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Spinale Fehlbildungen

Spinale Fehlbildungen – was ist das?

Unter dem Begriff Spinale Fehlbildungen fassen Mediziner alle Erkrankungen zusammen, die auf eine Fehlentwicklung des Rückenmarks zurückzuführen sind. Diese können angeboren sein, aber auch erst später durch z. B. Rückenverletzungen oder Infektionen entstehen. Eine besondere Form der Rückenmarksfehlbildung ist die Syringomyelie. Dabei bildet sich im Rückenmark ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum. Diese „Blase“ drückt auf das umliegende Rückenmark und kann, je nach Größe und Lage, die Funktion des Rückenmarks stören.
Die Beschwerden unserer Patienten reichen dann von minimalen Beeinträchtigungen bis hin zu schweren neurologischen Störungen wie Lähmungen, Muskelkrämpfen (Spastiken), Empfindungsstörungen oder Muskelschwund in Armen oder Beinen.


So behandeln wir Spinale Fehlbildungen

Als neurochirurgische Universitätsklinik operieren wir in Heidelberg jedes Jahr regelmäßig Patienten mit einem Defekt am Rückenmark. Neben ihrer Erfahrung nutzen unsere Ärzte dabei ein umfassendes Repertoire modernster Diagnose- und Operationsverfahren, wie z. B. das kontinuierliche intraoperative elektrophysiologische Monitoring. Da sich nicht jede Fehlbildung des Rückenmarks erfolgreich, also mit einer zu erwartenden Verbesserung für unsere Patienten, operieren lässt, legen wir großen Wert auf eine vorherige, umfassende und genaue Diagnostik. Nur so können wir den Nutzen einer Operation sorgfältig einschätzen und überflüssige oder gefährliche Operationen vermeiden. Erst nach den erfolgten Untersuchungen in unserer Klinik können wir so unseren Patienten eine speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmte optimale medizinische Behandlung anbieten.

Neben der Syringomyelie operieren unsere Chirurgen auch alle anderen Formen von Fehlentwicklungen des Rückenmarks, wie beispielsweise:

  • Spina bifida aperta
  • Spina bifida occulta
  • Dysraphien
  • Dermalsinus
  • Tethered Cord
Operation auch bei Spastiken und Schmerzen Erfolg versprechend.

Auch Patienten deren Spinale Fehlbildung sehr wahrscheinlich nicht erfolgversprechend operierbar ist, können trotzdem von einem chirurgischen Eingriff profitieren. So lassen sich schmerzhafte Spastiken der Arme und Beine – eine häufige Folge spinaler Fehlbildungen – durch die Behandlung mit dem Medikament Baclofen (Baclofen-Therapie) reduzieren. Dieses spezielle Medikament senkt die Anspannung der verkrampften Muskeln. So ist es wieder möglich, Arme oder Beine willentlich zu strecken oder zu beugen, was vorher aufgrund der nicht zu lösenden Anspannung unmöglich war.
Hierzu implantieren wir in einem minimal-invasiven Eingriff eine spezielle Medikamentenpumpe die das Baclofen individuell dosierbar über einen feinen Schlauch direkt in die Rückenmarksflüssigkeit abgibt. So werden Schmerzen und Spastik deutlich gelindert.

Erfahrene Hände und hochmoderne Operationstechnik.

