Kliniken & Institute ... Kliniken Chirurgische Klinik... Allgemein-, Viszeral-... Behandlungsspektrum ... Erkrankungen Milz Therapie / Nachsorge ...

Therapie

Die chirurgische Therapie von Milzerkrankungen richtet sich nach deren Ursache. Prinzipiell bieten wir Ihnen in unserer Klinik minimalinvasive sowie offene Verfahren zur Operation der Milz an. Bei der Wahl der geeigneten Methode orientieren wir uns an der Grunderkrankung und der Größe der zu operierenden Milz. Ist Ihre Operation geplant, besprechen wir mit Ihnen das Vorgehen und wägen das passende Verfahren gemeinsam mit Ihnen ab.

 

Milzruptur nach einem Unfall
Schwere Unfälle können zu stumpfen oder spitzen Bauchverletzungen führen und die Milz beschädigen. Dabei kann es zu sehr starken Blutungen kommen, entweder direkt nach dem Unfall oder mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung (sogenannte zweizeitige Milzruptur).

Ist die Milz verletzt, versuchen wir wenn möglich, sie zu erhalten. Bei Blutungen nach einem Unfall erreichen wir dies beispielsweise durch engmaschige Untersuchungen mittels Ultraschall und Kontrolle der Blutwerte. Ist eine Blutung zu stark oder kommt die Blutung auch nach mehreren Stunden nicht zum Stillstand, muss operiert werden. Wir versuchen dann während der Operation die Blutung zu stillen, z. B. durch den operativen Verschluss des Milzrisses durch eine Naht (Übernähung), durch Gewebeklebstoff oder einen gezielten Verschluss von Milzgefäßen. Des Weiteren können wir die Milz mithilfe eines Netzes komprimieren, sodass die Blutung zum Stillstand kommt. Bringt auch diese Maßnahme nicht den gewünschten Erfolg oder wurden beim Unfall die großen Milzgefäße verletzt, so müssen wir das Organ vollständig entfernen.

Entfernung der Milz bei Erkrankungen des Blutsystems
Ist das Blutsystem erkrankt, so lässt sich die Operation bei den meisten Patienten längerfristig planen. Den Eingriff bereiten die behandelnden Internisten und Hämatologen in enger Abstimmung mit dem Patient vor. Je nach Größe der Milz können wir in diesen Fällen meist minimalinvasiv, d. h. mit nur kleinen Hautschnitten arbeiten.

Auch ohne Ihre Milz können Sie sehr gut leben. Den Abbau der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) übernimmt in diesen Fällen größtenteils die Leber. Achtgeben sollten Sie allerdings bei schweren Infektionen mit Auftreten von Fieber oder Schüttelfrost, da Ihre Abwehr vorübergehend eingeschränkt ist. Sollten diese Symptome nach der Operation auftreten, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf.

Entfernung der Milz bei Tumorerkrankungen
Ist der Bauchraum von größeren Tumoren befallen, beispielsweise im Rahmen von Krebserkrankungen an der Bauchspeicheldrüse oder dem Magen, kann ebenfalls eine Entfernung der Milz notwendig werden. Dies ist der Fall, wenn die Gefahr besteht, dass Lymphknoten im Bereich der Milz mitbetroffen sind, oder wenn der Tumor bis in die Milz einwächst. Manchmal ist es aus operativ-technischen Gründen erforderlich, die Milz zu entfernen – z. B. wenn die Blutzufuhr beeinträchtigt ist.

Nachsorge

Auch nach der Entfernung Ihrer Milz können Sie gut leben, ohne dass Ihre Lebensqualität eingeschränkt ist. Es kann allerdings zu einer leicht erhöhten Infektanfälligkeit kommen. Daher empfehlen wir unseren Patienten, sobald die Wundheilung abgeschlossen ist, sich gegen Meningokokken (Bakterien des Nasenrachenraums), Pneumokokken (Erreger schwerer bakterieller Infektionen) und Hämophilus influenzae (Bakterien der Schleimhäute) impfen zu lassen. Diese Dreifach-Impfung verläuft in der Regel unproblematisch und kann von Ihrem Hausarzt durchgeführt werden. Darüber hinaus stärken Sie Ihr Immunsystem, wenn Sie sich gesund ernähren.


Da frisch operierte Patienten zu einer erhöhten Bildung von Blutgerinnseln neigen können, kontrollieren wir in den Tagen nach der Operation das Blutbild und führen eine Thromboseprophylaxe durch.