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Universitätsklinikum Heidelberg erreicht eine bedeutende Wirtschaftskraft – Jeder Euro Zuschuss in Forschung und Lehre zahlt sich spürbar aus

Nr. 9 / 2014 27.01.2014
Hohe Rückflüsse in die Steuerkassen und Schaffung von Arbeitsplätzen / Aktuelle Studie belegt Wertschöpfung und warnt vor volkswirtschaftlichen Konsequenzen von Kürzungen staatlicher Zuschüsse


Steuerwirkung der Universitätsmedizin Heidelberg. Quelle: Wertschöpfungsgutachten UM HD 2013 © Prof. Dr. Armin Töpfer FGMU
Wertschöpfung der Universitätsmedizin Heidelberg. Quelle: Wertschöpfungsgutachten UM HD 2013 © Prof. Dr. Armin Töpfer FGMU
Regionalisierung der Schlüsselindikatoren als ökonomische Wirkungen der Universitätsmedizin Heidelberg – Ergebnisse. Quelle: Wertschöpfungsgutachten UM HD 2013 © Prof. Dr. Armin Töpfer FGMU
Korridor über die 3 Szenarien: Entwicklung der Universitätsmedizin Heidelberg im Zeitraum 2013 – 2017. Quelle: Wertschöpfungsgutachten UM HD 2013 © Prof. Dr. Armin Töpfer FGMU

 

Infografiken Wertschöpfungsgutachten Universitätsmedizin Heidelberg 2013:

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Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg gehören zu den renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland. Erstmals hat eine Studie der TU Dresden belegt, dass sie auch volkswirtschaftlich von hoher Bedeutung sind. Durch ihre Wirtschaftskraft sorgen sie für ein vermehrtes Steueraufkommen sowie für Zuwachs und Stabilisierung von Arbeitsplätzen, sowohl in der Stadt Heidelberg, der Rhein-Neckar-Region und Baden-Württemberg als auch in ganz Deutschland. Für jeden staatlich investierten Euro fließen drei Euro zurück in die Kassen von Bund, Ländern und Gemeinden. An Universitätsklinikum und Medizinischer Fakultät, deren Aufgaben Krankenversorgung bzw. Lehre und Forschung sind, sind mehr als 10.000 Menschen beschäftigt. Ein Arbeitsplatz zieht fast doppelt so viele Arbeitsplätze in Deutschland nach sich.

Dies ist die erste Studie, die die Wertschöpfung durch ein Uniklinikum/Medizinische Fakultät  in Baden-Württemberg untersucht hat. Die Wertschöpfung bezeichnet die Differenz zwischen den von einem Unternehmen abgegebenen Leistungen und den von dem Unternehmen übernommenen Leistungen. Sie gibt an, welchen Anteil ein Unternehmen zur gesamtwirtschaftlichen Leistung beiträgt.

Reduktion von Zuschüssen würde Arbeitsplätze außerhalb des Uniklinikums kosten

„Die wirtschaftliche Bedeutung der Hochschulmedizin wird unterschätzt“, erklärt Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg. „Deshalb haben wir eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit der anspruchsvollen vielfältigen Wertschöpfung am Standort Heidelberg beschäftigt.“ Bei künftigen Entscheidungen über staatliche Zuschüsse für Forschung und Lehre und Investitionsmaßnahmen sollte die Politik die positive Wirtschaftskraft der Hochschulmedizin berücksichtigen. Die Studie zeigt: Würden die staatlichen Zuschüsse weiter reduziert, dann hat dies nicht nur für Uniklinikum und Medizinische Fakultät selbst negative Auswirkungen, sondern weit darüber hinaus. 

Hochschulmedizin von Land und Bund nicht ausreichend finanziert

Die Studie der Forschungsgruppe Marktorientierte Unternehmensführung der TU Dresden unter Federführung von Professor Armin Töpfer beruht auf quantitativen Daten der Statistischen
Landes- und Bundesämter sowie aus Heidelberg. Zusätzlich wurden Experten des Uniklinikums und der Medizinischen Fakultät befragt. Klinikum und Fakultät sind die drittgrößte Einrichtung ihrer Art in Deutschland mit einem Umsatz von jährlich rund 940 Millionen Euro.

