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Warum werden Infektionen mit Hepatitis-Viren chronisch?

22.07.2009
Neue Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft an den Universitäten Heidelberg und Freiburg

 

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung einer neuen Forschergruppe an den Universitäten Heidelberg und Freiburg beschlossen (Sprecher: Professor Dr. Ralf Bartenschlager, Heidelberg; stellvertretender Sprecher: Professor Dr. Robert Thimme, Freiburg). Ihr Ziel ist die Erforschung der Mechanismen der chronischen Virusinfektion: Wie schaffen es Hepatitis-Viren, sich der Immunabwehr zu entziehen, im Organismus zu überdauern und ihn zu schädigen? Das Forschungsprojekt "Persistenzmechanismen hepatotroper Viren“, bei dem neuartige Zellkultursystemen zum Einsatz kommen, wird mit 1.400.000 Euro gefördert.

 

Mehr als 500 Millionen Menschen weltweit sind dauerhaft mit Hepatitis B oder C-Viren infiziert; in Deutschland gibt es rund 500.000 chronisch infizierte Patienten. Sie haben ein hohes Risiko, an einem Leberzelltumor oder einem Umbau des Lebergewebes (Leberzirrhose) zu erkranken. Viele Patienten sterben am Leberversagen. Gegen Hepatitis B kann geimpft werden, gegen Hepatitis C dagegen nicht. Eine anti-virale Therapie ist nur in Grenzen möglich und zudem sehr teuer.

 

Viren werden in einzigartigen Zellkultursystemen untersucht

 

Da es keine geeigneten Tiermodelle gibt, an denen man persistierende Infektionen untersuchen kann, sind die Wissenschaftler auf Zellkulturen angewiesen. Im Zusammenschluss mit den Freiburger Wissenschaftlern wurden bereits höchst effiziente Systeme entwickelt, in denen die Viren gezüchtet werden können.  „Ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren ermöglicht den Viren die Persistenz. So viel ist bereits klar,“ erklärt Professor Bartenschlager. „Es werden jedoch unterschiedliche Konzepte zu den molekularen Abläufen diskutiert. Diesen Theorien wollen wir in unseren 6 Teilprojekten nachgehen.“

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ihre Forschungsergebnisse auch für andere persistierende Virusinfektionen Gültigkeit haben werden und langfristig zur Entwicklung neuer immuntherapeutischer Ansätze, wie z.B. einem Impfstoff gegen das Hepatitis C Virus.

 

Grundlage für ein Kompetenzzentrum

 

In den Forschergruppen der DFG arbeiten Wissenschaftler interdisziplinär an einer speziellen wissenschaftlichen Fragestellung zusammen. Die Förderung von Forschergruppen ist meist auf sechs Jahre angelegt und stellt die notwendige personelle und materielle Ausstattung bereit. Sie trägt dazu bei, neue Arbeitsrichtungen zu etablieren.

 

 

Kontakt:

Prof. Dr. Ralf Bartenschlager

Abteilung Molekulare Virologie / Hygiene Institut

Medizinische Fakultät

Ruprecht-Karls Universität Heidelberg

Im Neuenheimer Feld 345

69120 Heidelberg

Tel.: 06221 56 45 69

Fax: 06221 56 45 70

E-Mail: Ralf_Bartenschlager@med.uni-heidelberg.de

 

Prof. Dr. Robert Thimme

Abteilung Medizin II

Medizinische Fakultät

Albert-Ludwigs Universität Freiburg

Hugstetter Strasse 55

79106 Freiburg

Tel.:0761 270 3280

Fax:0761 270 3372

E-Mail: robert.thimme@uniklinik-freiburg.de

 

 

 

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg

Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit 1.600 Betten werden jährlich rund 500.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.100 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. (Stand 12/2008)

 

www.klinikum.uni-heidelberg.de

 

Bei Rückfragen von Journalisten:

Dr. Annette Tuffs

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg

und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg

Im Neuenheimer Feld 672

69120 Heidelberg

Tel.: 06221 / 56 45 36

Fax:  06221 / 56 45 44

E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

 

113/2009

 

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