Im Grunde ist das Rückenmark ein Ausläufer unseres Gehirns – und es ist ebenso empfindlich. Ziel unserer Behandlung ist es daher, die Beschwerden der Fehlbildungen zu lindern, ein Voranschreiten zu stoppen und so das Rückenmark vor weiteren Schäden zu bewahren. So verschließen wir z. B.  Defekte der schützenden Rückenmarkshäute, lösen Verwachsungen mit der Wirbelsäule (etwa zur Vorbereitung einer Skoliose-Operation) oder vermeiden die Bildung eines Hydrocephalus („Wasserkopf“) durch die Wiederherstellung einer ungestörten Zirkulation des Hirnwassers.
Um diese Eingriffe möglichst schonend und so sicher wie möglich zu gestalten, greifen unsere erfahrenen Operateure auf hochmoderne Eingriffstechniken zurück. So verfügen wir über einen in den Operationssaal integrierten, beweglichen Kernspintomografen. Durch die hochauflösenden Bilder ist es uns jederzeit möglich, den Verlauf der Operation zu überprüfen und so auf eventuelle Komplikationen umgehend zu reagieren.
Auch überwachen wir während der OP permanent die Funktion wichtiger Gehirn- und Rückenmarksfunktionen. So kann auch in der Nähe wichtiger Rückenmarksregionen operiert werden, ohne die Funktion an dieser Stelle zu gefährden. Die hierzu erforderliche Präzision erzielen wir durch mikrochirurgische Eingriffstechniken. Mithilfe spezieller computergestützter Operationsinstrumente und modernen OP-Mikroskopen operieren unsere Ärzte auf Bruchteile eines Millimeters genau.

Abgestimmte Behandlung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Auch als spezialisierte Fachklinik wissen wir: Krankheiten halten sich nicht an medizinische Fachrichtungen. So verstehen wir uns als Teil einer großen multidisziplinären Universitätsmedizin, deren Auftrag es ist, eine umfassende Versorgung nach aktuellem medizinischen Wissen zu leisten – insbesondere bei  komplexen Erkrankungen wie den Spinalen Fehlbildungen. Im Bedarfsfall operieren unsere Ärzte gemeinsam mit den Chirurgen der Orthopädischen Klinik.

Sorgfältige OP-Nachsorge. Bekannte Ansprechpartner.

Auch nach der Operation sind wir weiter für unsere Patienten da. In regelmäßigen Nachuntersuchungen überprüfen wir das Operationsergebnis. So können wir frühzeitig eine weitere Behandlung planen, falls es zu Komplikationen oder einer Verschlechterung der Symptomatik kommen sollte. Diese Nachsorge-Termine übernehmen dieselben Ärzte, die unsere Patienten zuvor bereits operiert haben. Sie sind als Bezugsarzt schließlich am besten mit der individuellen Krankengeschichte vertraut.

Das zeichnet uns aus:

  • Jahrzehntelange Erfahrung und höchste Expertise bei der chirurgischen Behandlung von Spinalen Fehlbildungen
  • Überdurchschnittliche Ausstattung mit modernster OP-Technologie (intraoperatives CT und MRT, OP-Navigation, Fluoreszenzgesteuerte Tumorresektion, Interoperatives Neuromonitoring)
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den benachbarten Fachkliniken der Universitätsmedizin Heidelberg (wie z. B. der Klinik für Orthopädie)
  • Regelmäßige Nachsorge und umfassende Weiterbehandlung auf universitätsmedizinischem Niveau

Spezialisten

Prof. Dr. med. Karl Kiening

Spezialgebiete: Allgemeine und komplexe Wirbelsäulenchirurgie, stereotaktische Neurochirurgie

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Prof. Dr. med. Klaus Zweckberger


Spezialgebiete: Vaskuläre Neurochirurgie, Schädelbasis- chirurgie, intrakranielle und spinale Tumorchirurgie, Syringomyelie, allgemeine und komplexe Wirbelsäulenchirurgie, Neurotraumatologie 

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Dr. med. Basem Ishak


Funktionsoberarzt für Neurochirurgie

 

Dr. med. Rezvan Ahmadi


Spezialgebiete: Operative Schmerztherapie, Neuroonkologie

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Dr. med. Jan-Oliver Neumann


Spezialgebiete: Allgemeine und komplexe Wirbelsäulenchirurgie, Neuronavigation, intraoperative Bildgebung, Intensivmedizin

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Einen Termin in der Spezialsprechstunde können Sie von Montag bis Freitag telefonisch oder per E-Mail in der Zentralambulanz vereinbaren.

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Adresse und Anreise

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Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg
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