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Kontrolle der Harnblase III

Medikamentöse Behandlung des Einnässens
Mehrere Medikamente kommen zur Anwendung der Therapie des nächtlichen Einnässens. Manche von diesen Medikamenten haben ernsthafte Nebenwirkungen. Sie sollten deshalb niemals ohne ärztliche Aufsicht eingenommen werden. Die Medikamente können häufig auch in einer Kombination angewandt werden.

 

 

Desmopressin-Acetat

Der Körper produziert ein natürliches Hormon, welches Vasopressin heißt, und das dazu führt, dass der Körper weniger Urin ausscheidet. Dieses Hormon wird dann vom Körper produziert, wenn der Organismus Wasser sparen möchte. Athleten zum Beispiel, produzieren vermehrt Vasopressin während sie einer körperlichen Anstrengung ausgesetzt sind, da sie vermehrt Wasser durch Schwitzen verlieren. Es wurde ebenso herausgefunden, dass dieses Hormon vermehrt im Schlaf ausgeschüttet wird. Das ist auch der Grund, dass viele Menschen nachts durchschlafen, ohne Wasser lassen zu müssen. Der Urin ist daher morgens konzentrierter.

 

Bei vielen Kindern mit nächtlichem Einnässen fehlen diese Produktion und nächtliche Ausschüttung von Vasopressin. Dieses Hormon wurde analysiert und kann chemisch hergestellt werden und nennt sich dann Desmopressin, welches als Tablette oder Nasenspray auf dem Markt erhältlich ist. Da es auf dem Prinzip des Herabsetzens des Volumens des produzierten Urins funktioniert, muss die Therapie mit Desmopressin (Minirin®) zusammen mit der Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr durchgeführt werden. Dieses Medikament ist vor allem hilfreich, wenn die Kinder auswärts schlafen möchten. Es kann diskret angewandt werden. Bei Bedarf werden 2-3 Hübe des Nasensprays pro Nasenloch verabreicht. Der Hauptnachteil von Desmopressin ist, dass es nicht bei jedem Kind hilft und nachdem es abgesetzt wird, werden nahezu 50 % der Kinder rückfällig.

 

Andere Medikamente

Anticholinergika wie Oxybutinin oder Propiverin können ebenfalls zur Behandlung des nächtlichen Einnässens angewandt werden. Diese Medikamente wirken auf die glatten Muskelzellen der Blasenwand. Dadurch wird die Kontraktionsfähigkeit der Blasenmuskulatur gesenkt und entspannt. Nebenwirkungen wie z. B. Hautrötungen und Hitzewallungen, trockener Mund und Verstopfung sind gelegentlich zu beobachten. Alleine angewandt sind diese Medikamente zur Behandlung des nächtlichen Einnässens meistens wenig effektiv, können aber bei der Therapie der Tagessymptomatik sehr hilfreich sein. Bei Kindern werden vor allem Anticholinergika wie Mictonetten® oder Mictonorm® in Gewichtsadaptierten Dosen verabreicht.

 

Weitere Therapien

Hierzu zählen in seltenen, vor allem Anticholinergika- Therapie- refraktären Fällen, die Injektion von Botulinum- Toxin (Botox) in die Harnblasenmuskulatur. Die Injektion wird im Zuge einer Blasenspiegelung durchgeführt, wofür es einer kurzen Narkose bedarf.

 

Alternative Therapien

Akupunktur, homöopathische Medikamente, Chiropraktiken oder Hypnose werden häufig zusätzlich angewandt. Leider gibt es keine wissenschaftlichen Daten über die Effektivität dieser Maßnahmen bei der Therapie des Einnässens.