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Prostatakarzinom

Prostatakrebs

 

Das Prostatakarzinom (Karzinom der Vorsteherdrüse, Abbildung 1) ist die häufigste Tumorerkrankung beim Mann. Da es erst im Stadium der fortgeschrittenen Erkrankung zu Beschwerden kommt, kann der Krebs nur durch eine regelmässige Früherkennungsuntersuchung (Tastbefund und PSA-Wert im Blut) im Frühstadium diagnostiziert werden. Zur Sicherung der Verdachtsdiagnose wird mittels Feinnadelbiopsie eine Gewebsprobe aus der Prostata entnommen. Für die Therapie stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, die sich nach der Art und dem Stadium des Tumors sowie nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten richten.

 

Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung liegt bei ca. 20 % der Patienten bereits ein Tumor mit Metastasierung (Absiedlungen in anderen Organen) vor. Die Erkrankung ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr heilbar.

 

 

Operation

1. Radikale retropubische Prostatektomie mit Lymphadenektomie

Hierbei wird über einen Schnitt in der Mitte des Unterbauches zunächst das Lymphknotengewebe, d.h. die möglichen Metastasierungswege des Prostatakarzinoms, im Becken entfernt. Anschließend erfolgt die radikale Entfernung der Prostata sowie der Samenblasen (Abbildung 3). Sehr wichtig ist es hierbei, die Schonung des Schließmuskels zu beachten, um postoperativ eine möglichst schnell eintretende Kontinenz beim Patienten zu erreichen. Bei dieser Operation ist es bei Patienten mit einem Tumor im Anfangstadium ohne weiteres möglich, die für die Erektion zuständigen Nerven zu erhalten, um postoperativ die Potenz aufrecht zu erhalten.

 

2. Perineale Prostatektomie:

Diese Operation wird vorzugsweise bei Patienten mit einem Karzinom in einem sehr frühen Anfangsstadium durchgeführt. Über den Zugang (Abbildung 4), der über den Damm erfolgt, können die Lymphknoten nicht entfernt werden. Dies ist aber in einem sehr frühen Anfangsstadium nicht notwendig. Die Operation ist von daher zeitlich etwas kürzer und schonender.

 

3. Die laparoskopische radikale Prostatektomie mittels Computerunterstüzung:

Hierbei wird eine laparoskopische (Schlüssellochchirurgie) Entfernung der Lymphknoten und der Prostata angestrebt. Diese wird an der Universitätsklinik Heidelberg mittels Computerunterstützung durchgeführt (sogenanntes da Vinci-System).

 

Die erwähnten Operationsverfahren, die allesamt in der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg durchgeführt werden, haben vergleichbare Langzeitergebnisse, sowohl was die Tumorfreiheit betrifft als auch, was die postoperativen Folgen, z. B. die Kontinenz als auch die Potenz betrifft.

 

Strahlentherapie:

1. Externe Strahlentherapie:

Die externe Strahlentherapie wird an der Universitätsklinik Heidelberg ebenfalls beim Prostatakarzinom eingesetzt. Insbesondere werden Tumoren mit fortgeschrittenem lokalen Stadium bestrahlt und behandelt. Dies kann mit einer zusätzlichen Hormontherapie erfolgen.

 

2. Brachytherapie:

Hierbei werden kleine radioaktive Körperchen in die Prostata eingebracht. Durch die abgesetzte radioaktive Strahlung wird der Tumor abgetötet.

 

Fortgeschrittenes Prostatakarzinom

Sollte das Prostatakarzinom bereits in einem fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert werden, bzw. nach einer Operation oder Bestrahlung erneut auftreten, stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Diese umfassen eine erneute Strahlentherapie, eine anti-hormonelle Therapie sowie eine Chemotherapie.

Alle diese Therapiemöglichkeiten werden an der Urologischen Universitätsklinik in Heidelberg in Zusammenarbeit mit der Klinik für Strahlentherapie der Universität Heidelberg angeboten.

  

Informationen sind jederzeit möglich unter Telefon: 06221 56-8820