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Vesicoureterorenaler Reflux II

Behandlung des vesicoureterorenalen Refluxes
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein vesico-uretero-renaler Reflux von selbst ausheilt, ist sehr hoch. Eine Spontanheilung kann bis zum 6. Lebensjahr eintreten. Ein Reflux verbessert sich oder heilt bei vielen Kindern komplett aus, da die Verbindung des Harnleiters mit der Harnblase mit dem Längenwachstum des Kindes ebenfalls mitwächst. Umso kleiner der Grad des Refluxes, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass dieser ausheilt. Ziel der Behandlung ist ein Verhindern von Harnwegsinfekten und konsekutiver Nierenschädigung. Dementsprechend beinhaltet die Behandlung des Refluxes eine niedrig dosierte Antibiotikagabe zur Verhinderung von Harnwegsinfekten, ein Blasentraining, manchmal auch weitere Medikamente zur Regulation der Blasenfunktion. Das Kind sollte hierunter regelmäßig untersucht werden, insbesondere Urinkontrollen auf das Vorliegen von Harnwegsinfekten.

 

Von Zeit zu Zeit ist auch ein Miktionscystourethrogramm bzw. eine Miktionsurosonographie notwendig, um den Verlauf des Refluxes zu dokumentieren. Ziel einer operativen Behandlung ist die Heilung des Refluxes durch dessen Beseitigung. Der übliche Eingriff wird in Narkose über einen erweiterten Leistenschnitt durchgeführt. Die Operation besteht darin, den Verlauf des Harnleiters in der Blasenwand zu verlängern und damit den Ventilmechanismus des Harnleiters zu verstärken. Hierzu gibt es eine große Anzahl verschiedener chirurgischer Techniken, die sich bisher alle als sehr effektiv gezeigt haben. Nach der Operation sind Verlaufskontrollen zur Evaluierung des therapeutischen Erfolges notwendig. Eine andere Möglichkeit der operativen Korrektur stellt die so genannte endoskopische Refluxkorrektur dar. Dabei wird ein Cystoskop über die Harnröhre in die Blase eingeführt und eine Substanz in den Bereich der Harnleitermündung in die Blasenwand eingespritzt. Diese Methode hat üblicherweise geringere Erfolgsaussichten bei Vorliegen eines höhergradigen Refluxes als die offene Operation, ist aber minimal-invasiv, kann ambulant durchgeführt werden und ist bei geringgradigem Reflux durchaus erfolgreich.