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Gemeinsame Behandlung durch Spezialisten verhindert Amputationen

17.11.2008
Medizinische Universitätsklinik bietet interdisziplinäre Fußsprechstunde für Diabetiker an / Frühzeitige Therapie erhöht Chancen

 

Eine Amputation von Fuß oder Zehen muss meist nicht sein. Schwere Wundprobleme können heute effektiv behandelt werden; allerdings sollten sie frühzeitig einer kompetenten Behandlung von mehreren Spezialisten zugewiesen werden. Darauf hat jetzt Professor Dr. Peter Nawroth, Ärztlicher Direktor der Abteilung Endokrinologie und Stoffwechsel der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, hingewiesen. „Je früher die Patienten zu uns kommen, desto besser stehen die Chancen, dass sie wieder ohne Probleme laufen können.“

 

In der interdisziplinären Fußambulanz am Universitätsklinikum Heidelberg sorgen Spezialisten dafür, dass zuckerkranken Patienten, die an offenen Wunden und Infektionen leiden, geholfen werden kann. Fachärzte für Diabetes und Gefäßmedizin sowie Gefäßchirurgen, Orthopäden und Fachärzte für Plastische Chirurgie besprechen gemeinsam schwierige Fälle und schöpfen alle Möglichkeiten aus, um den Fuß zu retten und den Patienten wieder gehfähig zu machen. 

 

Jeder fünfte Patient mit langjähriger Zuckerkrankheit leidet an einem "diabetischen Fuß": Zunächst oft unbemerkt entwickeln sich Geschwüre, die ohne adäquate Behandlung schwer abheilen und letztlich zu einer Amputation führen können, in Deutschland mehr als 40.000 mal im Jahr. Durch eine umfassende medizinische Betreuung könnte dies jedoch in vielen Fällen verhindert werden.

 

Heidelberger Fußambulanz von Deutscher Diabetes-Gesellschaft anerkannt

 

"Die enge Zusammenarbeit von Spezialisten verbessert die Behandlungsergebnisse und ist deshalb eine Voraussetzung für eine Anerkennung durch die Deutsche Diabetes-Gesellschaft", erklärt Dr. Ursula Bärtsch, die Leiterin der Fußambulanz. Das Krankheitsbild des diabetischen Fußsyndroms ist komplex: Die schlechte Stoffwechsellage beim Diabetiker führt dazu, dass die Nerven und damit die Schmerzempfindung an den Füßen beeinträchtigt werden. Übermäßiger Druck, etwa durch schlecht sitzendes Schuhwerk, wird nicht wahrgenommen, es kommt zu Hautdefekten und Infektionen, die oft erst spät bemerkt oder unterschätzt werden. Zusätzlich haben viele Diabetiker eine schlechte Durchblutung; Wunden und Infektionen heilen schlecht ab.

 

Gemeinsame Betreuung der Patienten mit niedergelassenen Ärzten

 

Die Heidelberger Ambulanz bietet das gesamte medizinische Spektrum der Diagnostik und Therapie: Fachärzte für Diabetes kümmern sich um die optimale Einstellung des Blutzuckers und des gesamten Stoffwechsels und übernehmen die Wundversorgung sowie Prophylaxe und Nachsorge. Gefäßspezialisten, Radiologen und Gefäßchirurgen klären Durchblutungsstörungen weiter ab und führen die notwendigen Eingriffe durch. Orthopäden beraten bei Problemen mit Fußdeformitäten und nehmen ggf. entsprechende Eingriffe vor. Bei großen Haut- und Weichteildefekten können Chirurgen für plastische Chirurgie mit Hautverpflanzungen helfen. Infektions-Spezialisten sind bei der Behandlung hartnäckiger Infektionen aktiv. Und nicht zuletzt sorgen Fußpfleger und Orthopädieschuhmacher dafür, dass Druckstellen und Verletzungen möglichst verhindert werden.

 

Die Fußambulanz in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg (Abteilung Endokrinologie und Stoffwechsel), Im Neuenheimer Feld 410, hat täglich von 8 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet. Terminvereinbarung unter 06221 / 56 87 87. Die Notfallversorgung ist über die Notfallaufnahme der Medizinischen Klinik rund um die Uhr gewährleistet.

 

 

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Das Team der Fußambulanz: (hintere Reihe v.l.n.r.) Professor Dr. Dietmar Boeckler, komm. Ärztlicher Direktor der Abt. Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg, Professor Dr. Peter Nawroth, Ärztlicher Direktor der Abteilung Endokrinologie und Stoffwechsel der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, Dr. Clemens Kuehner, Oberarzt Abt. Gefäßchirurgie, Dr. Ursula Bärtsch, Oberärztin Abt. Endokrinologie und Stoffwechsel, Dr. Wolfram Wenz, Leiter des Bereichs Infantile Cerebralparese und Fußdeformitäten an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, (vordere Reihe v.l.n.r.) Frau Karin Rudnik, Abt. Endokrinologie und Stoffwechsel, ein Patient, Dr.Oliver Müller, Abt. Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg.

Foto: Andres

 

 

Bei Rückfragen von Journalisten:

Dr. Annette Tuffs

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg

und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg

Im Neuenheimer Feld 672

69120 Heidelberg

Tel.: 06221 / 56 45 36

Fax:  06221 / 56 45 44

E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

 

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