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Pädiatrische Tumore und Tumore bei jungen Erwachsenen

Die Behandlung von Kindern und jungen Erwachsenen stellt den RadioOnkologen sowie die behandelnde Klinik ganz besondere Anforderungen. Kinder sind nicht einfach „kleine Erwachsene“. Das optimale Zusammenspiel der mitbehandelnden Fachdisziplinen, pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Neurochirurgie sowie Strahlentherapie ist von entscheidender Bedeutung. Sowohl für die Kinder, als auch für die mitbetroffenen Eltern ist diese Zeit eine ganz besondere Herausforderungen.

Bereits beim Erstkontakt ist es wichtig, dem Kind die Angst vor der Strahlentherapie weitgehend zu nehmen, Zeit zu haben, um ausstehende Fragen und Unklarheiten zu beantworten und die geplante Therapie ausführlich zu besprechen. Dabei ist es wichtig, auch das Kind, insbesondere die schon etwas älteren Kinder, in das Gespräch mit einzubeziehen. Kinder verstehen oft mehr von der Behandlung und ihrer Erkrankung als man denkt. Wenn sie Ihre Fragen und Ängste und Wünsche im Gespräch artikulieren können, wirkt sich dies direkt auf die Patienten- und Elternzufriedenheit auf, und erleichtert im Weiteren den Behandlungsfluss.

Bei sehr kleinen Kindern, in der Regel unter 5 Jahren, ist eine Bestrahlung ohne eine Sedierung oder Narkose nur schwierig möglich, da während der Bestrahlungsplanung und den einzelnen Bestrahlungsfraktionen eine ruhige und präzise Lagerung gewährleistet werden muss. Daher ist eine enge Kooperation mit der einer speziellen pädiatrischen Anästhesie notwendig, um dies auch für längere Behandlungszeiten, z.B. über mehrere Wochen, täglich sicher zu gewährleisten.

 

Gerade kleine Kinder sind gegenüber ionisierender Strahlung empfindlich, gerade im Hinblick auf langfristige Nebenwirkungen wir Wachstumsstörungen, Deformitäten, neurocognitive Defizite, aber auch die Entwicklung von Zweittumoren durch Bestrahlung (1;2). Die heuten multimodalen Therapiekonzepte erzielen Kuration und langfristiges Überleben, insofern kommt auch der Entwicklung chronischer Spätfolgen in der pädiatrischen RadioOnkologie besondere Bedeutung zu. Die Indikationsstellung für die Strahlentherapie ist daher sorgfältig zu prüfen, und wird in der Regel im Rahmen interdisziplinärer Behandlungskonzepte und –Studien durchgeführt. gibt.

Grundsätzlich ist die Bestrahlungstechnik zu wählen, die eine bestmögliche Schonung des Normalgewebes bei exzellenter Bestrahlung des Tumorgebietes ermöglicht. Die Entwicklungen in der modernen Strahlentherapie haben hierzu entscheidende Beiträge geleistet.

 

Die Strahlentherapie mit Ionenstrahlen zeichnet sich gegenüber Photonenstrahlung (Röntgenstrahlung) durch besondere physikalische Eigenschaften auf: Beim Eindringen in den Patienten gibt sie im Eingangskanal sehr wenig Dosis an das durchdrungene Gewebe ab. In einer über die Energie des Ionenstrahls definierten Tiefe erfolgt dann eine hohe lokale Dosisdeposition, im so genannten Bragg Peak, gefolgt von einem wiederum steilen Dosisabfall. So kann das Gewebe vor und hinter dem Bestrahlungsvolumen geschont werden. Damit werden insbesondere Bereiche niedriger oder mittlerer Bestrahlungsdosen reduziert, und somit die sogenannte „integrale Dosis“ am Patienten deutlich gesenkt. Gerade bei der Behandlung von Kindern in kurativen Konzepten, ein einer Situation, wo langfristige Nebenwirkungen auch im Vordergrund stehen, bietet die Partikeltherapie hier einen signifikanten Vorteil.

Innerhalb der Arbeitsgruppe werden Konzepte zur Therapieoptimierung von pädiatrischen Tumoren unterschiedlicher Histologien evaluiert. Hierbei steht neben der lokalen Kontrolle vor allem die Vermeidung von langfristigen Nebenwirkungen im Vordergrund.

 

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