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Genetische „Lockvögel“ sollen Gefäßschäden bei Marfan-Syndrom vorbeugen

04.03.2011
Wissenschaftler am Herzzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg erhalten 20.000 Euro für neues Forschungsprojekt

                          [Bild in Druckauflösung]

 

An dem Pilotprojekt arbeiten Privatdozent Dr. Klaus Kallenbach und Rawa Arif (Klinik für Herzchirurgie) sowie Privatdozent Dr. Andreas Wagner (Abteilung für Physiologie und Pathophysiologie, von links).

 

Die Gefäße von Patienten mit Marfan-Syndrom – einer angeborenen Bindegewebserkrankung – weisen häufig Aussackungen (Aneurysmen) auf, die spontan einreißen und zu schweren Blutungen bis hin zum Tod führen können. Am Herzzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg arbeiten Forscher jetzt daran, die dafür verantwortlichen Botenstoffe zu blockieren: mit Hilfe von kurzen DNA-Stücken, den „decoys“ (englisch für „Lockvögel“). Das Pilotprojekt ist eine Kooperation zwischen Privatdozent Dr. Klaus Kallenbach, Klinik für Herzchirurgie, und Privatdozent Dr. Andreas Wagner, Abteilung für Physiologie und Pathophysiologie. Die B. Braun Stiftung unterstützt es mit 20.000 Euro.

 

Etwa 10.000 Menschen in Deutschland sind vom Marfan-Syndrom betroffen, das bis heute nicht heilbar ist; auch die Folgen sind oft nur begrenzt behandelbar. Gefäßveränderungen der Hauptschlagader stellen für die Betroffenen die größte Bedrohung dar. Ursache ist eine besonders hohe Aktivität bestimmter Enzyme (Matrix-Metalloproteinasen oder MMPs), die das elastische Bindegewebe der Gefäßwand in kleine Fragmente zerlegen und dadurch zerstören. Die „decoys“ locken die Botenstoffe an, die der Körper zur Herstellung von MMPs benötigt, und blockieren sie. 

 

Mikrochirurgie am Mausmodell

 

Die Arbeitsgruppen von Dr. Kallenbach und Dr. Wagner wollen nun an Mäusen testen, ob eine vorbeugende Behandlung mit den DNA-Stückchen tatsächlich die Aktivität der MMPs vermindern und die Gefäßwand stabilisieren kann. In einem diffizilen Operationsverfahren entnehmen die Forscher kranken Mäusen unter dem Mikroskop die Hauptschlagader, behandeln sie außerhalb des Körpers und setzen sie anschließend anderen Mäusen wieder ein. So können die Wissenschaftler erkennen, ob der behandelte Teil der Hauptschlagader länger gesund bleibt als der unbehandelte. 

 

„Können wir die Gefäßschäden dadurch verhindern oder zumindest verringern, so erscheint es prinzipiell möglich, diese Komponente des Marfan-Syndroms kausal zu behandeln“, erläutert Rawa Arif, wissenschaftlicher Assistent in der Klinik für Herzchirurgie und verantwortlicher Operateur in diesem Projekt.

 

Die B. Braun Stiftung

 

Die Brüder Otto und Dr. Bernd Braun riefen die B. Braun Stiftung im Jahr 1966 ins Leben und gaben ihr die Aufgabe, „das Krankenpflegepersonal und junge Ärzte in ihrer fachlichen Weiterbildung zu fördern“. Zu den Schwerpunkten zählt auch die Unterstützung der Forschung. Im medizinischen Bereich hat sich die Stiftung bisher vor allem experimentellen Projekten mit direktem klinischem Bezug zur Humanmedizin und Medizintechnik an den Universitäten Heidelberg, Göttingen und Münster zugewandt.

 

Weitere Informationen im Internet:

 

Arbeitsgruppe Kardiovaskuläre Gentherapie:

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/AG-Kardiovaskulaere-Gentherapie.118698.0.html

Institut für Physiologie und Pathophysiologie / Abteilung Herz- und Kreislaufphysiologie:

http://physiologie.uni-hd.de/hecker/agr_he.html

 

Ansprechpartner:

 

Priv. Doz. Dr. med. Klaus Kallenbach

Leitender Oberarzt

Klinik für Herzchirurgie

Universitätsklinikum Heidelberg

Im Neuenheimer Feld 110

69120 Heidelberg

Tel.: 06221/ 56 37982

E-Mail: klaus.kallenbach(at)med.uni-heidelberg.de

 

Priv. Doz. Dr. rer. nat. Andreas Wagner

Institut für Physiologie und Pathophysiologie

Abteilung Herz- und Kreislaufphysiologie

Universität Heidelberg

Im Neuenheimer Feld 326

69120 Heidelberg

Tel.: 06221 / 54 4062/-4135

E-Mail: a.wagner(at)physiologie.uni-heidelberg.de

 

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg

Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 10.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.

 

www.klinikum.uni-heidelberg.de

 

Bei Rückfragen von Journalisten:

Dr. Annette Tuffs

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg

und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg

Im Neuenheimer Feld 672

69120 Heidelberg

Tel.: 06221 / 56 45 36

Fax:  06221 / 56 45 44

E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

 

33 / 2011

 

sims

 

 

 

 

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