Die staatliche Finanzierung von Medizinischen Fakultäten und Uniklinika erfolgt im Wesentlichen aus zwei Quellen: Sie erhalten von ihrem jeweiligen Bundesland einen Zuschuss für Forschung und Lehre sowie für Investitionen in Bauten und Ausstattung. Diese Landesmittel sind in den vergangenen Jahren drastisch reduziert worden; Bundesmittel für Baumaßnahmen stehen seit 2007 nicht mehr zur Verfügung.

Der Betrieb der Uniklinika wird von den Krankenkassen – weitgehend über Fallpauschalen – finanziert; diese werden jährlich um die sogenannte Grundlohnrate gesteigert. Allerdings haben die Steigerungsraten in den letzten Jahren nicht einmal die Tarifsteigerungen gedeckt. Konsequenz sind Defizite und ein wachsender Investitionsstau: Rund die Hälfte der 33 Uniklinika in Deutschland sind mittlerweile defizitär; das Uniklinikum Heidelberg hatte 2012 eine ausgeglichene Bilanz, kommt aber für einen nennenswerten Anteil seiner Investitionen selbst auf. Auch für 2013 wird ein ausgeglichenes Bilanzergebnis erwartet.

Der angespannten wirtschaftlichen Situation am Uniklinikum stehen die positiven Auswirkungen auf die Volkswirtschaft gegenüber.

So hat die Studie gezeigt:

1. Allein die Stadt Heidelberg und der Rhein-Neckar-Kreis profitieren von einem Gemeindesteueraufkommen von 23 Mio. Euro, 5.600 Arbeitsplätzen sowie einer Wertschöpfung von 770 Mio. Euro.  

2. Das Land Baden-Württemberg hat 2011 Zuschüsse von insgesamt 169,5 Mio. Euro in das Uniklinikum Heidelberg und die Medizinische Fakultät investiert. Der Rückfluss an Steuergeldern an das Land beträgt daraus 151,8 Mio. Euro, bundesweit sind es 484,6 Mio. Euro.

3. An Uniklinikum und Medizinischer Fakultät waren 2011 rund 10.150 Mitarbeiter beschäftigt. Durch Auftragsvergaben, Kooperationen etc. wurden pro Vollzeitstelle 1,4 weitere Stellen in Baden-Württemberg geschaffen. In Deutschland sind es sogar 2,7 Stellen.

4. Die Wertschöpfung – der Wertzuwachs durch alle Produktions- und Leistungsprozesse – beläuft sich auf 1,026 Mrd. Euro in Baden-Württemberg und entspricht dem 1,8fachen der direkten Wertschöpfung von Uniklinikum und Fakultät. In Deutschland liegt die Wertschöpfung bei 1,544 Mrd. Euro.

5. Sinkende Investitionen des Landes führen zu Steuerausfällen, dem Verlust von Arbeitsplätzen und Wertschöpfung in Baden-Württemberg und ganz Deutschland. Dies hat eine Analyse von verschiedenen Szenarien gezeigt: Ihnen wurden real sinkende bzw. steigende Zuschüsse für Forschung und Lehre sowie optimistische bzw. pessimistische Einschätzungen der notwendigen Investitionsfinanzierung in Bauten und Ausstattung durch das Land Baden-Württemberg zugrunde gelegt.

„Bedeutende Wirtschafts-Motoren, bei denen jeder Euro gut investiert ist“

„Diese Studie belegt, dass Medizinische Fakultäten und Universitätsklinika heute nicht mehr nur als öffentliche Einrichtungen wahrgenommen werden dürfen, die viel Geld kosten. Sie sind vielmehr bedeutende Wirtschafts-Motoren, bei denen jeder Euro gut investiert ist“, sagt Professor Dr. Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg. „Vor allem müssen sie wirtschaftlich in die Lage versetzt werden, schwerstkranke Patienten auf hohem Niveau zu versorgen, innovativ zu forschen und junge Menschen gut auszubilden.“ Der Einsatz staatlicher Mittel lohne sich also mehrfach – im Uniklinikum und in der Fakultät und weit darüber hinaus.  

 

Opens external link in new windowZur Pressemeldung anlässlich des Neujahrsempfangs des Universitätsklinikums Heidelberg am 16. Januar 2014: "Eine positive Bilanz für 2013 trotz schwieriger Rahmenbedingungen"

 

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