Diagnostik

Ultraschall der Prostata

Dank einer großzügigen Spende der Dietmar Hopp Stiftung verfügt die Urologische Universitätsklinik Heidelberg seit Mai 2008 über ein neues Hightech – Ultraschallgerät der Firma Siemens, das Sonoline S2000. Dieses Gerät wird weltweit erstmals in Heidelberg urologisch eingesetzt und ermöglicht bildgebende Diagnostik auf höchstem Niveau.

 

Neben der herkömmlichen Ultraschalluntersuchung können hiermit zusätzlich 3 und 4 dimensionale Bildgebung, kontrastmittelverstärkte Bilder sowie die Elastographie durchgeführt werden. Hierbei werden die viskoelastischen Eigenschaften von Gewebe abgebildet. Analog zur manuellen Untersuchung nutzt die Elastographie die Tatsache, dass Tumorgewebe anders beschaffen ist - derber und fester - als normales Prostatagewebe. Das Prinzip der Gewebeelastographie wurde erstmals von Ophir et al. im Jahre 1991 beschrieben. Bei ultraschallelastographischen Untersuchungen übt der Arzt mit dem Ultraschallkopf einen geringen Druck von außen auf das Organ aus. Das Sonoline S2000 mißt die lokale Elastizität des Gewebes und verwendet diese Daten um Lokalisation und Ausdehnung von Tumoren abzubilden. Erreicht wird dies durch die speziell hierfür entwickelte eSie Touch ™ Elasticity Imaging Bildgebungssoftware.


Insbesondere wird damit die Diagnostik und stadienadaptierte Therapie des Prostatakarzinoms unterstützt. In diesem Zusammenhang sind wesentliche zu erfassende Parameter Tumorvolumen und die anatomische Nähe zu wichtigen Strukturen wie Prostatakapsel, Gefäßnervenbündel (Erektion), äußerem Schließmuskel (Harnkontinenz) und Enddarm. Unter Berücksichtigung der übrigen Tumorparameter können so Empfehlungen zu abwartenden Strategien (Active Surveillance) oder den unterschiedlichen invasiven Therapieformen wie DaVinci Prostatektomie, HIFU oder Strahlentherapie gegeben werden.


Ebenso kann mit dem Sonoline S2000 die Rebiopsie bei negativer Gewebeprobe und nicht ausgeräumtem Tumorverdacht diagnostisch und technisch sicher durchgeführt werden.


Das Sonoline S2000 hebt sich durch mehrere, innovative Verfahren von herkömmlichen Geräten ab. Hierzu zählt zum einen eine Technologie namens Dynamic Tissue Contrast Enhancement (TCETM), mit der die Bildgebung durch eine stärkere Gewebedifferenzierung (durch ein Hervorheben der Geweberänder und Reduzierung des Bildrauschens) erreicht wird. Durch Advanced SieClearTM Spatial Compounding werden in einem Ultraschallbild die Informationen mehrerer Bilder zusammengerechnet – erreicht wird damit eine Verbesserung der Bildqualität und eine Erhöhung der Informationen im Bild. Wie oben bereits erwähnt, kann mit dem Sonoline S2000 die lokale Elastizität von Geweben durch durch sanften Druck auf das entsprechende Gewebe mit Hilfe der eSie Touch ™ Elasticity Imaging Bildgebungssoftware errechnet werden. Ein anderes Verfahren hierfür ist die Acoustic Radiation Force Impulse Bildgebung (ARFI), die ohne Druck auf das Gewebe auskommt. Hierbei wird die akustische Energie zur Gewebekomprimierung genutzt wird. Auch dieses Verfahren wird vom Sonoline S2000 unterstützt. Neben der 2 – dimensionalen Sonographie unterstützt das Gerät 3 – und 4 – dimensionale Bildgebung. Hierunter versteht man eine 3 dimensionale Rekonstruktion. Die Besonderheit am 4D Ultraschall ist eine 3 – dimensionale Darstellung in Echtzeit (aus diesem Grund auch Live 3D – Ultraschall genannt).


Dies sind nur einige der vielen Innovationen dieses Ultraschallgerätes der nächsten Generation.

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