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Minister Peter Hauk MdL: "Hausärztemangel in ländlich geprägten Räumen nachhaltig entgegentreten"

28.09.2009
Kabinettausschuss 'Ländlicher Raum' startet Modellprojekt 'Verbundweiterbildung Plus Ländlicher Raum' im Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin Baden-Württemberg / Land stellt 460.500 Euro zur Verfügung

"Der ländliche Raum Baden-Württembergs als Rückgrat des Landes muss nicht nur im Bereich Arbeit und Infrastruktur, Breitband und Kinderbetreuung spitze sein. Für zukunftsfähige ländliche Räume spielt die Sicherstellung einer quantitativ und qualitativ hochwertigen wohnortnahen 'landärztlichen' Versorgung eine ebenso wesentliche Rolle. Damit im ländlichen Raum auch zukünftig qualifizierter ärztlicher Nachwuchs zur Verfügung steht, ergreift die Landesregierung Maßnahmen, die bundesweit einmalig sind“, sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am Montag (28. September) in Heidelberg (Rhein-Neckar-Kreis). Gemeinsam mit dem Leiter des Heidelberger Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin, das von Professor Dr. Joachim Szecsenyi am Universitätsklinikum Heidelberg geleitet wird, startete Hauk das Modellprojekt 'Verbundweiterbildung Plus Ländlicher Raum'.

 

"Mit dem Modellprojekt 'Verbundweiterbildung Plus Ländlicher Raum' soll die Attraktivität der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner gesteigert und darüber ein Beitrag zur Sicherstellung der wohnortnahen 'landärztlichen' Versorgung geleistet werden", erläuterte Hauk. In verschiedenen ländlichen Regionen Baden-Württembergs werden regionale Weiterbildungsverbünde aus Kliniken und weiterbildungsermächtigten Praxen und dem Kompetenzzentrum etabliert. Wesentliche Hürden, die junge Ärzte derzeit davon abhalten, den Weg in die Allgemeinmedizin einzuschlagen, werden mit dem Modellprojekt direkt angegangen.

 

Wer heute in Deutschland Hausarzt werden möchte, steht vor der Barriere, die erforderlichen Weiterbildungsabschnitte in Kliniken und Praxen in Eigenregie möglichst nahtlos aneinanderzureihen. Die fehlende externe Koordination bringt für die einzelnen Bewerber Unsicherheiten hinsichtlich geeigneter Weiterbildungsstellen und der Bezahlung mit sich. Ferner fehlt in der Weiterbildung eine frühzeitige Orientierung am späteren Berufsbild des Hausarztes. Dies hat zur Folge, dass sich nach dem Abschluss des Medizinstudiums zunehmend weniger junge Ärzte für eine Weiterbildung 'Allgemeinmedizin' entscheiden. "Ländliche Regionen sind von der Verknappung an Nachwuchs-Hausärzten stärker betroffen. Zur Kernstruktur einer intakten ländlichen Region gehört jedoch ein Hausarzt, nicht zuletzt weil sonst unsere mittelständischen Unternehmen an Konkurrenzfähigkeit verlieren", hob Hauk hervor.

 

"Das Modellprojekt 'Verbundweiterbildung Plus Ländlichen Raum' hingegen ermöglicht den jungen Ärzte, dass sie sich nicht mehr mühsam Weiterbildungsstellen in verschiedenen Kliniken suchen müssen, sondern in einem Verbund ihre gesamte Weiterbildung in einer Region absolvieren können. Der 'Nachwuchshausarzt' muss sich nur einmal für die gesamte Weiterbildungszeit bewerben", erläuterte Szecsenyi.

 

"Bundesweit einzigartig wird das Modellprojekt Verbundweiterbildung Plus Ländlicher Raum durch seine Ausrichtung auf den gesamten ländlichen Raum Baden-Württembergs, die direkte Anbindung an universitäre Strukturen und die kommunale Verankerung der Weiterbildungsverbünde. Außerdem erhalten die jungen Ärzte im Programm über die gesamte Weiterbildungszeit zusätzliche Schulungen, in denen sie auch unternehmerisch auf eine selbständige hausärztliche Tätigkeit vorbereitet werden", erläuterte Hauk. Eine Verankerung der Weiterbildungsverbünde soll durch Kooperationen mit Gemeinden und regionalen Unternehmen sichergestellt werden. Es ist davon auszugehen, dass sowohl die Gemeinden als auch die vor Ort ansässigen Unternehmen ein starkes Interesse daran haben, dass die wohnortnahe hausärztliche Versorgung nachhaltig gesichert ist.

 

Im Rahmen des von der Landesregierung eingesetzten ressortübergreifenden Kabinettsausschusses 'Ländlicher Raum' wurden Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen für den Erhalt einer flächendeckenden sozialen und medizinischen Versorgung im ländlichen Raum erarbeitet, die nun in Modellprojekten erprobt werden. Das heute vorgestellte Modellprojekt 'Verbundweiterbildung Plus Ländlicher Raum' wurde vom Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst auf den Weg gebracht. Das Modellprojekt wird mit 460.500 Euro vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum unterstützt.

 

„Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir bereits zehn regionale Weiterbildungsverbünde im ländlichen Raum etabliert“, erklärte Hauk. Diese Standorte sind Biberach an der Riß, Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis), Ellwangen (Ostalbkreis), Freudenstadt, Hohenlohe, Kinzigtal (Ortenaukreis), Schwäbisch Gmünd, Schwäbisch Hall, Sigmaringen und Villingen-Schwenningen. Mit weiteren Standorten laufen derzeit Kooperationsgespräche.

 

Weitere Informationen zum Kabinettausschuss 'Ländlicher Raum' sind auf den Internetseiten unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de, über regionale Weiterbildungsverbünde sowie über Verbundpartner und das Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin unter www.weiterbildung-allgemeinmedizin.de und www.kompetenzzentrum-allgemeinmedizin.de, zum Thema Ärzteversorgung in Baden-Württemberg unter www.sm.baden-wuerttemberg.de abrufbar.

 

 

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg

Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit 1.600 Betten werden jährlich rund 500.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.100 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. (Stand 12/2008)

 

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Bei Rückfragen von Journalisten:

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E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

 

157/2009

 

 

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