CAR-T-Zelltherapie bei CLL
CAR-T-Zelltherapie bei CLL

CAR-T-Zelltherapie bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL)

Die CAR-T-Zelltherapie bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) einfach erklärt

Was ist eine chronischer lymphatischer Leukämie (CLL)? Für wen eignet sich eine CAR-T-Zelltherapie? Wie funktioniert eine CAR-T-Zelltherapie und wie läuft die ambulante Behandlung am Therapiezentrum im Universitätsklinikum Heidelberg ab? All das erklären wir in Ihnen in diesem Video.

CD19-gerichtete CAR-T-Zelltherapie für Patienten mit fortgeschrittener chronischer lymphatischer Leukämie

CD19-gerichtete CAR-T-Zelltherapie für Patienten mit fortgeschrittener chronischer lymphatischer Leukämie (CLL)

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) verläuft meist friedlich und ohne größere Beeinträchtigung von Lebenserwartung und Lebensqualität der betroffenen Patienten. Bei einigen wenigen Patienten ist der Krankheitsverlauf jedoch deutlich aggressiver, so dass auch moderne Medikamente, speziell Bruton-Tyrosin-Kinase-Inhibitoren (BTKi, z.B. Acalabrutinib und Zanubrutinib) und BCL-2-Inhibitoren (BL2i, z.B. Venetoclax), nicht mehr wirken. Diese sog. doppelrefraktären Patienten können von einer Behandlung mit CAR-T-Zellen profitieren.

CAR-T-Zelltherapie bei CLL in Heidelberg

Die CAR-T-Zelltherapie ist eine moderne Form der Immuntherapie, bei der körpereigene Abwehrzellen gezielt so verändert werden, dass sie Krebszellen erkennen und bekämpfen können. Am Universitätsklinikum Heidelberg wird diese Therapie auch für ausgewählte Patientinnen und Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) eingesetzt.

Mit Heidagen-lecleucel steht in Heidelberg ein eigenes CAR-T-Zellprodukt zur Behandlung der CLL zur Verfügung. Die Herstellung erfolgt direkt am Universitätsklinikum Heidelberg.

Was sind CAR-T-Zellen?

Was sind CAR-T-Zellen?

CAR-T-Zellen sind körpereigene T-Zellen des Immunsystems, die im Labor genetisch verändert werden. Sie erhalten dadurch einen sogenannten chimären Antigenrezeptor – kurz CAR. Dieser ermöglicht es den T-Zellen, bestimmte Merkmale auf der Oberfläche von Krebszellen zu erkennen. 
Bei der CLL richtet sich die Therapie gegen das Merkmal CD19, das sich auf der Oberfläche der Leukämiezellen befindet. Nach der Herstellung werden die veränderten T-Zellen der Patientin oder dem Patienten zurückgegeben. Dort können sie CLL-Zellen gezielt erkennen und zerstören. 
Im Unterschied zu vielen medikamentösen CLL-Therapien handelt es sich bei der CAR-T-Zelltherapie grundsätzlich um eine einmalige Behandlung.

 Für wen kommt Heidagen-lecleucel in Frage?

Für wen kommt eine CAR-T-Zelltherapie bei CLL in Frage?

Eine CAR-T-Zelltherapie kommt nicht für jede Patientin und jeden Patienten mit CLL infrage. Sie wird insbesondere bei fortgeschrittener Erkrankung geprüft, wenn vorausgegangene Therapien nicht ausreichend wirksam waren oder die Erkrankung erneut aufgetreten ist.

Ob eine Behandlung mit Heidagen-lecleucel möglich und sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem die bisherige Krankheits- und Behandlungsgeschichte, der allgemeine Gesundheitszustand und bestimmte Eigenschaften der CLL.

Die Eignung für die Therapie wird deshalb immer individuell durch das spezialisierte Behandlungsteam am Universitätsklinikum Heidelberg geprüft.

