Allgemeine Psychiatrie
Zentrum für Psychosoziale Medizin

Sektion Gerontopsychiatrische Forschung


 

Gedächtnisambulanz

Wie arbeitet die Gedächtnissprechstunde?

Wurde ein Termin in der Gedächtnissprechstunde vereinbart, bereiten Fachärzte, Psychologen und Pflegekräfte ein Aufnahmeprogramm vor. Der erste Termin für den Patienten dauert bis zu einer Stunde. Die Krankengeschichte des Patienten (Anamnese) wird aufgenommen und eine psychiatrisch-neurologische und körperliche Untersuchung einschließlich orientierender neuropsychologischer Tests wird durchgeführt. Die Befunde werden vom Arzt ausgewertet und ein Plan für weitere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen erstellt. Dieser wird noch am selben Tag mit dem Patienten und seinen Angehörigen besprochen.

 

Ergeben sich Hinweise auf eine kognitive Beeinträchtigung, folgen weitere Untersuchungen, die individuell sehr verschieden sein können. In einer neuropsychologischen Untersuchung werden mögliche kognitive Auffälligkeiten objektiviert, so dass auch leichte kognitive Beeinträchtigung erfasst werden können. Zudem wird vom Psychologen ein kognitives Profil erstellt, das insbesondere Gedächtnisleistungen abbildet. Aus diesem Profil können wichtige Hinweise auf Differenzialdiagnosen abgeleitet werden. Weiter ermöglicht die neuropsychologische Untersuchung eine Schweregradeinteilung der Hirnleistungsstörung sowie bei wiederholter Durchführung eine Verlaufsbeurteilung.

 

Zunehmend spielen auch molekularbiologische Tests und moderne bildgebende Verfahren eine Rolle. So wird, falls diagnostisch erforderlich, Nervenwasser (Liquor) auf verschiedene diagnostische Marker der Alzheimer-Demenz getestet. Denn die Ursache der Alzheimer-Erkrankung, die Ablagerung von überschüssigem Eiweiß (Amyloid) zwischen den Gehirnzellen, hinterlässt ihre Spuren im Liquor. Darin kann auch das sogenannte Tau-Protein nachgewiesen werden, das die Früherkennung ebenfalls erleichtert. Gleichzeitig können Infektionskrankheiten des Zentralen Nervensystems wie z.B. eine Borreliose zuverlässig erkannt werden.

 

Eine weitere Säule der Alzheimer-Frühdiagnostik ist die Untersuchung mit der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT). Erste Veränderungen sind bei der Alzheimer-Krankheit auf einzelne Hirnregionen des Schläfenlappens (z.B. den sogenannten Hippocampus) beschränkt, die mit den Gedächtnisleistungen verbunden sind. Im weiteren Erkrankungsverlauf betreffen diese Veränderungen auch andere Hirnareale, die für höhere geistige Funktionen entscheidend sind. Zusätzlich lassen sich in der MRT-Diagnostik eventuell vorhandene Schädigungen des hirnversorgenden Gefäßsystems sowie tumoröse Prozesse ausschließen.

 

Manchmal ist für die genannten Untersuchungen ein kurzer stationärer Aufenthalt in der Klinik notwendig.

 

Neben der ärztlichen Einzelbehandlung von Patienten und deren Angehörigen stehen verschiedene Gruppentherapien zur Verfügung (Kunsttherapie, Musiktherapie).

 

Wenn die Betroffenen und die Angehörigen es wünschen, können Sie an Studien teilnehmen, in denen Krankheitsursachen und zukünftige Behandlungsmöglichkeiten von Demenzen erforscht werden.

 

 

Schwerpunkte der Diagnostik:

    • Früherkennung von Demenzen
    • Differentialdiagnostik kognitiver Störungen
    • ärztliches Gespräch und neurologisch-psychiatrische Untersuchung
    • Neuropsychologische Untersuchung
    • Laboruntersuchungen und Liquordiagnostik
    • Bildgebung (MRT, CT, EEG, evtl. und PET)

 

 

Schwerpunkte der Therapie:

    • Therapieempfehlungen
    • Medikamentöse Therapie
    • Verlaufsuntersuchungen und Therapiekontrolle
    • Beratung
    • Aufklärung und Information
    • Psychosoziale Beratung
    • Angehörigengruppe 

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