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Augenklinik
Kopfklinik (Zentrum)

Das Uveitiszentrum

Im Uveitiszentrum widmen wir uns der fächerübergreifenden Betreuung von Uveitispatienten. So werden alle Patienten, bei denen der Verdacht besteht, dass die Uveitis durch eine andere Erkrankung verursacht werden könnte, gemeinsam von spezialisierten Ärzten der Augenklinik sowie (Kinder-)Rheumatologen betreut. Dabei verfügen wir über umfangreiche diagnostische und therapeutische Möglichkeiten. Diese Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf die Überwachung der medikamentösen Therapie der Uveitis.


Wegen des möglichen großen Zeitaufwandes der Untersuchungen bitten wir unsere Patienten, sich den Tag der Vorstellung im Uveitiszentrum für die Untersuchungen Zeit zu nehmen. Je nach Aufwand der Untersuchung muss u.U. mit längeren Wartezeiten gerechnet werden. Wir bemühen uns, alle Untersuchungen an einem Tag durchzuführen. Und: wir haben auch Zeit für Sie!

Uveitis: Was ist das?

Die Uvea ist die mittlere Schicht der drei Augenhüllen, Zur äußeren Schicht der Augenhüllen gehören die Lederhaut (Sklera) und die Hornhaut (Cornea), die innere ist die Netzhaut. Die mittlere Schicht bildet die Uvea. Diese setzt sich zusammen aus der Regenbogenhaut (Iris), dem Ziliarkörper (Corpus ciliare) und der Aderhaut (Choroidea).

Aufbau des Auges

Neben den großen Unterschieden der einzelnen Krankheitsbilder haben alle eines gemeinsam: das Vorhandensein von Entzündungszellen im Auge. Eine Entzündung entsteht durch die Einlagerung von weißen Blutkörperchen in das Gewebe. Sie gelangen über die Blutwege dort hin. Die Aderhaut ist die blutreichste Schicht des Augapfels. Es wundert daher nicht, dass gerade die Uvea bei Entzündungen im Augeninneren maßgeblich beteiligt ist.                      Die Endung  -itis bedeutet Entzündung. Bei einer Uveitis meint man also eine Entzündung der Uvea. Die Uveitis ist unter Einschluss des breiten Spektrums der Komplikationen nach Katarakt (Grauer Star), Glaukom (Grüner Star) und Trachom weltweit eine der häufigsten Erblindungsursachen. Gerade deshalb ist eine rechtzeitige zielgerichtete Diagnostik und adäquate Therapie notwendig.


Bei einer Uveitis handelt es sich nicht, wie häufig angenommen, um ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern um ein Sammelbecken von unterschiedlichsten Erkrankungen, die entweder nur das Auge betreffen oder im Rahmen von anderen Erkrankungen auftreten können. Erkrankungen, welche mit einer Uveitis einhergehen können sind meist entzündliche Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises wie z.B. Morbus Bechterew, Sarkoidose, Morbus Behçet, entzündliches Gelenkrheuma bei Kindern und andere Autoimmunerkrankungen z.B. Multiple Sklerose. Aber auch infektiöse Erkrankungen wie Toxoplasmose, Borreliose oder Lues können zu einer Uveitis führen. Die Auswertung unserer eigenen Diagnostik konnte zeigen, dass wir bei 60% unserer Patienten eine entzündliche oder infektiöse Begleiterkrankung finden können.

Häufigste Erkrankungen, die mit einer Uveitis einhergehen. Daten aus dem Interdisziplinären Uveitiszentrum Heidelberg (modifiziert aus Jakob et al 2009 J Rheumatol) infektiöse Uveitis: v.a. Herpes und Toxoplasmose, HLA B27+Uveitis und Fuchs-Uveitis: rein auf das Auge bezogen.

Wenn Sie mehr über den Aufbau des Auges, die verschiedenen Formen der Uveitis und Hintergrundinformationen zur Diagnostik und Therapie der Uveitis lesen möchten, haben wir für Sie bei Wikipedia patientenverständliches Basiswissen zusammengestellt (hier auch auf Englisch). Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage der Deutschen Uveitis Arbeitsgemeinschaft (DUAG e.V.).

Wie wird diagnostiziert?

