Allgemein-, Viszeral- & Transplantationschirurgie

Über das Zentrum

Die Transplantation von Organen ist ein wichtiger interdisziplinärer Schwerpunkt des Universitätsklinikums Heidelberg. Um Patienten und Angehörigen ein modernes Kompetenzzentrum für die Übertragung von Organen zur Verfügung zu stellen, wurden diese Tätigkeiten unter dem Namen Transplantations-Zentrum Heidelberg  zusammengefasst.

 

  

Langjährige Erfahrung mit der Transplantation

Heidelberg ist eines der traditionsreichsten deutschen Transplantationszentren. Seit 1967 wurden in Heidelberg schon über 3100 Nierentransplantationen durchgeführt. Die 1987 eingeführte Lebertransplantation feierte 2012 ihr 25-jähriges Jubiläum mit über 1300 Transplantationen. Spezielle Programme für Herz Lunge und Pankreas folgten in den frühen Neunziger-Jahren. Am Heidelberger Klinikum befindet sich heute ebenfalls die größte Abteilung für Knochenmarktransplantation in Deutschland.

Forschung für den Patienten

Ergänzt werden die Aktivitäten in der Chirurgischen und Medizinischen Klinik durch die Arbeit mehrerer basiswissenschaftlicher Gruppen. Der Sonderforschungsbereich "Immuntoleranz" beschäftigt sich beispielsweise mit der Entwicklung neuer Strategien, die eine Abstoßung der fremden Organe verhindern sollen. Am Institut für Immunologie werden dazu die Daten in der weltweit größten Studie "Collaborative Transplant Study" gesammelt und ausgewertet.

 

 

Schwerpunkt Lebertransplantation

Die Lebertransplantation ist ein wichtiger Schwerpunkt der Klinik. Etwa 100-110 Patienten erhalten pro Jahr in der Heidelberger Chirurgie eine neue Leber. Damit gehört Heidelberg heute bundesweit und auch in Europa zu den größten Leber-Transplantationszentren. Heidelberg entwickelt sicherfolgreich zum "Süddeutschen Transplantationszentrum".

 

In den kommenden Jahren ist eine Steigerung auf 100 Lebertransplantationen zu erwarten. Zur Zeit befinden sich etwa 150 Patienten auf der Warteliste für eine Leber.

 

Schwerpunkt Nieren- und Pankreastransplantation

Bereits 1967 wurde die erste Nierentransplantation in Deutschland in Heidelberg durchgeführt. Seither wurden mehr als 3100 Nieren verpflanzt. Mit dem Übergang der Nierentransplantation unter das Dach der viszeralen Organtransplantation sind jetzt alle inneren Organe des Bauchraumes unter gemeinsamer Leitung. Ca. 140-160 Nierentransplantationen, viele davon auch durch Lebendspende, werden jährlich in Heidelberg mit Erfolg durchgeführt. Inzwischen entfallen hiervon ca. 30-40% auf eine Nierenlebendspende. Bis heute konnten so 664 Lebendnierentransplantationen realisiert werden. Ein besonderer Schwerpunkt bildet hier auch die Transplantation gegen Barrieren (Blutgruppe und Gewebeantikörper), die in Heidelberg mit großer Expertise und Erfolg durchgeführt wird.
Seit Einführung der Pankreastransplantation im Jahr 1992 wurden ca. 100 Pankreastransplantationen in Heidelberg realisiert.

 

Neustrukturierung

Um Patientinnen und Patienten ein Höchstmaß an Beratung, Betreuung und fachlicher Kompetenz zu gewährleisten, wurde das Zentrum neu strukturiert. Ein interdisziplinäres Teamkonzept und neue schonende Transplantations-Operationsverfahren stehen im Mittelpunkt der klinischen Arbeit

 

Sprechstunden

Mehrfach wöchentlich finden Transplantations-Spezialsprechstunden in der chirurgischen Klinik statt. In diesen Sprechstunden betreuen Chirurgen, Internisten, Radiologen, Kindermediziner und Psychologen die Patienten, um einen optimalen Behandlungsweg vor und auch nach einer Transplantation zu finden. Eine Listung der aktuellen Sprechstundenorganisation finden sie hier.

» Sprechstunden

 

Warteliste zur Transplantation

Die Entscheidung zur Anmeldung auf die Warteliste für eine Transplantation wird gemeinsam mit den Patienten und Ärzten der beteiligten Fachabteilungen, sowie abschließend in den jeweiligen Transplantationskonferenzen getroffen. Während der Wartezeit wird der einzelne Patient intensiv von sämtlichen beteiligten Fachleuten bis zur Transplantation betreut.

 

Betreuung nach der Transplantation

Unmittelbar nach der Transplantation wird der Patient auf der zentralen Intensivstation oder der "intermediate care" Station "VTS" im Team mit Anästhesisten, Chirurgen, Leberspezialisten (Hepatologen), Nieren- und Pankreasspezialisten (Nephrologen, Endokrinologen) und besonders geschulten Pflegekräften versorgt. Gegenseitige interdisziplinäre Visiten in der Chirurgischen und Medizinischen Klinik stehen auf der Tagesordnung.  

 

Alternative Spendemöglichkeit zur Organspende nach dem Tod

Trotz aller Anstrengungen möglichst viele Wartelistenpatienten mit einem Transplantat zu versorgen ist nicht davon auszugehen, dass in naher Zukunft ausreichend Organe von verstorbenen Patienten zur Verfügung stehen werden. Eine Alternative besteht für die Nieren-Transplantation seit längerer Zeit: Seit 1967 konnten bereits weit über 660 gesunde Personen (Familienangehörige) eine ihrer Nieren für einen Nieren-kranken Angehörigen spenden. Diese Lebendspende wird in Heidelberg auch mithilfe der so genannten "Schlüsselloch-Chirurgie", einem minimal-invasiven Verfahren durchgeführt.

 

In Heidelberg ist außerdem die Leberlebendspende fest etabliert worden. Die besondere Anatomie der Leber ermöglicht in geeigneten Fällen die Entnahme und Übertragung eines Teilstückes des Organes. Der jeweils verbliebene und transplantierte Leberteil wächst innerhalb weniger Wochen nahezu zu einer vollen Leber nach. Dieser Eingriff erfordert eine besonders sorgfältige Indikationsstellung und Vorbereitung. Am Heidelberger Universitätsklinikum wurde im September 2002 die erste erfolgreiche Leber-Lebendspende vorgenommen.