Wem hilft Kyphoplastie?

Wem hilft Kyphoplastie?

Rückenschmerzen können viele Ursachen haben. Sie können verursacht sein durch degenerative Wirbelsäulenveränderungen oder auch Bandscheibenvorwölbungen.

Bei einem Teil der Patienten entstehen Rückenschmerzen jedoch auch durch einbrechende Wirbelkörper. In diesen Fällen kann die Kyphoplastie eine schnelle und durchgreifende Beschwerdelinderung bringen, unabhängig vom Alter der Wirbekörperfraktur.

Anwendungsgebiete sind:
  • akuter schmerzhafter Wirbelkörpereinbruch bei Osteoporose
  • chronisch schmerzhaft eingebrochener Wirbelkörper bei Osteoporose
  • unfallbedingte frische Wirbelkörperfraktur, sofern es sich nicht um einen Berstungs- oder Trümmerbruch handelt (behandelbar sind sogenannte Typ A1.1- und A1.2-Frakturen)
  • bösartige und gutartige Tumoren im Wirbelkörper mit Schmerzen oder drohendem Stabilitätsverlust, z.B. Myelom (Knochenmarksgeschwulst), Hämangiom (Blutgefäßgeschwulst)
  • pathologischer Wirbelkörpereinbruch bei den Knochen auflösenden Knochenmetastasen, die Schmerzen verursachen oder die Stabilität des Wirbelkörpers bedrohen

Die Kyphoplastie ist derzeit nicht geeignet zur kosmetischen Korrektur einer verkrümmten Wirbelsäule und auch nicht sinnvoll bei einem Bandscheibenvorfall.


Für wen kommt Kyphoplastie nicht in Frage?

Nicht bei allen Patienten mit Rückenschmerzen und Wirbelkörperbrüchen ist eine Kyphoplastie sinnvoll.

Ausgeschlossen sind Patienten
  • bei denen aus medizinischen Gründen eine Narkose oder Operation nicht möglich ist
  • die an Gerinnungsstörungen leiden (Gefahr der unstillbaren Blutung). Denn käme es zu Einblutungen in den Rückenmarkskanal, könnte ihr Druck auf das Rückenmark Nervenschäden verursachen
  • mit Infektionen im Bereich des zu behandelnden Wirbelsäulenabschnittes, z. B. einer Wirbelentzündung (Spondylitis) oder einer Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis)
  • mit Infektionen der Haut
  • mit Hinterkanteninstabilität. Die Hinterkante eines Wirbels ist die Seite, die zum Rückenmark hin zeigt. Bei einer Kyphoplastie käme es womöglich zu Verletzungen des Rückenmarks, weil sich ein Knochenfragment oder der eingespritzte Zement durch die fragile Hinterkante in den Rückenmarkskanal schieben könnte
  • bei denen eine Auflösung des Knochens stattfindet mit Einbruch in den Rückenmarkskanal
  • die an Schmerzen ohne sicheren Bezug zum Wirbeleinbruch leiden
  • mit Wirbelsäulenverkrümmungen ohne Schmerzen
  • mit Deformierungen von Halswirbelkörpern
  • mit Bandscheibenbeschwerden
  • mit hochgradigen Verschleißerscheinungen an den Wirbelkörpern, die eine sichere Platzierung der Instrumente für die Kyphoplastie nicht mehr erlauben.



Der Wirbelkörper ist bereits vollständig zusammengebrochen (Markierung), es ist keine Kyphoplastie mehr möglich.

Abb.: Universitätsklinikum Heidelberg.


Ist eine Kyphoplastie bei mir sinnvoll?

Sie können mit einer Überweisung Ihres Hausarztes die Sinnhaftigkeit einer Ballonkyphoplastie vom Heidelberger Ärzteteam unter Leitung von Professor Dr. Dr. Christian Kasperk beurteilen lassen. Bevor Sie nach Heidelberg kommen, sollte zunächst geprüft werden, ob eine Kyphoplastie bei Ihnen technisch möglich ist und aussichtsreich erscheint, Ihre Beschwerden zu lindern oder sogar zu beseitigen.

Um dies zunächst (ohne Vorstellung in der Sektion Osteologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg) prüfen zu können, benötigen wir:

  • aktuelle Röntgenbilder der Brust- und Lendenwirbelsäule in 2 Ebenen (nicht älter als 4 Wochen)
  • sofern vorhanden die aktuellsten CT und / oder MRT Bilder
  • Röntgen-CT und MRT Bilder, die älter als etwa 6 Monate sind, sind zu alt und für das Gutachten nicht zu verwenden!

Eine kurze Beschreibung, wo Sie am Rücken am meisten bzw. am häufigsten Beschwerden haben oder wo am Rücken die Schmerzen am schlimmsten sind.

Zusammen mit der Überweisung Ihres Hausarztes senden Sie alles an folgende Adresse:

Professor Dr. Dr. Ch. Kasperk
Sektion Osteologie
Medizinische Universitätsklinik
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidleberg

Sie erhalten alle Unterlagen zusammen mit unserer Stellungnahme per Post zurück!


Voraussetzung für den Behandlungsbeginn

Bevor eine Kyphoplastie vorgenommen wird, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Ein Opens internal link in current windowinterdisziplinäres Behandlungsteam aus Osteologen/Endokrinologen, Hämatologen, Radiologen und Unfallchirurgen/Orthopäden empfehlen GEMEINSAM diese Therapie
  • Es wurde sichergestellt, dass der Schmerz tatsächlich von dem eingebrochenen Wirbelkörper verursacht wird
  • Es liegen aktuelle Röntgenbilder der Brust- und Lendenwirbelsäule vor (höchstens vier Wochen alt)
  • Es liegt eine dreidimensionale Darstellung des betroffenen Wirbelsäulenbereichs vor (Spiral-Computertomografie oder Magnetresonanztomografie)
  • Bei ausstrahlenden Beschwerden muss ausgeschlossen werden können, dass eine Nervenwurzel betroffen ist. Sonst kann die Kyphoplastie keinen schmerzlindernden Effekt haben
  • Der Patient ist operations- und narkosefähig
  • Der Patient hat eine normale Blutgerinnung. Sieben Tage vor der Kyphoplastie dürfen keine gerinnungshemmenden Schmerz-Medikamente wie NSAR und Aspirin eingenommen werden. Schmerzmedikamente müssen eine Woche vor der Kyphoplastie durch Opiatderivate ersetzt werden
  • Bitte bringen Sie eine gültige Überweisung für das aktuelle Quartal vom Hausarzt oder behandelnden Arzt mit!
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Ärztlicher Direktor

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Peter Nawroth
Zentrum für Innere Medizin (Krehl-Klinik)
Klinik für Endokrinologie, Stoffwechsel und Klinische Chemie

Sekretariat:
Tel.: 06221 56-8601
Fax: 06221 56-5226

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Adresse

Zentrum für Innere Medizin (Krehl-Klinik)
Klinik für Endokrinologie, Stoffwechsel und Klinische Chemie (Innere Medizin I)
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg

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