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Eine positive Bilanz für 2013 trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Nr.5 /2014 17.01.2014
Beim Neujahrsempfang am 16. Januar 2014 würdigte der Vorstand des Universitätsklinikums Heidelberg das große Engagement der Mitarbeiter im vergangenen Jahr. Er appellierte an Politik und Kostenträger, Hochleistungsmedizin und Spitzenforschung künftig angemessen zu unterstützen / Appell an die Stadt Heidelberg: Wachsende Patienten- und Mitarbeiterzahlen machen eine bessere Verkehrsanbindung der Kliniken und Institute dringend erforderlich!


Neujahrsempfang des Universitätsklinikums Heidelberg 2014 (von links): Prof. Dr. Peter Schirmacher, Geschäftsführender Direktor des Pathologischen Instituts und der Vorstand des Universitätsklinikums Heidelberg Professor Dr. Matthias Karck, Stv. Leitender Ärztlicher Direktor, Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin, Edgar Reisch, Pflegedirektor, Professor Dr. Claus R. Bartram, Dekan der Medizinischen Fakultät und Professor Dr. Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor. Bild: Universitätsklinikum Heidelberg.

Impressionen vom Neujahrsempfang 2014 in unserer Bildergalerie.

Erneut ist es dem Universitätsklinikum Heidelberg gelungen, im vergangenen Jahr 2013 seine Leistungen weiter zu steigern und eine „schwarze Null“ zu erwirtschaften. Beim Neujahrsempfang am 16. Januar 2014 dankte der Vorstand den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren herausragenden Einsatz sowie allen Förderern und Partnern. Gleichzeitig erinnerte er Politik und Krankenkassen in Land und Bund daran, dass Krankenversorgung und medizinische Forschung trotz aller Anstrengung nur durch eine ausreichende Finanzierung auch in Zukunft auf diesem hohen Niveau gehalten werden können.

Thema war auch ein für Patienten und Mitarbeiter tägliches Ärgernis: Aufgrund steigender Patientenzahlen und des Zuzugs mehrerer Kliniken in den Neuenheimer Campus hat sich dort die Verkehrssituation katastrophal verschlechtert. Der Klinikumsvorstand appellierte dringend an die Stadt, mit kurzfristigen Maßnahmen Abhilfe zu schaffen und weitere Zufahrtswege zu schaffen. Die Stadt Heidelberg profitiere von der Wirtschafts- und Anziehungskraft des Universitätsklinikums und müsse kein eigenes Klinikum finanzieren. Im Gegenzug solle sie nun wenigstens ihrer Verpflichtung nachkommen, die Zufahrt zum Universitätsklinikum zu ermöglichen.

Gemeinsam mit rund 150 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen, Universität und Heidelberger Forschungseinrichtungen ließ der Klinikumsvorstand im  Pathologischen Institut, dessen Neubau 2012 in Betrieb genommen worden war, die Meilensteine des vergangenen Jahres Revue passieren und blickte auf die Herausforderungen 2014.

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist mit mehr als 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das drittgrößte Universitätsklinikum in Deutschland und mit der Medizinischen Fakultät eine der führenden medizinischen Forschungseinrichtungen in Deutschland.

Heidelberg 2013 führend bei Lebertransplantationen im Eurotransplant-Verbund

Der Leitende Ärztliche Direktor Professor Dr. Guido Adler sprach den Partnern in Patientenversorgung und Forschung für die hervorragende produktive Zusammenarbeit seinen Dank aus. Die enge Kooperation mit zahlreichen Krankenhäusern der Region – jüngster Zuwachs ist seit März 2013 das Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim – erlaube es, das gesamte Spektrum der Grund- und Regelversorgung bis hin zur Hochleistungsmedizin anzubieten und doppelte Versorgungsstrukturen zu vermeiden. So könne sich das Universitätsklinikum ganz auf die Hochleistungsmedizin konzentrieren, ohne dass dabei Lücken in der Patientenversorgung entstünden, wie die Kaufmännische Direktorin Irmtraut Gürkan betonte. Der Erfolg dieser Strategie spiegele sich beispielsweise im hervorragenden internationalen Abschneiden in der Transplantationsmedizin wider. „2013 war Heidelberg mit 109 Lebertransplantationen führend in den bei Eurotransplant zusammengeschlossenen Ländern. Die in Deutschland gesunkene Bereitschaft zur Organspende hat sich bei uns glücklicherweise nicht ausgewirkt“, freute sich Gürkan.

Neue moderne Frauenklinik: Mehr Geburten nach Umzug  

Als wichtigstes Ereignis des vergangenen Jahres nannte Professor Adler den Umzug der Universitäts-Frauen- und Hautklinik in den neuen Gebäudekomplex im Neuenheimer Feld. Speziell die moderne Frauenklinik mit exzellenter Ausstattung und Perinatalzentrum in unmittelbarer Nachbarschaft zur Angelika-Lautenschläger-Kinderklinik wird von den Patientinnen sehr gut angenommen: Die Anzahl der Geburten stieg 2013 um 20 Prozent – insgesamt erblickten 1.668 Kinder in der Frauenklinik das Licht der Welt. „Großer Dank gilt der Dietmar Hopp Stiftung, die uns beim Bau sowie der Einrichtung des Perinatalzentrums sowie der modernen Kinderherz-OPs maßgeblich unterstützt hat“, so Adler. Mit dem Baubeginn der neuen Chirurgischen Universitätsklinik 2014 ist der Schluss des Klinikrings auf dem Campus in Neuenheimer Feld nun in greifbare Nähe gerückt.