Wie läuft die CAR-T-Zelltherapie bei CLL ab?

Zu Beginn der Behandlung werden der Patientin oder dem Patienten T-Zellen aus dem Blut entnommen. Diese Zellen werden anschließend im spezialisierten Labor des Universitätsklinikums Heidelberg zu CAR-T-Zellen weiterentwickelt. 
Vor der eigentlichen CAR-T-Zellgabe erfolgt eine vorbereitende Behandlung. Anschließend werden die hergestellten CAR-T-Zellen einmalig als Infusion verabreicht. 
Die Vorbehandlung kann ambulant erfolgen. Für die eigentliche CAR-T-Zelltherapie und die anschließende Überwachung werden Patientinnen und Patienten stationär aufgenommen.

Wie lange dauert die Behandlung?

Der stationäre Aufenthalt dauert in der Regel etwa zwei bis drei Wochen. Die genaue Dauer hängt vom individuellen Verlauf ab. Vor und nach dem stationären Aufenthalt erfolgen ambulante Untersuchungen und Kontrollen.

Findet die Behandlung stationär oder ambulant statt?

Die eigentliche CAR-T-Zelltherapie findet stationär am Universitätsklinikum Heidelberg statt. Die Vorbereitung sowie die Nachsorge erfolgen ambulant.
So können Patientinnen und Patienten vor der Behandlung gezielt vorbereitet und nach Abschluss des stationären Aufenthalts weiter engmaschig betreut werden.

Wo werden die CAR-T-Zellen hergestellt?

Heidagen-lecleucel wird direkt am Universitätsklinikum Heidelberg hergestellt. Dafür werden die zuvor gewonnenen T-Zellen der Patientin oder des Patienten in unserem spezialisierten GMP-Labor für zelluläre Immuntherapie bearbeitet und zu CAR-T-Zellen weiterentwickelt. 
Weitere Informationen zur Herstellung finden Sie auf der Website des Forschungsbereichs Zell- und Immuntherapie.

Was kostet die CAR-T-Zelltherapie?

Die Kosten der Behandlung werden von der Krankenkasse übernommen. 
Ob eine CAR-T-Zelltherapie medizinisch infrage kommt, wird zuvor individuell durch das Behandlungsteam geprüft.

Wie erfolgt die Nachsorge nach der CAR-T-Zelltherapie?

Nach dem stationären Aufenthalt erfolgen regelmäßige ambulante Kontrollen. 
Ein Teil der Nachsorge findet am Universitätsklinikum Heidelberg statt. Weitere Kontrollen können in Abstimmung mit dem Heidelberger Behandlungsteam auch durch die behandelnde Hämatologin oder den behandelnden Hämatologen vor Ort übernommen werden.
Wie die Nachsorge im individuellen Fall organisiert wird, bespricht das Behandlungsteam mit der Patientin oder dem Patienten.

Wie kann ich prüfen lassen, ob die Therapie für mich infrage kommt?

Ob eine CAR-T-Zelltherapie mit Heidagen-lecleucel infrage kommt, kann nur nach individueller medizinischer Prüfung beurteilt werden. 
Patientinnen und Patienten mit CLL können sich gemeinsam mit ihrer behandelnden Hämatologin oder ihrem behandelnden Hämatologen an das Universitätsklinikum Heidelberg wenden. 
Für eine erste Einschätzung sind insbesondere Informationen über den bisherigen Krankheitsverlauf und bereits durchgeführte Therapien hilfreich.

Behandlung am Universitätsklinikum Heidelberg

Die CAR-T-Zelltherapie bei CLL wird innerhalb eines spezialisierten Teams durchgeführt. Von der Prüfung, ob eine Behandlung infrage kommt, über die Herstellung der CAR-T-Zellen und die stationäre Therapie bis zur Nachsorge werden Patientinnen und Patienten am Universitätsklinikum Heidelberg begleitet.

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