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Spezielle plastisch- rekonstruktive Urologie

GIS

Grundlagen für die operative Therapie von Patienten mit einer GIS ist die Erfüllung sämtlicher Kriterien nach den deutschen Standards zur Behandlung und Begutachtung von Patienten mit GIS. Hierfür besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.Folgende Grundlagen müssen für die Diagnosestellung F-64 und eine nachfolgende operative Therapie erfüllt sein:

 

  • psychotherapeutische Betreuung seit mindestens 1 ½ Jahren
  • Überprüfung der diagnostischen Kriterien durch einen speziell geschulten Psychotherapeuten
  • Durchführung eines Alltagstestes seit mindestens 1 ½ Jahren
  • Hormonelle Behandlung seit mindestens einem halben Jahr
  • Abgeschlossene Namenstandsänderung nach dem § 1 des TSG
  • Schriftliche Zusage der Krankenkasse bezüglich der Kostenübernahme (diese muss vor dem stationären Aufenthalt vorliegen!)
  • Vorlage zweier Gutachten zur Diagnosesicherung und Operationsindikation (ein Gutachten zur Vornamensänderung allein reicht nicht aus!)
  • Persönliche Vorstellung des Patienten mit Operationswunsch



MzF- Operationen:

Hierfür stehen mittlerweile so genannte Operationsstandards zur Verfügung. Unter Einhaltung dieser Standards können hinsichtlich Kosmetik und Funktionalität gute Erfolge erzielt werden. Die Durchführung von MzF- Operationen erfolgt in unserer Klinik nach diesen Standards.

Die MzF- Transformation beinhaltet folgende Einzeleingriffe:

  • Ablatio testes
  • Emaskulation
  • Vaginoplastik
  • Rekonstruktion der Urethra, einer Neoklitoris und der Labien

Bei dieser Operation werden Hoden, Penisschwellkörper und -muskel irreversibel entfernt, die bestehende Penishaut wird zur Bildung einer Neovagina zwischen Blase, Prostata und Rektum verwendet. Noch während der Operation wird in die Neovagina ein Vaginaldilatator eingeführt, der erst 5-6 Tage nach der Operation entfernt wird. Später sollen die Patientinnen dann erlernen, selbständig Ihre Neovagina zu dehnen.

Ein Teil der Glans penis wird zur Bildung einer Klitoris benutzt, dabei wird stets auf die Erhaltung der Innervation und Blutversorgung geachtet, um die Empfindungsfähigkeit zu erhalten.

Die entfernten Hoden werden in die Pathologie gesendet, dies ist nötig, um die definitive Entfernung der Keimdrüsen attestieren zu können, denn nur dann ist eine Personenstandsänderung nach § 8 des TSG möglich.

Die nach der Entfernung der Hoden noch vorhandenen Reste der Skrotalhaut werden für die Bildung neuer Schamlippen verwendet.

Entsprechend der weiblichen Anatomie werden die Neoklitoris und die Mündung der Harnröhre eingenäht. Dabei sollen die neu gebildeten Schamlippen die Neovagina, Neoklitoris und Harnröhrenmündung etwas überlappen.

Wenn Länge und Größe des Penishautschlauches ausreichend sind, um die Neovagina gänzlich und ohne Spannung auszukleiden, so kann noch in der gleichen Operation eine Venushügelplastik angeschlossen werden. Diese wird durch eine infrapubische Doppel-Z-Plastik durchgeführt. Dadurch wird den Schamlippen ihre charakteristische ovaläre Gestalt verliehen.

Eine Verwendung von Darmanteilen oder transplantierten Hautanteilen wird zur Bildung einer Neovagina nicht primär angestrebt, sondern nur für eventuelle Korrektur- Operationen oder bei besonderen anatomischen Gegebenheiten in Betracht gezogen.

Der stationäre Aufenthalt der Patienten mit GIS beträgt ca. 12-14 Tage, Nachuntersuchungen sind nach 6-8 Wochen sowie nach einem halben Jahr vorgesehen.