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Biomarker und Liquid Biopsy bei Pankreaserkrankungen

Leitung:
Prof. Dr. med. Thilo Hackert / Dr. med. Ulrike Heger in enger Zusammenarbeit mit Dr. Dr. med. Susanne Roth

 

Forschungsschwerpunkte:
•    Biomarker zur Prognosestratifizierung im Pankreaskarzinom und Vorläufern
•    Biomarker im multimodalen Therapiekonzept
•    Klinische Translation und Optimierung von Therapiestandards

 

Die Technik der „Liquid Biopsy“ hat in den letzten fünf Jahren einen regelrechten Boom erfahren, da sie nicht nur zur Verbesserung der Diagnostik von Tumoren, sondern auch insgesamt zur Verbesserung der Präzisionsmedizin beitragen soll. Die wichtigsten Anwendungsfelder sind:

•    die Früherkennung von Tumoren
•    die Unterstützung bei der Therapiewahl
•    das Monitoring einer möglichen Resttumor-Aktivität

Der Begriff Liquid Biopsy steht im engeren Sinne für die molekulare Analyse von zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) aus Körperflüssigkeiten, insbesondere aus Blut. Dabei kann die ctDNA im Blut zellulär gebunden sein (in Form zirkulierender Tumorzellen oder CTCs), frei vorliegen (in Form zellfreier Tumor-DNA oder ctDNA) oder in Form von sehr kleinen Vesikeln (Exosomen). Exosomen sind insbesondere aufgrund ihres Gehalts an charakteristischen microRNAs diagnostisch interessant. Es ist allerdings zu erwarten, dass das noch junge Forschungsgebiet der Liquid Biopsy auch weitere verwertbare Analyte zeitnah hervorbringen wird. Beispielsweise wurde kürzlich gezeigt, dass Thrombozyten molekulare microRNA-Signaturen von Tumorzellen quasi wie ein Schwamm aufnehmen und diese daher diagnostisch genutzt werden können („tumor educated platelets“).


Für das Pankreaskarzinom ist die Liquid Biopsy bislang noch kaum untersucht. Im klinischen Ausblick ist hier die Möglichkeit der Früherkennung besonders bedeutsam, da der Großteil der Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium erst diagnostiziert wird. Außerdem könnte die Liquid Biopsy möglicherweise helfen, harmlose von (prä-)malignen Läsionen zu unterscheiden. Darüber hinaus hat die neoadjuvante Therapie erst in den letzten Jahren einen Stellenwert in der Behandlung erhalten, es herrscht allerdings Unklarheit darüber, welche Patientengruppe von diesen multimodalen Therapiekonzepten profitiert. Eine Response Prädiktion oder das Monitoring des Ansprechens unter Therapie mittels Liquid Biopsy wäre ein bedeutsamer Schritt zur personalisierten Onkologie beim PDAC. Da sich in den letzten Jahren erwiesen hat, dass eine Untergruppe von Patienten auch in der disseminierten Situation von resezierenden Eingriffen profitiert, ist auch hier die Stratifikation durch Liquid Biopsy Analysen vorstellbar – zum Monitoring eines Rezidivs und seiner Abgrenzung zu unspezifischen Veränderungen in der Bildgebung, sowie für Aussagen zur Prognose. Diese und verschiedene angegliederte Projekte zur Immunzell-landscape werden dabei gemeinsam mit der AG Roth/Max-Eder-Gruppe bearbeitet, mit der eine enge organisatorische und inhaltliche Verbindung besteht.


Den beschriebenen klinischen Fragestellungen gehen wir ergänzend in translationalen Studien zu Gewebemarkern, insbesondere in der multimodalen Behandlungssituation, nach. Neben diesen translationalen Forschungsfeldern innerhalb der Sektion Chirurgische Forschung besteht ein weiterer Schwerpunkt der AG in der Durchführung von retrospektiven sowie randomisiert-kontrollierten klinischen Studien zu Fragestellungen in der Pankreaschirurgie.

Selected Publications

1. Predictive performance of factors associated with malignancy in intraductal papillary mucinous neoplasia of the pancreas. M. Heckler, L. Brieger, U. Heger, T. Pausch, C. Tjaden, J. Kaiser, M. Tanaka, T. Hackert, C. W. Michalski. BJS Open. 2018.

2. Inflammatory cytokines are associated with response and prognosis in patients with esophageal cancer. Blank S, Nienhüser H, Dreikhausen L, Sisic L, Heger U, Ott K, Schmidt T. Oncotarget. 2017;8:47518-47532.

3. Locally advanced pancreatic cancer: neoadjuvant therapy with Folfirinox results in resectability in 60% of the patients. T. Hackert , M. Sachsenmaier, U. Hinz, L. Schneider, C.W. Michalski, C. Springfeld, O. Strobel, D. Jäger, A. Ulrich, M.W. Büchler. Ann Surg. 2016;264:457-63.

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