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FAQ

Wie lange muss ich in der Klinik bleiben?
Das hängt davon ab, ob Sie ambulant oder stationär operiert werden. Konventionelle Schnitt-Operationen können teilweise in örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt werden. In diesem Fall könnten Sie am Nachmittag oder am Abend des Operationstages wieder nach Hause gehen. Alle anderen Verfahren sind in der Regel mit einem stationären Klinikaufenthalt verbunden, der nur wenige Tage dauert.

Darf ich meinen Körper belasten und mich sportlich betätigen?
In den ersten zwei bis drei Monaten nach der Operation müssen Sie ruckartiges Heben oder freies Tragen von Lasten vor dem Körper vermeiden. Wurde Ihr Bruch mit einem Netz unter der Bauchdecke versorgt, können Sie meist schneller wieder zu normaler körperlicher Aktivität zurückkehren.

Besteht die Gefahr, dass der Bruch wieder auftritt?
In seltenen Fällen kann sich eine Leistenhernie wiederholen. Erfahrungsgemäß liegt die Gefahr zwischen zwei bis vier Prozent nach der offenen SHOULDICE-Methode, zwischen 0,5 und 1,5 Prozent nach der offenen LICHTENSTEIN-Methode und zwischen ein und zwei Prozent nach endoskopischen Verfahren. Um diese Gefahr möglichst gering zu halten, legen wir großen Wert darauf, dass wir für jeden Patient und damit für jeden Bruch das richtige Verfahren ermitteln.

Wie merke ich, ob ich einen Leistenbruch habe?

Meist deutet eine weiche Schwellung in der Bauchdecke auf eine Leistenhernie hin. Diese macht oft jahrelang überhaupt keine Beschwerden. Wenn Sie Ihren Körper jedoch belasten, etwa beim Husten, müssten sie einen ziehenden, teils stechenden Schmerz verspüren. Bei größeren Leistenhernien kann man manchmal auch gurrende Darmgeräusche hören.

Warum tritt ein Leistenbruch auf – und kann ich das verhindern?

Wahrscheinlich nicht. Jeder zehnte Mensch bekommt im Laufe seines Lebens eine Leistenhernie, egal ob er einen aktiven oder einen eher passiv Lebensstil pflegt.

Was kann passieren, wenn ich den Leistenbruch ignoriere?
Lässt sich ein Bruch einfach zurückschieben (reponieren), besteht keine unmittelbare Gefahr. Er kann sich jedoch unangenehm anfühlen und später zu Komplikationen führen. Wichtig ist: Leistenhernien können nicht von selbst heilen. Sie vergrößern sich aber mit der Zeit, wodurch auch die damit verbundenen Schmerzen zunehmen. Ein Bruchband kann zwar die Schmerzen vorrübergehend lindern, eine wirkliche Lösung ist es aber nicht, da der Bruch nicht beseitigt wird.

Wenn jedoch der Inhalt der Leistenhernie (z. B. Darm) eingeklemmt und somit die Blutzufuhr unterbrochen wird, führt dies zu einer akuten Unterversorgung des Gewebes. Mögliche Folgen sind das Absterben des eingeklemmten Darmabschnittes, ein Darmverschluss und möglicherweise eine lebensgefährlichen Bauchfellentzündung. Sie haben dann meist sehr plötzlich starke Schmerzen, die oft mit einer Hautrötung über der Leistenhernie einhergeht. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich und muss sofort operiert werden. Sinnvoller ist es daher unserer Auffassung nach, die Leistenhernie geplant zu operieren (elektive OP).

Welche Behandlung passt zu mir?
Wir raten unseren Patienten, dass jeder Bruch geplant operiert werden sollte, solange er keine oder nur geringe Beschwerden verursacht. Welches Verfahren sich in Ihrer Situation anbietet, entscheiden wir mit Ihnen nach einem persönlichen Gespräch.

Welche Risiken sind mit einer Operation verbunden?
Wie bei allen Operationen kann es trotz größter Sorgfalt zu einer Nachblutung oder zu einer Wundinfektion kommen. In den meisten Fällen kann Ihr Hausarzt die Versorgung übernehmen. Extrem selten besteht die Möglichkeit einer Verletzung innerer Organe (Darm), Blutgefäße oder Nerven. Auch ein Wiederauftreten des Bruches ist in seltenen Fällen möglich. In sehr wenigen Fällen kann es zu chronischen Schmerzen und Missempfindungen in der Leiste nach Operation kommen.

Muss ich mit Schmerzen rechnen und was muss ich nach der Operation beachten?
Das ist individuell verschiedenen. Nach Ihrer Entlassung erhalten Sie von uns eine bedarfsorientierte Empfehlung zur Einnahme von Schmerzmedikamenten. Am 2. Tag nach Ihrer Entlassung kontrolliert Ihr Hausarzt die Wunde. Nach etwa 10 Tagen zieht er Ihnen die Fäden. Duschen können Sie aber bereits ab dem 2. Tag nach der Operation.

Sie sollten Ihren Körper allerdings noch 7 bis 14 Tage schonen, d. h. nicht über die Schmerzgrenze hinaus belasten. Das Heben von schweren Lasten sollten Sie nach offenen Verfahren mit Schnitt  in der Leiste (SHOULDICE- oder LICHTENSTEIN-Operation) für ca. acht Wochen vermeiden (Empfehlung: Woche 1 bis 4 nicht mehr als 5 kg, Woche 5 bis 8 nicht mehr als 10 Kg). Nach einer minimalinvasiven Operation (TEP oder TAPP) können Sie bereits nach zwei Wochen wieder alles machen.