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Hirnschrittmacher kontrolliert die Krankheit

28.01.2008
Patienten mit Morbus Parkinson profitieren von innovativer Methode / Symposium zur „Tiefen Hirnstimulation“ am 2. Februar 2008 in der Kopfklinik des Universitätsklinikums Heidelberg

Mit einer innovativen, sehr wirksamen Behandlungsmethode bei schweren Hirnerkrankungen befasst sich am 2. Februar 2008 ein Symposium in der Heidelberger Kopfklinik. Bei der „Tiefen Hirnstimulation“ wird den Patienten eine Elektrode in das Gehirn implantiert, die sie bei Bedarf selbst an- und abschalten können. Patenten, die an der Parkinson-Krankheit leiden, können dadurch ständiges Zittern, spontane Bewegungen und Steifigkeit kontrollieren. Studien haben gezeigt, dass sich die Lebensqualität der Patienten erheblich verbessert. Auch bei Bewegungsstörungen durch Multiple Sklerose ist die Hirnstimulation eine Behandlungsoption.

 

Die „Tiefe Hirnstimulation“ wurde 1995 erstmals in Frankreich bei einem Patienten mit einer Parkinson-Erkrankung erprobt. Seitdem sind rund 30.000 Patienten weltweit – meist sehr erfolgreich – behandelt worden. Die Neurologische und die Neurochirurgische Universitätsklinik Heidelberg gehören zu den Zentren in Deutschland, die diesen Eingriff durchführen. In der Heidelberger Kopfklinik wurden bislang rund 400 Patienten behandelt.

 

„Der Eingriff dauert etwa sechs Stunden; der Patient ist dabei wach“, erklärt Privatdozent Dr. Henrik Wilms, Oberarzt in der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg. Während der Operation werden wiederholt elektrische Probesignale abgegeben, um den Schrittmacher optimal im Mittelhirn zu platzieren. Denn dort liegen die Nervenzellen, die aus unbekannter Ursache einen wichtigen Signalstoff, das Dopamin, verloren haben und nun unkontrollierte Salven abgeben. Durch die elektrische Stimulation können sie synchronisiert werden.

 

Parkinson-Krankheit  bei zehn Prozent der Patienten vor dem 40. Lebensjahr

 

„Die Hirnstimulation wird vor allem eingesetzt, wenn die Medikamente versagen“, berichtet Dr. Wilms. Die Wirksubstanz L-Dopa kann das Dopamin im Gehirn ersetzen, allerdings oft nur für einige Jahre und mit Nebenwirkungen. Vor allem junge Patienten – rund 10 Prozent aller Parkinson-Patienten sind unter 40 Jahre alt – können von der Behandlungsalternative der Hirnstimulation profitieren.

 

Bei dem Symposium berichten Experten der Universitätskliniken für Neurologie und Neurochirurgie, Heidelberg und aus anderen deutschen Zentren über die bislang erzielten Ergebnisse mit dem innovativen Verfahren. Diskutiert werden zudem Weiterentwicklungen im technischen Bereich sowie der bislang viel versprechende Einsatz der Tiefen Hirnstimulation bei anderen neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose sowie schweren Bewegungsstörungen (Dystonie).

 

 

Programm der  Veranstaltung (PDF):

www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pressestelle/pdf/Flyer_Hirnstimulation.pdf

 

 

Spezialambulanz für Patienten mit Bewegungsstörungen:

Freitags ab 10.00 Uhr, Anmeldung Tel. 06221/56 7510

 

 

Kontakt:

Privatdozent Dr. Henrik Wilms

Oberarzt der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg

Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg, Germany

Tel.: 06221 / 56 37513

Fax: 06221 / 56 5348 

 

 

Bei Rückfragen von Journalisten:

Dr. Annette Tuffs

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg

und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg

Im Neuenheimer Feld 672

69120 Heidelberg

Tel.: 06221 / 56 45 36

Fax:  06221 / 56 45 44

E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

 

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