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Medizinstudenten feiern mit ihren „Patenkindern“ fünfjähriges Jubiläum

27.06.2012
Erfolgreiches Lehrprojekt am Universitätsklinikum Heidelberg: Angehende Ärzte begleiten Babys in den ersten zwei Lebensjahren / „Familienfeier“ auf der Grillhütte

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Dr. Ingrid Cop, Kinderärztin aus Sandhausen, Medizinstudent und Pate Fabian Günther mit Patenkind Maren, und Mutter Silke Berberich feierten bei einem Grillfest gemeinsam das fünfjährige Jubiläum des Pädiatrischen Patenschaftsprojekts an der Heidelberger Kinderklinik. Foto: privat.

Heidelberger Medizinstudenten können in der Funktion von Paten bereits während ihres Studiums Babys regelmäßig in ihrer Entwicklung begleiten. Sie dürfen sie im familiären Umfeld über zwei bis drei Jahre betreuen und zu Vorsorgeuntersuchungen beim niedergelassenen Kinderarzt sowie wenn das Kind krank ist begleiten. Jetzt stand kein Arztbesuch an sondern ein Grillfest auf der Hallenbachgrillhütte in Handschuhsheim: Das fünfjährige Bestehen des erfolgreichen und bundesweit einmaligen Lehrprojekts "Pädiatrisches Patenschaftsprojekt PÄPP“ feierten Medizinstudenten, ihre Patenkinder mit Familien, niedergelassene Kinderarztpraxen als Projektpartner und Lehrbeauftragte des Heidelberger Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin gemeinsam.

„In den vergangenen fünf Jahren wurden sehr enge Kontakte geknüpft zwischen den Studenten und den Familien“, erklärt Dr. Sören Huwendiek, Lehrbeauftragter der Heidelberger Kinderklinik. „Auch die Kooperationen mit den niedergelassenen Kollegen im Rhein-Neckar-Raum konnten stetig ausgebaut werden. Alle Beteiligten profitieren von dem Patenschaftsprojekt.“ Bisher nahmen 81 Studenten, 82 Familien und zehn niedergelassene Kinderärzte an PÄPP teil, von Seiten der Klinik sind fünf Ärzte eingebunden. Eine ehemalige studentische Teilnehmerin schreibt zurzeit ihre Doktorarbeit über das Projekt.


Studenten erfahren wichtige frühkindliche Entwicklungsschritte

Ziel von PÄPP ist es, den Studenten mehr Praxisnähe zu vermitteln und sie mit den Bedürfnissen und Stärken kleiner Kinder bereits während des Studiums vertraut zu machen. Dafür konnten niedergelassene Ärzte erfahrene Familien mit mindestens einem älteren Kind gewinnen. Die Familien haben sich einverstanden erklärt, den studierenden Paten anzunehmen, der die Entwicklung des neuen Geschwisterkindes beobachten und begleiten darf. Faktoren, die zu einer gesunden Entwicklung eines Kleinkindes beitragen, werden von den Studenten erkannt und in einem Portfolio fortlaufend dokumentiert. Bei Hausbesuchen und Gruppentreffen bereits vor der Geburt des Kindes können sich beide Seiten kennen lernen.
 
Ein weiterer Pluspunkt für die Paten: Die angehenden Mediziner können sich so schon während ihres Studiums mit dem Berufsbild des niedergelassenen Pädiaters vertraut machen und insbesondere die Bereiche Primärprävention und Kindervorsorgeuntersuchungen kennen lernen.

 „Für die Medizinstudenten ist es wichtig, die normale Entwicklung eines Kindes über Jahre hinweg beobachten zu können und damit die Entwicklungsschritte eines Kindes in Bezug auf motorische, psychosoziale und sprachliche Kompetenzen zu erfahren. Außerdem sollen die Studenten ihre eigenen kommunikativen Fähigkeiten im Gespräch mit den Eltern und den Kindern verbessern“, so Dr. Folkert Fehr aus Sinsheim, der das Projekt von Seiten der Niedergelassenen Kinderärzte koordiniert. Regelmäßige Tutorien in Kleingruppen runden das Projekt ab. Die wissenschaftliche Auswertung erfolgt durch Ärzte des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin in Kooperation mit niedergelassenen Kinderärzten.


 
Kontakt:
Dr. med. Sören Huwendiek
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg
Lehrbeauftragter
Tel.: 06221 56-7515
E-Mail: Opens window for sending emailsoeren.huwendiek@med.uni-heidelberg.de


Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang


Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.

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78 / 2012

JB


 

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