thrombangiitis obliterans / Winiwarter-Buerger-Syndrom

  • Genetisch bedingte, periodische Fiebersyndrome 

    • TRAPS-Syndrom
    • Hyper-IgD-Syndrom
    • familiäres Mittelmeerfieber
    • Muckle-Wells-Syndrom
    • Familiäre Kälteurticaria
    • Blau-Syndrom
    • PAPA-Syndrom
    • PFAPA-Syndrom
    • CINCA-Syndrom
    • Schnitzler-Syndrom
    • Morbus Still des Erwachsenen

 

Leistungsspektrum

Das Zentrum für seltene entzündliche Erkrankungen ist in der Sektion Rheumatologie der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg angesiedelt. Hier behandeln wir jährlich rund 2.800 Patienten mit dem gesamten Spektrum an seltenen rheumatischen Krankheitsbildern (vor allem mit Kollagenosen, Vaskulitiden, M. Still) vorwiegend ambulant. Patienten unter 18 Jahren werden am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin betreut.

Wir bieten:

  • Umfassende Diagnostik mit allen Möglichkeiten eines modernen Universitätsklinikums 
  • Alle gängigen Therapien – von der Immunsuppression mit etablierten und innovativen Medikamenten bis hin zur Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Stammzell-Transplantation
  • Therapiestudien und off-label-Therapien
  • Langzeitbetreuung
  • Beratung und Unterstützung durch Psychologen und Sozialarbeiter


Für die umfassende Betreuung unserer Patienten sind wir eng mit anderen Fachbereichen des Universitätsklinikums Heidelberg vernetzt. So behandeln wir Patienten mit entzündlichen Erkrankungen, die auch die Augen betreffen, gemeinsam mit Kollegen der Universitäts-Augenklinik im Opens external link in new windowUveitiszentrum sowie Patienten mit AA-Amyloidose im interdisziplinären Amyloidose-Zentrum. Das neu gegründete Muskelzentrum widmet sich entzündlichen, metabolischen, genetischen und anderen Muskelerkrankungen.

 

Mitarbeiter

  • Prof. Dr. med. Hanns-Martin Lorenz
  • Priv.-Doz. Dr. med. Norbert Blank
  • Dr. med. Regina Max
  • Dr. med. Niko Bender
  • Dr. med. Martin Schiller
  • Dr. med. Karolina Benesova
  • Dr. med. Birgit Buhl
  • Dr. med. Laura Classen
  • Dr. med. Almuth Hoffmann
  • Dr. rer. nat. Theresa Tretter
  • Dr. rer. nat. Lars Tycocinski
  • Dr. rer. nat. Margarida Souto-Carneiro
  • Wolfgang Merkt
  • Dr. med. Jürgen Grulich-Henn (Pädiatrie)
  • Dr. med. Thomas Lutz (Pädiatrie)

Kooperationen 

  • Amyloidose-Zentrum 
  • Uveitis-Zentrum
  • Muskelzentrum
  • Thoraxklinik Heidelberg, v.a. internistische Pneumologie, Schwerpunkt pulmonale Hypertonie
  • alle Kliniken des Universitätsklinikums Heidelberg

Forschung

Unsere Schwerpunkte:

  • Erforschung der molekularen Ursachen und Mechanismen, die zu entzündlichen Erkrankungen wie Systemischem Lupus erythematodes, Granulomatose mit Polyangiitis (Morbus Wegener), systemischer Sklerose, rheumatoider Arthritis und rekurrenten Fiebersyndromen führen.

  • Klinische Studien zu innovativen Therapieansätzen: 

    • Antikörper-basierte Therapie bei mehreren entzündlichen Krankheitsbildern: therapeutische Antikörper werden in die Blutbahn injiziert und blockieren dort Immunzellen und Hormone, welche die Entzündung fördern.

    • Niedrig-dosierte Zytokintherapie zur Aktivierung regulatorischer T-Lymphozyten

    • Therapie mit entzündungsblockierenden Signaltransduktionsinhibitoren

    • Zell-Therapie (Therapie mit hämatologischen Stammzellen oder mesenchymalen Stromazellen) bei Systemischem Lupus erythematodes bzw. Systemischer Sklerose: Patienteneigene Stammzellen werden in einem aufwendigen Verfahren vermehrt und anschließend wieder dem Patienten verabreicht. Auch sie wirken entzündungshemmend. 

       

Sprecher 

Prof. Dr. Hanns-Martin Lorenz, Oberarzt und Leiter der Sektion Rheumatologie der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik und des St. Vincentius-Krankenhauses Heidelberg, medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des ACURA-Rheumazentrums Baden-Baden.

 

Kontakt

Bei Fragen oder für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an unsere Ambulanzen unter 
Tel.: 06221 / 56 80 30
 oder 56 80 08.

 

Link 

Opens external link in new windowSektion Rheumatologie der Abteilung Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik 

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