Die Idee des Uveitiszentrums ist die enge Zusammenarbeit von Augenärzten und internistischen Rheumatologen, Kinderrheumatologen und Spezialisten anderer Fachgebiete zur möglichst umfassenden und optimalen Betreuung von Patienten mit Uveitis und den zugrundeliegenden internistischen Erkrankungen.


Alle Möglichkeiten einer modernen augenärztlichen Untersuchung stehen auf dem neuesten Stand der Technik (Fluoreszenzangiographie, optische Kohärenztomographie, Perimetrie, Elektrophysiologie usw.) über die Universitäts-Augenklinik Heidelberg zur Verfügung. Daneben erfolgt die Abklärung von Zustand und Ursache mit allen auf dem heutigen Stand der Medizin in sinnvollem Einsatz zur Verfügung stehenden Untersuchungsmethoden des Auges, die durch Laboruntersuchungen des Blutes und bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Angiographie, Computertomographie und Magnetresonanz-tomographie ergänzt werden können.

Welche therapeutischen Möglichkeiten bieten wir Ihnen?

Die Therapie orientiert sich zum einen an der Lokalisation der Entzündung am Auge und möglichen begleitenden Symptomen einer Autoimmunerkrankung. Berücksichtigt werden müssen natürlich auch Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion u.a. Nicht zuletzt muss auch die individuelle Situation des Patienten (Kinderwunsch, Angst vor Spritzen, Nebenwirkungen) bedacht werden.


Wie bei anderen Autoimmunerkrankungen stellen Corticosteroide (Cortison) einen wichtigen Bestandteil der Therapie dar. Bei einer Entzündung im vorderen Augenabschnitt ist häufig eine lokale Therapie mit Cortison-Augentropfen die erste und oft ausreichende Therapie.

Bei Entzündungen im mittleren und hinteren Abschnitt reicht eine Tropftherapie nicht aus, da das Cortison nicht bis in diese Bereiche vordringen kann. Stattdessen werden Cortisonspritzen unter das Auge (parabulbär) oder ins Auge (intraokulär) verabreicht. Verfügbar sind auch cortisonhaltige Implantate, die ins Auge gespritzt werden und das Cortison über Monate bis Jahre langsam abgeben.


Liegt eine beidseitige Entzündung vor oder besteht über die Uveitis hinaus eine Autoimmunerkrankung, die ebenfalls einer Cortisontherapie bedarf, wird das Cortison in Tablettenform verabreicht. Hierbei sind nicht selten Dosierungen notwendig, die höher liegen, als bei anderen Autoimmunerkrankungen.

Um Cortison einzusparen und das Risiko weiterer Schübe zu minimieren, ist es gelegentlich notwendig eine längerfristige Basistherapie mit einem Immunsuppressivum zu beginnen. Eingesetzt werden hier die auch in der Rheumatologie gebräuchlichen DMARD (Disease-Modifying-Antirheumatic Drug) wie z.B. Methotrexat oder Ciclosporin. Darüber hinaus kommen auch neuere Medikamente wie die ebenfalls aus der Rheumatologie bekannten Biologika (TNFalphaHemmer, Tocilizumab, Abatacept, Rituximab) und verschiedene Interferone zum Einsatz.

Es muss darauf hingewiesen werden, dass diese Medikamente meist nicht für die Behandlung der Uveitis zugelassen sind und erst nach Kostenübernahmeerklärung durch die Krankenkassen oder im Rahmen von klinischen Studien eingesetzt werden können.

Welche operativen Möglichkeiten bieten wir Ihnen?

Sind im Rahmen der Entzündung Komplikationen (wie grauer Star, grüner Star, Glaskörpertrübungen usw.) aufgetreten, die durch eine medikamentöse Therapie nicht mehr beeinflussbar sind, sollten chirurgische Maßnahmen erwogen werden. Alle gängigen operativen Verfahren, insbesondere die Graue Star (Cataract-) Operation, sowie die Glaskörperentfernung (Vitrektomie), werden angeboten. Auch spezielle Netzhaut-chirurgische Eingriffe, wie die Entfernung entzündlicher Auflagerungen etc. werden durchgeführt. Der chirurgische Eingriff wird durch entsprechende entzündungshemmende Therapie begleitet.

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