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Zentrale Tel.: 06221-560
Apotheke des Universitätsklinikums Heidelberg

Zentraler Zytostatika Service (ZZS) 

 

 

Die Abteilung wurde 1994 aufgebaut. Damals begannen wir in der Poliklinik auf der Station von Dusch und in der Apotheke im INF mit zwei Apothekern und zwei pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA´s). Nur wenige Stationen konnten von Beginn an mit applikationsfertigen Zubereitungen versorgt werden. 1996 sind wir in neue Räumlichkeiten im Altklinikum umgezogen und konnten mehr Personal einstellen. Seitdem sind wir in der Lage, allen onkologischen Stationen die Herstellung von Zytostatikalösungen abzunehmen. Zunehmend teilen wir auch hochpreisige nicht-onkologische Arzneimittel ab, um Verwurf zu verringern und so Kosten im erheblichen Maße einzusparen. 2002 konnte die elektronische Verordnung mittels einer selbst entwickelten Software in der SAP-Materialwirtschaft eingeführt werden. Hiermit konnte die fallbezogene Buchung und Abrechnung sowie ein Gewinn an Therapiesicherheit erreicht werden. 2004 konnten dann neue Reinräume in der Klinikapotheke im Neuenheimer Feld bezogen werden. Inzwischen arbeiten in unserer Abteilung 3 Apotheker und 8-10 PTAs. Die Herstellung ist durch die Bereitstellung einer Dienstbereitschaft für Notfälle außerhalb der regulären Arbeitszeit 24h am Tag sowie auch an Wochenenden möglich. Mit einer Zubereitungszahl von über 60.000 patientenindividuellen Zubereitungen im Jahr sind wir eine der größten zytostatikaherstellenden Klinikapotheken in Deutschland.

 

 

 

Wie werden Zytostatika hergestellt?

 

 

Verordnete Zytostatika zur intravenösen, intrathekalen, intramuskulären oder subcutanen Verabreichung werden von der Klinikapotheke individuell für die/den Patientin/en hergestellt. Dies erfolgt zeitnah zur Verabreichung der Zubereitungen. Dabei ist die Körpergröße und das Körpergewicht wichtig für die Berechnung der Dosis. Mit der Herstellung verbunden sind umfangreiche Prüf- und Dokumentationstätigkeiten, die oft auch ein hohes Maß an Kommunikationsaufwand mit sich bringen um später ein qualitativ hochwertiges, unbedenkliches Produkt abgeben zu können. Die Herstellung erfolgt unter Produkt- und Personalschutz. Produktschutz einerseits, da das Produkt eine möglichst minimale Keimbelastung aufweisen muß um die meist immungeschwächten Patienten nicht der Gefahr einer Infektion auszusetzen, die schwere Folgen haben könnte. Um dies zu vermeiden wird in sogenannten "Reinräumen" mit Reinraumkleidung gearbeitet. Personalschutz andererseits, da es sich - wie bereits erwähnt - um hochwirksame Arzneimittel mit einer nicht zu unterschätzenden Toxizität handelt. So ist bei Umgang mit diesen Arzneistoffen eine persönliche Schutzausrüstung vorgeschrieben. Diese besteht meist aus einem Schutzkittel, Mundschutz, Handschuhen und Armstulpen. Es wird unter Sicherheitswerkbänken gearbeitet, die eine Verschleppung der Zytostatika aus dem Arbeitsbereich vermeiden sollen. Die Herstellung von Zytostatika fordert dem Personal sehr viel Konzentration, Disziplin und Zuverlässigkeit ab, da kleine Fehler bereits sehr schwerwiegend sein können. Aus diesem Grund handelt es sich bei dem eingesetzten Personal ausschließlich um aufwendig geschultes und hochqualifiziertes pharmazeutisches Personal. Nach der Herstellung werden die Zubereitungen von einem Zivildienstleistenden direkt auf Station transportiert. 

 

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