Mehr als 70.000 stationäre Patienten und rund 1 Million ambulante Patientenbesuche

Die Finanzierung der nötigen Modernisierungen und Neubauten stellt die Universitätsklinika jedoch vor erhebliche Probleme. Auch höhere Personal- und Sachkosten bei knapp bemessenen Budgets haben den finanziellen Druck in den letzten Jahren erheblich verstärkt. Das Universitätsklinikum Heidelberg konnte diese negative Entwicklung auch in diesem Jahr durch eine erneute Leistungssteigerung auffangen: Rund 70.000 Patienten wurden stationär behandelt, es gab mehr als eine Million ambulante Besuche insgesamt. Damit gehört Heidelberg zu den größten und leistungsstärksten Universitätsklinika in Deutschland. „Patientenversorgung auf höchstem Niveau, speziell die Hochleistungsmedizin ist sehr teuer; viele Leistungen bekommen wir nicht erstattet“, beklagte Irmtraut Gürkan. „Wir haben daher große Erwartungen an die Große Koalition, dass hier eine sinnvolle Lösung erarbeitet wird.“ Dabei wies sie darauf hin, dass die Kliniken in Deutschland, insbesondere die Uniklinika, finanziell ausgeblutet seien.

Argumentationshilfe bietet ein Wertschöpfungsgutachten, das vom Universitätsklinikum Heidelberg bei der TU Dresden in Auftrag gegeben wurde und dessen Ergebnisse nun vorliegen. Es verdeutlicht den wirtschaftlichen Wert des Universitätsklinikums für die Stadt Heidelberg, Baden-Württemberg und ganz Deutschland, u.a. im Hinblick auf die Zahl der Arbeitsplätze und die Steuereinnahmen. Allein die Stadt Heidelberg und der Rhein-Neckar-Kreis profitieren wirtschaftlich durch ein Gemeindesteueraufkommen von 23 Millionen Euro und 5.600 zusätzliche Arbeitsplätze.

Ausreichend qualifizierte Bewerber im Pflegebereich

Auch 2013 war das Universitätsklinikum Heidelberg ein attraktiver Arbeitgeber. „Entgegen dem deutschlandweiten Trend konnten wir bisher alle offenen Stellen mit qualifizierten Bewerbern besetzen“, erklärte Pflegedirektor Edgar Reisch. Hier profitiert das Klinikum von den hervorragend ausgebildeten Berufseinsteigern aus der eigenen Akademie für Gesundheitsberufe, die in zwölf Berufen ausbildet, vier staatlich anerkannte Fachweiterbildungen sowie ein umfangreiches Fortbildungsprogramm anbietet. Rund 70 Prozent der Absolventen werden vom Universitätsklinikum übernommen. „Unser Ziel für 2014 ist es, die Arbeit am Universitätsklinikum noch attraktiver zu machen, damit uns unsere qualifizierten Mitarbeiter möglichst lange erhalten bleiben“, so Reisch.

Laborflächen für exzellente Forschungsleistungen dringend benötigt

Im akademischen Bereich waren im Jahr 2013 für Dekan Professor Dr. Claus Bartram zwei Baumaßnahmen von besonderer Bedeutung: Der Baubeginn zu den Marsilius-Arkaden, zukünftiger Standort für verschiedene Einrichtungen der Medizinischen Fakultät und des Marsilius-Kollegs, als Plattform interdisziplinärer Projekte wichtiger Bestandteil der Heidelberger Exzellenzinitiative, sowie des Dietmar-Hopp-Stoffwechselzentrums bzw. Analysezentrums III. Dort sollen ab Sommer 2014 Diagnostik und Erforschung von angeborenen Stoffwechselerkrankungen europaweit einzigartig auf höchstem Niveau betrieben werden. Neubau und Einrichtung wird von der Dietmar Hopp Stiftung und der Klaus Tschira Stiftung unterstützt. Die zusätzlichen Laborflächen sowie die früheren Labors des Zentrums in der alten Kinderklinik, die nun frei werden, werden dringend benötigt – z.B. für Arbeitsgruppen der Deutschen Gesundheitszentren oder für neue Sonderforschungsbereiche, für die sich die Heidelberger Wissenschaftler derzeit engagieren. „Aber der Wille allein reicht nicht aus, um die universitäre Forschung in Heidelberg auf ihrem Spitzenplatz zu halten und weiter nach vorne zu bringen – wir benötigen weitere Zuschüsse und die entsprechende Infrastruktur“, mahnte der Dekan.


 

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