zurück zur Startseite
Zentrale Tel.: 06221-560

Spastikbehandlung bei Kindern mit Zerebralparese

Spastik und infantile Zerebralparese – was ist das?

Wird das Gehirn von Babys oder Kindern zeitweise nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, sprechen Mediziner von einer infantilen Zerebralparese. Die Unterversorgung kann bereits unter der Geburt auftreten oder auch später, beispielsweise durch eine Hirnblutung, Ertrinkungsunfälle oder Sauerstoffunterversorgung während der Geburt. Betroffene Kinder entwickeln bedingt durch die eingetretenen Schäden im Gehirn eine andauernde Verkrampfung der Muskulatur, eine sogenannte Spastik. Diese zeigt sich vor allem in Armen und Beinen, was die kleinen Patienten später häufig an den Rollstuhl bindet. Auch sind die Kinder durch ihre Behinderung dauerhaft auf zusätzliche Unterstützung angewiesen. Doch neueste medizinische Erkenntnisse und die Entwicklung von Medikamentenpumpen und operativen Methoden versprechen eine dauerhafte Besserung der spastischen Muskelkrämpfe.


So behandeln wir Spastiken bei Kindern mit Zerebralparese

Als eines der ersten Zentren deutschlandweit können unsere Chirurgen Kindern mit einer infantilen Zerebralparese mit der sogenannten selektiven dorsalen Rhizotomie ein neuartiges chirurgisches Verfahren anbieten. Die Wirksamkeit dieser Operation liegt weit über den Möglichkeiten der bisher durchgeführten Kombination aus konservativer Behandlung und orthopädischen Eingriffen. Besonders Kinder, bei denen hauptsächlich beide Beine stark von der Spastik betroffen sind, profitieren von dieser operativen Therapie.


Ein Plus an Beweglichkeit und Lebensqualität dank innovativer OP-Methode.

Der neuartige mikrochirurgische Eingriff wird derzeit nur in vier deutschen Kliniken durchgeführt. Dabei suchen und durchtrennen unsere Chirurgen gezielt die Nervenfasern, die die spastischen Muskelverkrampfungen in den Beinen verursachen. Indem mit Hilfe unseres Neuromonitorings die Funktionen benachbarter Nervenfasern überwacht werden können, kann die Operation ohne Funktionsverlust gesunder Nerven durchgeführt werden. Das Ergebnis des Eingriffs bedeutet für die Kinder in der Regel ein deutlich verbessertes Steh- und Gehvermögen. Auch fallen durch die Reduktion der Spastik spätere orthopädische Korrekturoperationen häufig geringer aus oder können sogar ganz vermieden werden. Selbst Verbesserungen des Sprachvermögens und der Beweglichkeit der Arme und Hände sind möglich. 

Das beste Alter für diese Operation liegt zwischen 5 und 8 Jahren, aber auch ältere Kinder und Jugendliche profitieren von diesem Verfahren. Grundvoraussetzung ist eine ausreichende Muskelkraft in den Beinen und Motivation zur Physiotherapie, da die Beine nach der Operation schwach sind und die Muskelkraft erst wieder trainiert werden muss. Die Auswahl und Betreuung der für den Eingriff geeigneten Kinder übernimmt ein interdisziplinäres Team aus Neuropädiatern, Neuroorthopäden und pädiatrischen Neurochirurgen.


Medikamentenpumpe – eine wirksame Behandlungsoption bereits ab dem Säuglingsalter.

Ebenfalls bieten wir in Heidelberg eine erweiterte medikamentöse Therapie an. Diese umfasst neben der bekannten Tablettengabe oder Botox-Injektionen zur Muskelentspannung auch die Implantation spezieller Medikamentenpumpen (Lioresalpumpen). Denn je früher eine wirksame Behandlung der Spastik beginnt, desto eher können Folgen wie Gelenkversteifungen, Verkrümmungen der Wirbelsäule und korrigierende orthopädische Eingriffe vermieden werden. So behandeln wir bereits Kinder im Säuglingsalter durch die Implantation einer Medikamentenpumpe. 

Die Pumpe gibt dabei über einen feinen Schlauch ein muskelentspannendes Medikament direkt in die Rückenmarksflüssigkeit ab. Da das Medikament hierdurch unmittelbar an den Ort der Entstehung der Spastik gelangt, kann es sehr niedrig dosiert werden. In der Regel verwenden wir dabei programmierbare Pumpen, die sich an die alltäglichen Bedürfnisse des Kindes anpassen lassen.

Bestehen nach eingehender fachärztlicher Untersuchung noch Unsicherheit oder Zweifel bezüglich der Wirksamkeit des Eingriffs, kann die Pumpe in einer Testphase zunächst außerhalb des Körpers platziert werden. Stellt sich die Behandlung als wirksam heraus, wird die Pumpe nach etwa drei Wochen fest implantiert.

Spezialistin

Priv.-Doz. Dr. med. Heidi Bächli

 

Sektionsleiterin pädiatrische Neurochirurgie

 

Spezialisiert auf neurochirurgische Erkrankungen im Kindesalter, Spastikbehandlung, Hydrocephalus, Entwicklungsstörungen (ZNS), kindliche Hirntumore

 

Opens internal link in current windowzum Profil


Terminvereinbarung Spezialsprechstunde Kinderneurochirurgie

Sprechstunde Kinderneurochirurgie 

Montag von 12.00 - 15.30 Uhr

Donnerstag von 09.00 - 15.30 Uhr

Terminvereinbarung über das Sekretariat der Kinderneurochirurgie:

Frau Sam

Tel:  06221-56 38984
Fax: 06221-56 5856
Opens window for sending emailE-Mail 

Print Diese Seite per E-Mail weiterempfehlen

Termin vereinbaren

Sekretariat Kinderneurochirurgie 

Frau Sam (08.30-12.30h)

Tel:  06221-56 38984
Fax: 06221-56 5856
Opens window for sending emailE-Mail 

Spezialistin

PD Dr. med. 
Heidi Bächli

Pädiatrische 
Neurochirurgie

Bächli



Opens internal link in current windowzum Profil

Adresse und Anreise

Neurochirurgische Universitätsklinik
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg
Initiates file downloadAnfahrtsplan (PDF)