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Patiententag zu Multipler Sklerose am 7. Dezember 2013

Nr. 161 / 2013 02.12.2013
Experten der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg stellen aktuelle Therapien, neue Medikamente bei schweren Schüben und klinische Studien vor / Was müssen Patientinnen mit Kinderwunsch und Schwangere beachten?

Am Samstag, den 7. Dezember 2013, sind Patienten mit Multipler Sklerose (MS) und ihre Angehörigen herzlich zu einem Informationstag der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg eingeladen. Von 10 bis 14 Uhr geben renommierte MS-Experten einen Überblick über aktuelle Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, klinische Studien sowie wissenschaftliche Fortschritte. Ein Schwerpunktthema ist Schwangerschaft bei MS: Welche Medikamente schaden dem Kind? Was tun bei ungeplanter Schwangerschaft? Was müssen werdende Mütter beachten? Zudem geht es um Diagnose und Behandlung der bei MS-Patienten häufigen Störungen der Harnblasenfunktion. Referenten und Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Amsel e.V.“ stellen sich zwischen und nach den Vorträgen gerne den Fragen der Besucher. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
 
Die Veranstaltung findet im Großen Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg, statt. Für Rollstuhlfahrer sind barrierefrei erreichbare Plätze im vorderen Bereich des Hörsaals reserviert. Sie werden gebeten, der Ausschilderung dorthin zu folgen.


Neue entzündungshemmende Medikamente

Die Behandlungsmöglichkeiten der Autoimmunerkrankung haben sich in den letzten Jahren deutlich erweitert. So wurden aktuell zwei neue Medikamente zugelassen, die beim Patiententag vorgestellt werden. Die beiden Wirkstoffe greifen an unterschiedlichen Stellen am Immunsystem an und unterdrücken Entzündungen in Gehirn und Rückenmark, indem sie die verantwortlichen Immunzellen hemmen oder ihre Zerstörung einleiten. Mit den neuen Medikamenten lassen sich Krankheitsschübe in der Regel besser unterdrücken als mit den gängigen Wirkstoffen, ihre Einnahme bringt aber gleichzeitig diverse Nebenwirkungen und Risiken mit sich. Die neuen Therapien kommen daher hauptsächlich bei Patienten mit sehr schwerem Verlauf, oder die auf die üblichen Medikamente nicht ansprechen, zum Einsatz.

Generell muss jede Therapie individuell auf Krankheitsverlauf, Phase der Erkrankung, Begleiterkrankungen und Bedürfnisse der Patienten abgestimmt werden. Eine geplante Schwangerschaft sollten Patientinnen möglichst rechtzeitig vorher mit ihrem behandelnden Neurologen besprechen, da häufig die Behandlung zum Schutz des Kindes umstellt werden muss. Ist das Kind bereits unterwegs, gilt es schnell zu reagieren und gegebenenfalls in Absprache mit dem Arzt das derzeit verwendete Medikament abzusetzen. In der Regel ist dann das Risiko für das ungeborene Kind gering.


EPO kann Absterben von Nervenzellen verhindern

Darüber hinaus stellen die Referenten aktuelle Studienergebnisse vor. So zeigte das Hormon Erythropoetin, auch bekannt als Dopingmittel EPO, in einer Heidelberger Studie mit MS-Patienten einen schützenden Effekt auf bereits angegriffene Nervenzellen und -bahnen: Es kann bei einer Entzündung des Sehnervs – einem frühen Stadium der Multiplen Sklerose – anders als die gängige Cortisonbehandlung das Absterben von Nervenzellen verhindern. Nun wird das neue Behandlungskonzept in einer groß angelegten Patientenstudie der Universitätskliniken Heidelberg und Freiburg überprüft. Bestätigen sich die Ergebnisse, gäbe es erstmals einen Therapieansatz, der Nervengewebe vor den Entzündungsreaktionen bei MS schützt und dauerhafte Schäden abmildert.

Deutschlandweit leiden rund 120.00 Menschen an Multipler Sklerose. Bei dieser Autoimmunerkrankung greifen körpereigene Immunzellen gesundes Nervengewebe an und zerstören es schließlich. Häufig verursacht MS bereits in jungen Jahren bleibende Nervenschäden und Behinderungen. Medikamente, die das Immunsystem hemmen und die Entzündungsprozesse mildern, können die Krankheitsschübe zwar dämpfen, aber nicht heilen. Am Universitätsklinikum Heidelberg werden MS-Patienten in einer speziellen neuroimmunologischen Ambulanz – von der Deutschen Gesellschaft für Multiple Sklerose DMSG als „anerkanntes MS-Zentrum“ ausgewiesen – fächerübergreifend betreut.


Weitere Informationen:
Initiates file downloadProgramm und Anfahrt

Opens internal link in current windowWebsite der Neurologischen Klinik

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Opens internal link in current windowMS-Sprechstunde

Opens external link in new windowSelbsthilfegruppe „Amsel e.V.“


 
Fragen zum Patiententag beantworten:

Ursula Aures

Opens window for sending emailE-Mail

Tel.: 06221 56-35495


Katherina Krämer

Opens window for sending emailE-Mail

Tel.: 06221 56-7504


Simone Pawletzki
Opens window for sending emailE-Mail
Tel. 06221 56-7704
 

Ansprechpartner für Journalisten:
Neuroonkologie: Opens window for sending emailProf. Dr. med. Ricarda Diem
Neuroonkologie: Opens window for sending emailProf. Dr. med. Michael Platten
Allgemeine Neurologie: Opens window for sending emailProf. Dr. med. Brigitte Wildemann

 

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Julia Bird
Referentin Pressestelle
Tel.: 06221 56-7071
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